Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissenspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel. Hey Diggis, so geht Lernen heute. Heute geht es um ein Thema, das viele beschäftigt und manchmal auch etwas ratlos zurücklässt. Hoffentlich nicht, wenn ihr diese Folge gehört habt, dann wisst ihr mehr. Die KMK oder in ihrer ganzen Schönheit die Kultusministerkonferenz. Es ist wieder eine Folge in Kooperation mit dem Deutschen Schulleitungsgeriss, mit dem Deutschen Schulträgerkongress und wir sprechen heute mit Udo Michalik über die KMK. Um genau zu sein, sprechen nicht wir mit Udo Michalik über die KMK und natürlich auch über seine Rolle beim DSLK Ende November, sondern Gerd, leider, leider war ich verhindert aus einem guten Grund. Ich habe nämlich Urlaub gemacht in den Herbstferien, aber du hast das Gespräch sicherlich wie immer höchst kompetent geführt und ich bin natürlich besonders gespannt darauf, was du aus dem Gespräch mitgenommen hast. Aber bevor wir da einsteigen, sag mal, woher kennst du Udo Michalik eigentlich? Bevor wir da einsteigen, möchte ich dir eine Frage stellen. Kennst du vergiftetes Lob? Ja, das war aber keins. Das kam von der Tiefe aus der Tiefe meines Herzens.
Fortbildungen gemacht habe und Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet. Und wir haben damals mit ihm etwas besprochen. Er war Staatssekretär in Mecklenburg-Vorpommern. Können die freien Schulen nicht auch Referendare und Referendare ausbilden? Ja, das hat ihn begeistert als Staatssekretär. Und er hat politisch durchgesetzt auch mit dem damaligen Minister, dass das in die Ausbildungsverordnung gekommen ist. Und so war Mecklenburg-Vorpommern das erste Land, wo Referendarinnen und Referendare bei freien Trägern selbstständig ausgebildet werden konnten. Ein ganz wichtiger Meilenstein. Ja, gegen den Fachkräftemangel. Also de facto an unseren Schulen, der Bernhard Stiftung gibt es keinen Lehrermangel. Aber das hat auch ins Land rausgestrahlt. Und wir sind uns immer wieder begegnet an verschiedenen Stellen, auf dem Panel, auf Veranstaltungen und so sind wir im guten Austausch. Ja, da klingt ja auch schon raus, dass der Udo Michalik seit vielen Jahren auch schon aktiv ist in der Bildungsszene und da wirklich schon einiges bewirkt hat, weil du sagst es, ihr kennt euch schon seit längerem, er ist schon auch länger in Amt und Würden und ich denke mal, du hast das Gespräch ja auch gerade mit Blick auf den Deutschen Schulträgerkongress geführt, oder? Ich habe ihn natürlich auch gefragt, was können die Zuhörerinnen und Zuhörer dort beim Deutschen Schulträgerkongress erwarten, worüber wird er sprechen?
Auch daraus sind wir eingegangen, aber wir haben auch nochmal das Mysterium KMK so ein bisschen aufgeschlüsselt. Was hat es mit dem Föderalismus zu tun? Wer da noch mehr wissen will, der sollte einfach nicht nur unsere Folge hören, sondern auch zum Deutschen Schulträgerkongress kommen. Auf jeden Fall und den verlinken wir natürlich in den Shownotes, genauso wie den Deutschen Schulleitungskongress, bei dem Gerd und ich ja auch live vor Ort sein werden.
Dazu dann nochmal ein bisschen mehr, aber ich würde sagen, wir hören jetzt direkt mal rein in dein Gespräch mit Udo Michalik. Los geht's!
Hey Diggis, so geht Lernen mit Udo Michalik. Er ist einer der wichtigsten Köpfe, wenn es um Bildungspolitik in Deutschland geht. Er ist über zehn Jahre Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, also der KMK, jener Schaltstelle, an der sich 16 Bundesländer in Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturfragen abstimmen. Zuvor war er Staatssekretär im Bildungsministerium Meckenburg-Vorpommern, hat Geschichte, Politik, Wissenschaft und Soziologie studiert und kennt Bildung, also aus Verwaltung, Wissenschaft und aus der Praxis. Wer verstehen will, wie Bildung in Deutschland funktioniert oder manchmal eben nicht funktioniert, kommt an der KMK und an Udo Michalik nicht vorbei. Er ist in diesem Jahr Kino-Speaker beim Deutschen Schulleitungskongress, also dort, wo sich die Entscheiderinnen und Entscheider der Bildungslandschaft treffen. Und genau darüber wollen wir heute sprechen, über Bildungsföderalismus, über die Rolle der KMK, über den Digital-Pakt 2.0, KI in der Schule und auch, ja, wie läuft es mit der Bildung in Europa überhaupt? Hallo, guten Morgen. Schönen guten Morgen. Fangen wir gleich mal an. Für viele ist ja KMK auch so ein Triggerwort. Manchmal ist es auch so ein Codewort von Leuten, die haben das irgendwie aufgeschnappt, wissen aber eigentlich gar nicht, worüber sie reden. Aber es hört sich halt schick an, wenn man dann darüber schimpfen kann.
Viele hören den Begriff KMK ständig, aber nur wenige wissen nun wirklich, was dahinter steckt. Was genau macht die Kultusministerkonferenz und welche Rolle spielt dabei Ihr Sekretariat?
Ja, erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, hier in den Austausch zu treten. Und in der Tat, ich glaube, Fontane würde antworten mit dem Schlusswort aus Effi Briest, dass es ein weites Feld. Man könnte mir einen eigenen Podcast zu machen, aber sehr gerne versuche ich mal in einigen kurzen Sätzen. Das sollte einem Historiker sehr schwer fallen, aber trotzdem mache ich hier den Versuch, weil die Kultusministerkonferenz an sich im förderbaren Konzert der Bundesrepublik Deutschland die älteste Fachministerkonferenz überhaupt ist. Sie wurde noch vor der Bundesrepublik gegründet 1948, als die Erziehungsminister der unterschiedlichen Besatzungszonen in Stuttgart-Hohenheim zusammenkamen, um zu sagen, wir können ja nicht hier in den unterschiedlichen Besatzungszonen ganz unterschiedliche Systeme entwickeln, die mit nichts und niemandem mehr kompatibel sind. Und das war im Prinzip die Gründungsidee, die sich bis heute hindurchgezogen hat. Also es ist im Prinzip, wie ich das gerne zu sagen pflege.
Die freiwillige Exekutivarbeitsgemeinschaft der Kultusministerin, Kultusminister der Länder, wo wir unter der Maßgabe der Sicherstellung von Vielfalt, Vergleichbarkeit, Mobilität und Anerkennung eine Harmonisierung des deutschen Bildungswesens auf die Beine zu stellen. Ich sage mal, das gelingt sehr gut. Um eine Frage vorwegzunehmen, nach wie vor bin ich, glaube ich, einer der wenigen, der sagt, Deutschland hat ein Bildungssystem in 16 unterschiedlichen Nuancierungen, aber wir haben uns schon in der Grundstruktur, aber auch was meist als Kern der Vereinbarung trifft, nämlich die Vereinbarung zum Abitur, zur Hochschulzugangsberechtigung, ziemlich vergleichbare Lösungen in Deutschland gefunden. Wir streiten uns am Ende über die Nuancierungen, die in den Ländern gewählt wurden, die sind dann oft Stein des Anstoßes. In den letzten Jahren hat sich die KMK weiterentwickelt, so wie sich die Bildungspolitik in den Ländern auch weiterentwickelt hat. In vielen Ländern ist der Umstand eingetreten, dass die Schulministerien sich von den Wissenschaftsministerien gelöst haben oder gelöst wurden im Rahmen von Koalitions- und Regierungsbildung. In fast allen Bundesländern, mit der Ausnahme von zwei, sind diese Ministerien getrennt. Und insofern verwundert es sich nicht, dass sowohl die Schulminister als auch die Wissenschaftsminister und vorher schon die Kulturminister, deren Anliederung an unterschiedliche Ressorts in der Vergangenheit schon sehr unterschiedlich in den Ländern war.
Ihre eigenen Wege gehen möchten, weil sich dann doch unterschiedliche Kulturen in den einzelnen Konferenzen gebildet haben. Wir haben uns aber gleichwohl entschlossen, dieses traditionelle Konstrukt der Kultusministerkonferenz als Ganzes, als Dach für alle drei Einzelkonferenzen beizubehalten. Das bietet jetzt so die Gewähr seit ungefähr einem Jahr, dass in jedem Bereich die Ministerinnen und Minister für die jeweiligen Fachbereiche sehr intensiv über ihre Belange miteinander diskutieren.
Nach Lösungen suchen, politische Themen intensiv miteinander austauschen und über den Austausch. Dann auch bestrebt sind, diese Grundprinzipien, die ich geschildert habe.
Dann auch letztendlich zur Geltung zu bringen. Letzter Satz zu der Frage. Es ist immer natürlich eine Herausforderung für eine Organisation zu arbeiten oder eine Organisation mit dem Sekretariat. Das habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass auch als einzige Fachministerkonferenz in diesem förderalen Konstrukt diese eine ziemlich große oder vergleichbar mit anderen Fachministerkonferenzen eine große Verwaltung vorhält, um diese Koordinierung in den Ländern sicherzustellen. Da könnte ich jetzt auch noch viele Sätze zusagen, um das zu beschreiben. Aber ich wollte schließen mit der Bemerkung, dass wir aus verschiedenen Umfragen wissen, dass nahezu 80 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger den Bildungsföderalismus nicht besonders mögen. Und insofern ist es auch eine Herausforderung aufgrund der Regelung im Grundgesetz, dass nämlich Bildung allein Ländersache ist, eine Organisation zu begleiten und zu koordinieren, die nicht besonders beliebt ist, aber das gerade ist eine Herausforderung, dann auch den Sinn des Föderalismus und wie er in Deutschland gelebt wird, so gut wie möglich nach außen zu vertreten. Ja, ist das so, dann verstehen Sie sich eher so als Dirigent zwischen den 16 Bundesländern oder auch als Kompromissfinder, Streitschlichter, wie auch immer. Ich weiß ja gar nicht, ich kann mir jetzt das System nicht vorstellen so direkt. Doch, man kann es sich schon vorstellen. Ich sehe aber natürlich Herausforderungen. Die Minister wechseln ja ständig, die Ministerinnen.
Kontinuität ist dann ja auch mal an bestimmten Punkten schwierig. Das ist schwierig, weil wir gerade, wenn ich jetzt auf das letzte Jahr gucke, fast ein Drittel der Ministerinnen und Minister in den Ländern aus welchen Gründen auch immer ausgetauscht wurden. Sind wir mehr oder weniger, ich würde mich auch nicht als Dirigent bezeichnen wollen, sondern wir sind als Sekretariat und ich so als Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung so mehr diejenigen, die über die Verfahrenssicherung, über die Routinen im Austausch der Länder miteinander darauf achten, dass diese Grundsätze der Vergleichbarkeit, Mobilität und Anerkennung auch tatsächlich in den Beschlüssen der KMK umgesetzt werden. Das Besondere ist ja in der KMK, dass wir nur Empfehlungen verabschieden, die keine Rechtswirkung entfalten. Die Rechtswirkung entsteht ja am Ende erst dann, wenn die Empfehlungen in den Schulgesetzen oder in den Hochschulgesetzen der Länder umgesetzt werden und damit dann zurecht werden. Aber sie sind letztendlich in diesen grundlegenden Fragen sehr oft die Grundlage dafür, was dann als Rechtsetzung in den Ländern passiert. Und wir sind im Prinzip diejenigen, die darauf achten, dass letztendlich auch ein gemeinsamer Beschluss entsteht und zustande kommt, um diese Grundprinzipien des länderübergreifenden Wirkens dann letztendlich sicherzustellen. Bis hin, und das ist glaube ich auch wichtig, wenn Sie Kontinuität sagen an der Stelle.
Dass wir auch immer sicherstellen, dass wir an dem anknüpfen, was einmal beschlossen war, um auch in den Ländern, in der Bevölkerung letztendlich sicherzustellen, dass wir nicht beliebig von einer Seite des Raums in die andere Seite des Raums springen und quasi eine gewisse Anarchie, dass das Bildungssystem bricht. Ich glaube, wir können genau von dem Gegenteil ausgehen, dass die KMK auch ein Garant dafür ist, dass wir Orientierung und Verlässlichkeit im Bildungssystem haben.
Andere sagen dazu, zu diesem Zustand, dass es eine Behäbigkeit, das ist, wie Möllemann mal gesagt hat, Die berühmte Landschildkröte, mit der wir es zu tun haben. Aber wie gesagt, die Kehrseite davon ist, dass das Bildungssystem dann doch von einer hohen Verlässlichkeit und Bindungswirkung geprägt ist. Und das stellt letztendlich die KMK sicher im Länderkonzert, dass wir an gewissen Prinzipien beieinander bleiben, zuletzt durch die Ländervereinbarung, die wir 2020 miteinander vereinbart haben in Fortschreibung des Hamburger Abkommens. Also sehen Sie es eher nicht als Bremse, sondern dieses Nebeneinander auch als Wettbewerb. Ich habe das ja im Podcast ganz oft, wenn wir die Leute fragen, was würde die ändern? Wir brauchen ein einheitliches System und dann müssen alle von Nord bis Süd, von Ost bis West sollen ein Bildungssystem haben. Das wäre so ein Ansatz, zentralistisch wie in Frankreich vielleicht. Das ist genau der Punkt, warum auch ich Verfechter dieser föderalen Gemeinschaft bin, Weil es doch schon in den unterschiedlichen, auch politisch unterschiedlich geprägten von Ideologien, möchte ich dann auch schon sprechen, aus der Vergangenheit herauskommenden Bildungsverständnisses gibt. Und es hat sich in der Vergangenheit dann schon gezeigt, dass die Einbildungssysteme.
Oder nicht Bildungssysteme, jetzt widerspreche ich mir selber, die Nuancierung im System letztendlich zeigen, wo wir im System stehen und wie wir uns dort fortbewegen oder eben auch nicht und welche Kontextfaktoren dies beeinflussen. Und wir haben ja schon sehr viel, sag ich mal, in den letzten 30 Jahren, das will ich schon mal so beschreiben, an Zentralisierung. Das mag keiner so gerne hören, aber de facto ist das ein Weg, den wir gemeinsam eingeschlagen haben, nachdem 1997 TIMSS doch einen ziemlichen Einschlag im System verursacht hat. Dann 2000 der sogenannte PISA-Schock uns ein wenig durchgeschüttelt hat in unserem Bildungsverständnis. Und infolgedessen haben die Länder ja gemeinsame Bildungsstandards vereinbart.
Das fällt in die Diskussion leider immer wieder ein bisschen hinten runter, dass wir schon seit über 20 Jahren mit gemeinsamen Bildungsstandards in der Primarstufe im Sekundarbereich 1, im Sekundarbereich 2 arbeiten und hier schon eine vergleichbare Grundlage zwischen den Ländern haben und diese dann auch über das Institut für Qualitätsentwicklung in den Ländern, dem IQB, prüfen lassen. Und gerade in der letzten Woche haben wir ja gemerkt am sogenannten IQB-Bildungstrend, was es heißt, wenn die Länder es schaffen oder nicht schaffen, die entsprechenden Standards, die wir dort formuliert haben, einzuhalten oder eben auch nicht. Dass es eben doch in den letzten 20 Jahren hier ein Qualitätsmerkmal geschaffen und eine Überprüfung dieser Querbefehlungsmerkmale eingeführt haben, die hier und da immer wieder zu Diskussionen führen, aber der Öffentlichkeit ganz genau zeigen, wo wir da stehen in den Ländern. Das ist, glaube ich, mit Blick auf die Geschichte der Bildungspolitik und der KMK doch ein erheblicher Gewinn, dass wir jetzt hier eine entsprechende Qualitäts- und Leistungsüberprüfung haben und als Bildungspolitik uns diesen Herausforderungen stellen müssen. Immer wieder, alle fünf Jahre, um zu sehen, wie können wir die Systeme oder wie können wir das System weiterentwickeln, um unsere Schülerinnen und Schüler an der Stelle Zukunftstests zu machen. Aber da können wir ja noch ganz eindeutig sagen, dass der IQB-Test, ja, wenn wir über die Bundesländer hinweggehen, ja, sehr unterschiedlich ausfällt. Also der zeigt ja schon, auch die, genauso wie der Föderalismus.
Föderalismus haben wir natürlich auch den Föderalismus in den Ergebnissen. Also der führt jetzt schon zu sehr, sehr unterschiedlichen Ausprägungen in einzelnen Bundesländern. Ja, und deswegen ist da auch so die Debatte aufgekommen, die auch keine neue Debatte ist, die wir in diesem Kontext der Bildungsstandards und der Überprüfung der Bildungsstandards eigentlich seit Beginn führen.
Beständig die Frage ist, warum kommt es zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen? Diese Frage kann seitens der empirischen Bildungswissenschaft nicht immer ganz klar beantwortet werden, dass wir nicht ganz klar auf Kausalitäten und Korrelationen abheben können, warum diese Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen. Es gibt natürlich Kontextfaktoren, wie Migrationsquote in den Schulen diskutiert wurde, bei dem diesjährigen IQB-Bildungstrend, die Frage, inwieweit die Corona-Zeit. Die Ergebnisse noch beeinflusst hat. Aber wir legen natürlich auch bei dem IQB-Bildungstrend die internationalen Vergleichsstudien an die Seite. Und da können wir feststellen, dass der Leistungsabfall gerade in Naturwissenschaften international ein Phänomen darstellt. Da sind wir nicht alleine. Das ist natürlich jetzt eine wohlfeile Ausrede an der Stelle. Das gebe ich gerne zu. Gleichwohl müssen wir. Und das haben die Ministerinnen und Minister in der vergangenen Woche noch mal ausdrücklich betont. Und uns versuchen, mit den Ursachen auseinanderzusetzen, die zu diesen Leistungen führen, um dann auch tatsächlich passgenaue Möglichkeiten zu entwickeln. Ich vermeide ganz bewusst das Wort Programme, weil das für mich dann auch schon wieder eine aktionistische Handlungsweise ist. Aber wir müssen genau hingucken, mit welchen Maßnahmen können wir Schule ausstatten.
Um die Schülerinnen und Schüler zu besseren Ergebnissen zu führen. Corona ist sicherlich einer der Gründe. Die Schülerinnen und Schüler waren zu dem Zeitpunkt in der Grundschule, wo ja in vielen Grundlagen logischerweise, in der Name sagt, es gelegt werden. Wir wissen genau in dem Übergang. In manchen Bundesländern vierte, fünfte Klasse, so in dem Dreh. In manchen Bundesländern ist ja fünfte Klasse auch noch Grundschule. Ja, wir können uns da nicht immer hinter verstecken.
Wir wollen aber in die Zukunft gucken. Was wären denn jetzt Maßnahmen, um diese Dinge zu verbessern? Sie haben es so allgemein beschrieben. Gibt es da konkrete Maßnahmenpakete, Ideen, um ja gerade im Bereich der Basiskompetenzen, hier ging es jetzt verstärkt um Mathematik und MINT, also im Land der Ingenieure, das war immer unsere große Kraft, also Naturwissenschaften, wie können da Verbesserungen hervorgerufen werden? Ich würde es mir jetzt gar nicht zu einfach machen, weil das ganz sicher eine sehr, sehr komplexe Materie ist. Und was mich so bewegt, ist, was die IQB-Studie auch hervorgebracht hat, dass wir feststellen, dass unter den Schülerinnen und Schülern Mathe- und Naturwissenschaften nicht mit einer besonderen Attraktivität ausgestattet sind. Also die Begeisterung für die Naturwissenschaften, für die Mathematik hat doch spürbar und messbar nachgelassen und das ist aus meiner Sicht ein Punkt, dem wir uns verstärkt widmen müssen. Wie schaffen wir es in einem Kernbereich der Entwicklung von Innovation, von Forschung und auch damit, wie Sie es formuliert haben, für unsere Zukunft, warum dort immer weniger Schüler und Schülerinnen sich für begeistern können?
Und auch mit Blick auf das Fortschreiten der Technologien ist das, glaube ich, ein maßgeblicher Punkt, wo wir hingucken müssen, ob wir noch mit den richtigen Fachdidaktiken unterwegs sind. Und ich hänge mich da mal so ein bisschen auf an dem Gutachten des Wissenschaftsrates zur Mathematiklehrerausbildung, der da festgestellt hat, dass wir bei der Mathematikausbildung doch eine ziemliche Unwucht haben zwischen den Professuren in der Fachwissenschaft selbst und den Fachdidaktiken.
Ich glaube, auf einen Fachdidaktiker in Mathematik kommen zehn Fachmathematiker an Professuren und diese Unwucht zeigt. Und die Länder steuern jetzt gerade mit der Qualifizierungsinitiative für den Mathematikunterricht an dem Punkt nach, wo wir genau diese Punkte in den Mittelpunkt gestellt haben. Der große Nachteil der sogenannten QAMAT-Qualifizierungsoffensive der Länder, ein Programm, was die Länder über zehn Jahre selber ausgerollt haben, ohne Bundesfinanzierung, sondern aus eigenen Mitteln, nämlich eben aus dieser Defizitanalyse heraus. Dass im Mathematikunterricht wir die Erwartungen aber nicht erst seit dem IQB-Bildungstrend gestern, eigentlich schon über viele Jahrzehnte hinweg, nicht gerecht werden, hat dazu geführt, dass wir dieses Programm ausgerollt haben. Es entfaltet, wie ich gesagt habe, aber dann erst wahrscheinlich seine Wirkung hoffentlich früher als in zehn Jahren, aber eben auch nicht morgen oder übermorgen. Wir sind gerade dabei, die Grundlagen für dieses Fortbildungssystem zu schaffen, wo wir überlegen, wissenschaftlich begleitet, wie wir mit einem hohen Grad an Multiplikationsfaktoren dann auch sicherstellen können, dass das, wenn es geht, alle Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer erreicht. Das ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Aber wie ich schon sagte, es wird nicht morgen Wirkung entfalten.
Ich glaube, was ich aus Schulen gehört habe, ist, da müssen wir stärker in der Zukunft hingucken, wenn Lehrkräfte und Schulleitungen unisono in Schulen, die ich in diesem Jahr besucht habe, immer wieder den einen Satz gesagt haben, wir passen uns einer veränderten Schulerschaft an.
Denn in diesem Satz, glaube ich, steckt sehr viel Bedeutung und ich würde das auch zum Abschluss unserer Diskussion nochmal sagen, das ist so ein bisschen meine Erwartung, dass wir damit Schulen nicht alleine lassen, sondern dass nicht nur die Schulen sich anpassen müssen, sondern wir müssen auch mit dem System anpassungsfähiger oder das System anpassungsfähiger spielfähiger, wie mein Coach sagt, ausgestalten, um hier auch Schulen mehr Spielräume zu geben. Um eben diese Attraktion wieder zu erzeugen für die Naturwissenschaften. Könnte es aber auch daran liegen, dass uns in den Schulen die Leute fehlen, die diese Begeisterung für Naturwissenschaften hervorrufen können? Das ist richtig, aber ich will es jetzt nicht unbedingt immer alles auf den Lehrermangel schieben, aber wir haben ja trotzdem Lehrkräfte in den Schulen, die sind ja da und die machen ja auch zum Teil guten Fachunterricht, aber es zeigt sich, dass wir so langsam an Grenzen stoßen oder auch die Lehrkräfte an Grenzen stoßen, die dort im System sind und wir müssen, glaube ich, an vielen Stellen an der Stelle nachdenken, im System, in den Schulen, in der Ausbildung, wie können wir es erreichen, dann auch junge Lehrkräfte.
Mit dem entsprechenden Wissen, Know-how in die Schulen zu schicken, um dort auch letztendlich mit den Erkenntnissen aus der Wissenschaft wieder für einen neuen Impuls in diese Richtung Sorge zu tragen. Und da haben wir, glaube ich, noch nicht alle Potenziale ausgereizt. Und ein ganz wichtiger Impuls kann der Digitalität sein, um Naturwissenschaften noch erlebbarer, noch vielfältiger zu machen, noch emotionaler. Aber diese Digitalität bekommen wir natürlich nur in die Schulen, wenn wir auch die Ressourcen haben.
Stichwort Digitalpakt 2.0. Da schreiben ja sogar schon einige Journalisten, kommt der überhaupt? Was können Sie uns dazu verraten? Die Aussage letzte Woche auch von der Bundesministerin in der entsprechenden Pressekonferenz und deswegen verrate ich da auch kein Geheimnis, der DigitalPakt 2.0 kommt. Er wird noch in diesem Jahr zwischen Bund und Ländern entverhandelt und wir haben ja schon, bevor jetzt die neue Bundesregierung im Frühjahr zustande kam, mit der alten, mit der Übergangsregierung quasi die Grundlagen gelegt für den Diketärpark 2.0. Also die Inhalte sind eigentlich ausverhandelt. Es geht jetzt am Ende nur noch darum, dass wir die Finanzierungsrahmenbedingungen miteinander verhandeln, sodass wir dann auch mit dem vorzeitigen Maßnahmen zum 01.01.2026 mit dem Digital Park 2.0 starten können. Wir werden das hier natürlich ganz genau im Podcast überprüfen, beziehungsweise beim Deutschen Schulträger, beim Deutschen Schulleitungskongress, wo Sie auch eine Keynote halten. Da wird das sicherlich auch Thema sein. Oder ist es KI?
Das ist ja auch so ein Leidenschaftsthema von Ihnen. Dabei haben wir uns ja auch schon mal länger ausgetauscht. Worauf können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Deutschen Schulleitungskongresses freuen?
Also ich habe meine Kino noch nicht abschließend vorbereitet, weil das ist ja auch so eine Besonderheit dieser Zeit. Die Dinge ändern sich nahezu wöchentlich und insofern muss man auch sehen, wie aktuelle Diskussionen zwischen den unterschiedlichen Stakeholdern in der Bildungspolitik verlaufen. Aber ich bin gebeten worden, über die Verantwortungsgemeinschaft von Bund, Ländern und Kommunen zu sprechen in Sachen Bildungsgerechtigkeit. Spielt natürlich die technologische Entwicklung, KI, eine wesentliche Rolle. Und ich werde mich, denke ich, in meinem Impuls im Wesentlichen mit der Frage nochmal auseinandersetzen, was auch kein neues Thema ist, aber zunehmend an Bedeutung gewinnt, wie das Verhältnis von innerer und äußerer Schulverwaltung ist und ob es da nicht mit Blick auf die technologischen Entwicklungen neue, andere Verabredungen braucht, um das Verhältnis zwischen Schulträgern und den Ländern neu zu definieren, neu auszugestalten. Weil wir sehen es am Beispiel Digitalität, dass mit den traditionellen analogen Vereinbarungen in dieser Aufgabenteilung zwischen Land und Kommunen.
Also dem Land und den Schulträgern, doch erheblich Nachsteuerungsbedarf besteht. Das Wort Konnexität ist immer eins, mit dem wir uns gegenseitig gerne bewerfen. Das heißt, wer bestellt, der bezahlt auch. Das ist ein Grundsatz, den die Kommunen natürlich aufgrund der Lage der kommunalen Haushalte, das wissen wir in den Ländern sehr wohl, immer zu Recht reklamieren, dass sie dort auch an Grenzen stoßen, was diese quasi, Das ist eine vollkommen fundamentale Umgestaltung von Schule letztendlich betrifft, von Schulbau angefangen bis hin zur Ausstattung von Schulen. Wir sehen es in manchen Ländern, dass wir übergehen für bestimmte Softwarelösungen, Landeslizenzen zu kaufen. Da übernehmen wir dann schon die Aufgaben von den Schulträgern. Also an einzelnen Beispielen sehen wir, dass dort sehr, sehr, sehr viel in Bewegung geraten ist. Wir scheuen uns aufgrund der Komplexität noch davor, weil wir da als Bildungsgemeinschaft nicht alleine unterwegs sind, sondern weil da auch noch im Wesentlichen die Kommunalverwaltung, die Innenministerien sehr stark im Rahmen der kommunalen Finanzausgleiche von betroffen sind, dort aufgrund der Komplexität der Materie mutiger voranzugehen. Aber die Zeit wird zeigen, die Praxis wird zeigen, dass wir um diese Veränderungen und Anpassungen nicht drumherum kommen. Da werde ich mich ein wenig darauf stützen in meinen Ausführungen bis hin zu der Frage...
Wie sieht dann die Schule der Zukunft aus? Das ist ein geflügeltes Wort, was uns auch schon seit drei oder vier Jahrzehnten immer wieder begleitet, unterschiedlich neu definiert wird. Aber was mich aus meiner alten Zeit aus Mecklenburg-Vorpommern immer so ein bisschen gestört hat, und ich habe das mal in Schottland beobachtet, ist auch nicht so gut gelaufen dort, aber es war zumindest eine Idee, glaube ich, die die Zukunft hat, dass unsere Schulen einen halben Tag immer leer gestanden haben. Und dass es uns unheimlich schwergefallen ist.
Schule als kommunales Zentrum, gerade auch im ländlichen Raum, ich komme eigentlich aus dem ländlichen Raum und sehe, was da auch die Entwicklungen in den letzten Jahren nicht nur Gutes hervorgebracht haben, dass wir weniger zentrale Plätze haben, wo unterschiedliche Generationen noch zusammenkommen. Und ich träume nach wie vor und ich lasse mich davon auch nicht abbringen, dass Schule so ein kommunales Zentrum ist, ein Lernzentrum für alle Generationen und wenn wir gerade aufgrund, und dann kommt KI jetzt wieder so ein bisschen in die Diskussion mit hinein, weil wir unterschiedliche andere Kompetenzen entwickeln müssen, als die, mit denen wir sozialisiert geworden sind und mit denen Schule groß geworden sind. Und wenn Punya Mishwa aus den Vereinigten Staaten davon redet, dass KI eine kulturelle Technologie ist, dann heißt das, wir werden nicht abschließend in Schule die Grundlagen für unser Wissen, für unser Können legen, sondern was wir auch schon seit Jahrzehnten predigen, lebenslanges Lernen, wird hier greifbar. Ja, also die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo. Die Technologien verändern sich in einem rasanten Tempo. Wir sind von vielen Dingen heute abhängig und nutzen sie so selbstverständlich. Das erfordert aber andere neue Kompetenzen. Die maßgeblichste Kompetenz ist auch die kritische Reflexion.
Aber ich muss dann aber auch Lerngelegenheiten und Bildungslandschaften schaffen, auch die Möglichkeiten für einen intergenerationellen Austausch letztendlich schaffen. Und da kann Schule sowohl in der Stadt als auch im ländlichen Raum ein zentraler Ort sein für generationenübergreifendes Lernen. Und da sehe ich die Zukunft der Schule hinkommen. Das heißt aber auch noch, da haben wir sehr viel Arbeit an unseren eigenen Haltungen letztendlich vorzunehmen, was unser Bildungsverständnis betrifft. Aber auch natürlich dem Verständnis der Generation gegenüber. Und allein, sage ich mal, diese letzte halbe Minute, was ich gesagt habe, macht deutlich, was da alles an Arbeit und konzeptionellen Denken vor uns liegt. Ja, ich kenne solche Konzepte zum Beispiel auch aus Schweden. Also ich hatte da auch Kontakt. Ich glaube, die bauen auch in Brandenburg jetzt schon so ein Schulzentrum. Diese Firma machen hier keine Werbung, aber in Schweden schon zum Beispiel solche Konzepte umgesetzt wurden, Schulen und Altersheime zum Beispiel auf einem Gelände zu bauen, was natürlich den Effekt hat, der Raum steht nicht leer.
Ich sage das jetzt so mal, auch die älteren Menschen sind ja permanent vor Ort. Das reguliert etwas, es gibt keinen Vandalismus. Die passen da auch ein bisschen auf, aber die Generationen kommen auch in den Austausch. Also in vielerlei Hinsicht. Ist es eine Win-Win-Situation für solche Projekte. Also die haben schon ihren Charme. Was die Komplexität des Digitalpacks ist, da muss ich jetzt noch mal nachhaken, weil wir den so ein bisschen verloren haben. Da ist natürlich so, dass diese hohe Komplexität, deswegen machen wir ja den Podcast aus, dass wir darüber reden, für den Lehrer, der in der Schule ist oder für die Eltern oder vielleicht sogar für den Schüler, letztendlich, ja, für die ist das nicht ganz so wichtig. Die wollen halt ihre Lösung geliefert haben. Für die ist wichtig, vielleicht auch zu verstehen, warum es so lange dauert, aber dass die Lösung kommt hinterher, ob der Euro nur 60 Cent vom Bund kommt, wenn die App einen Euro kostet und 40 Cent von den Ländern und dass die Kommune jetzt das noch vermitteln muss, ist denen hinterher so ein bisschen egal. Aber ich glaube, das verstehen sie auch, oder?
Natürlich verstehe ich das und es geht hier letztendlich auch um Basics. Also weil ich gerade auch nochmal den Unterschied zwischen ländlichen Raum und Stadt hier betont habe, Ich bin bei mir zu Hause schon ziemlich frustriert, wie lange es dauert, bis wir einen Glasfaseranschluss bekommen und bin ja schon froh, wenn der Anbieter mir ein Kundenportal zur Verfügung gestellt hat, wo ich dann vielleicht in zwei, drei Jahren die Aussicht habe, einen Glasfaseranschluss zu haben. Der soll es noch aus Privatnutzern. Aber mit dem gleichen Problem sind Schulen natürlich konfrontiert. Wenn die nicht für ihre Schulen einen belastungsfähigen, skalierbaren Internetanschluss haben, womit sie dann auch diese Online-Tools dann letztendlich nutzen können, dann ist es schwierig zu argumentieren an der Stelle. Auf der anderen Seite sage ich, ich habe es in einem anderen Vortrag die Woche mal so gesagt, auch ein Klavier im Klassenraum bedeutet noch nicht, dass wir vollendete Pianisten dann hervorbringen und so ist das letztendlich auch mit der Digitalität.
Wir in Deutschland neigen auch dazu, bestimmte Entwicklungen mit einer gewissen Fundamentalität zu begleichen. Und wir lernen auch jetzt bei der Einführung von Technologien in Schule, dass es natürlich darum geht, sinnvoll die Technologien einzusetzen. Wir lernen aber auch bei dieser rasanten technologischen Entwicklung, dass es eine kritische Reflexion im pädagogischen Sinne bedarf. Und deswegen war es ja für die KMK immer wichtig zu sagen, Pädagogik vor Technik. Also wir müssen dann schon immer auch bei der Einführung bestimmter Technologien, KI eingeschlossen, überlegen, macht das an welcher Stelle pädagogisch Sinn wir die Technologie dort einsetzen. Aber nochmal zur Frage kulturelle Technologie zurückzukommen.
Wovon ich überzeugt bin, ist, dass sich mit KI das Lernen an sich fundamental verändern wird. Und das beobachte ich noch mit einer gewissen Herausforderung und Spannung, weil mich das auch total interessiert, wie wir pädagogisch, didaktisch auf diese technologischen Entwicklungen reagieren. Wenn wir sagen, die KI oder das Internet hält ja unheimlich viel Wissen vor oder bereit, so viel Wissen, wie wir als Menschen hier überhaupt gar nicht in der Lage sind zu erfassen und zu verarbeiten. Es ist natürlich der Reiz groß, sich auf diesen Wissensspeicher, der täglich für mich in jeder Lebenssituation per Smartphone verfügbar ist.
Da sozusagen die richtigen Ebenen zu finden, was muss ich als Mensch noch lernen, also die Frage der humanoiden Intelligenz und kognitiven Leistungsfähigkeit. Was ist das Wissen, was ich brauche, um letztendlich kritische Reflexion zu ermöglichen, damit nicht das, was im Internet auch mit allen Vorurteilen, Bindestrich Bias, verbreitet wird, intendiert oder nicht intendiert, das lasse ich alles nochmal dahingestellt. Aber diese Frage kritische Reflexion und was ist die Grundlage für kritische Reflexion und wie reagiert Schule auf diese veränderte Welt des Wissenserwerbs? Was sind die notwendigen Fundamente? Ich glaube, diese Fragen müssen aus meiner Sicht alle neu definiert werden. Um es mit Michael Crow, dem Präsidenten von Arizona State University, zu formulieren. Die Zukunft der Bildung liegt darin, dass wir anpassungsfähige Lerner ausbilden. Aber bis dahin, wie wir zu diesem Verständnis kommen, glaube ich, ist ein weiter Weg, weil das, glaube ich, an den Grundfesten unseres pädagogischen Verständnisses, unserer Didaktik, unseres Wissenserwerbes rüttelt und wir uns grundlegend neu auf die Suche machen müssen, um Lernen, Wissen.
Humanoide Intelligenz zu definieren und auf diese Möglichkeiten dann letztendlich auszurichten, dass auch künftige Generationen wirklich gut damit umgehen können. Ja, da kann ich auch noch auf zwei andere Folgen verweisen, die wir hier gesendet haben. Einmal, die wird Ihnen auch bekannt sein, Professor Ulrike Kress.
Die ja auch SWK-Mitglied ist und die hat eben gesagt, ist ähnlich wie mit dem Klavier, sie hat gesagt, nur weil man ein Brockhaus im Schrank hat, wird man noch nicht schlauer, also wir müssen mit KI auch umgehen. Und Ranga Yogeshwar, der hat sich doch ein bisschen kritischer geäußert zum Lernen, der sagt auch schon, ja, KI ist wichtig, wir müssen uns damit auseinandersetzen, aber das Lernen dürfen wir nicht entemotionalisieren. Das heißt, wir brauchen diese Auseinandersetzung, auch diesen Widerstand, also dass wir nicht gleich zum Ergebnis kommen, dass wir diesen Prozess des Lernens als emotionalen Wachstumsprozess verstehen. Und dann kann man beides auch zusammen denken. Wir denken ja oft so in Polen, also keine KI, wir müssen das so wie früher machen. Das meint ich damit, dass wir sehr fundamental auf bestimmte Sachen reagieren und dann merken drinnen, da geht uns gerade was verloren. Und das ist eben dieser Abwägungsprozess, was gewinnen wir, aber reflektieren wir bitte aber auch, was wir verlieren, wenn wir sozusagen die Dinge so betrachten und was benötigt ist. Und deswegen spreche ich auch gerne von humanoider Intelligenz im Gegensatz zu maschineller Intelligenz letztendlich. Und diesen Unterschied müssen wir uns ganz stark bewusst machen.
Um diese letztendlich künstliche Intimität, wie das Mischra auch nennt.
Dieser nicht auf den Leim zu gehen. Eigentlich haben sie es schon beantwortet, aber ein letzter Satz. Schule der Zukunft, was wünschen Sie sich in fünf Jahren? Ich versuche es mal bei dem, was ich gesagt habe, zu bleiben. Also ich möchte, dass das System spielfähiger wird im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Und wir diskutieren ja jetzt schon in gewissen Fachzirkeln darüber und das könnte in fünf Jahren durchaus an Form gewinnen über alternative Prüfungsformate. In dem, was wir gerade diskutiert haben, macht es doch keinen Sinn mehr, wenn wir in Prüfungen Wissen abfragen. Das entbehrt nicht einer gewissen Absurdität. Aber wir können schon mal reflektieren, ob die Schülerinnen und Schüler zu prozessorientierten Denken in der Lage sind, indem sie mal unter Beweis stellen, mit was für einen Promts oder mit was für einen Promptprozessen sie eine KI herausfordern, um ein darstellbares Ergebnis dann auch zu erlangen, das dann auch, sage ich mal, einer Übertrüfung standhält. Das sind sehr einfach gerade, aber formuliert, aber doch mit gewissen Herausforderungen verbunden, hier Prüfungsformate zu entwickeln, die den Anforderungen der Zeit dann auch letztendlich standhalten. Thema Prüfungsformate ist ja auch ein sehr heiß diskutiertes Thema, hatten wir ja auch schon.
Prüfungen haben ja normative Wirkungen auf das, was vorher passiert. Das ist ja immer das Entscheidende dabei. Es gibt ja schon diesen Anteil, Präsentationsprüfungen haben ja auch schon manche Bundesländer, da geht es ja schon in diese Richtung. Aber Sie sahen das richtig, manche Bundesländer haben Präsentationsprüfungen. Ich verstehe, ich habe meine erste Präsentationsprüfung, glaube ich, vor zehn Jahren in einer Schule gesehen und heute noch streiten wir über Präsentationsprüfungen, Sinn oder Unsinn. Ich glaube, Hamburg hat das schon, habe ich es auch im Rahmen der Schulinspektion, habe ich es dort auch in den Unterlagen gesehen und da wurde darüber reflektiert und wir haben uns Prüfungsformate angesehen.
Ja, da ist es mir das erste Mal auch begegnet 2017 oder 16. Gut, an dieser Stelle vielen herzlichen Dank, dass sich die Zeit genommen haben, dass wir vielleicht auch ein bisschen den Begriff KMK entmystifiziert haben oder auch noch mal ein bisschen tiefer hineingeschaut haben, nur zu so einem Codewort oder zu so einem Slogan, an dem sich manche abarbeiten, aber gar nicht so tiefer hineinschauen können. Wir sehen uns dann beim Deutschen Schulleitungskongress. An dieser Stelle schaut auch nochmal in die Shownotes, da haben wir alle Infos, aber das erklären Viola und ich gleich auch nochmal im Nachgespräch. Ihr könnt nämlich beim Deutschen Schulleitungskongress dabei sein, könnt ihr Udo Michalek auch selbst eine Frage stellen bei der Keynote, da gibt es ja auch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Wenn ihr noch mehr wissen wollt, wenn das hier nicht gereicht haben sollte, dann kommt zum Deutschen Schulleitungskongress, zum Deutschen Schulträgerkongress nach Düsseldorf. Vielen herzlichen Dank und bis bald. Ich freue mich. Danke.
Ja, Gerhard, ein wirklich starkes Gespräch, muss ich sagen. Und ich fand beeindruckend, wie ruhig und präzise Udo Michalik erklärt, was die Kultusministerkonferenz eigentlich leistet. Das war mir so auch noch nicht ganz klar. Du hast es im Intro schon gesagt, das ist so ein bisschen eine wabernde Instanz, wenig greifbar teilweise, aber hier ist es nochmal deutlicher geworden. Also echtes Nachdenken über Verantwortung und natürlich auch darüber, was Schule im Jahr 2025 wirklich braucht. Was ist denn bei dir so am meisten hängen geblieben? Ich kenne den Satz schon, weil er Ihnen beim Schul-Summit auch gesagt hat, wir müssen das System spielfähiger machen im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Das heißt, mehr Verantwortung für die Schulen vor Ort, mehr Freiräume geben.
Mehr Vertrauen an die Schulleitungen geben. Das ist ja auch ein wichtiger Impuls. Ich denke, das wird ja beim Deutschen Schulträgerkongress, beim Deutschen Schulleitungskongress, die im Übrigen als ein Event stattfindet. Es ist eine große Veranstaltung. Ja, das ist ja ein schönes Bild. Also danach sehen sich auch viele Schulleiter. Und klar, wir wollen gestalten, wir wollen Freiräume haben, wir wollen Tools vielleicht auch nutzen, mit denen wir in der Digitalität lernen. Wir wollen Möglichkeiten haben, unsere Schulen so einzurichten, sprich von der Möblierung, von den Lernräumen her. Und ich glaube, das meint er damit. Und Veränderung beginnt nicht erst in der Schule, sondern auch um sie herum. Also die KMK kann ja dafür den Rahmen schaffen. Ja, absolut. Dafür ist sie ja auch da. Und ich finde in diesem Satz, wir müssen das System spielfähiger machen, steckt ja auch so das Wort so Flexibilität. Schneller agieren zu können, agil zu sein, sich anpassen zu können, finde ich sehr gutes Statement.
Was ich noch bemerkenswert fand, war der Satz Pädagogik vor Technik. Das ist ja auch etwas, was wir hier immer wieder proklamieren, obwohl wir mit den DGs natürlich diese wunderbaren digitalen Unterrichtseinheiten geschaffen haben. Aber nichts schlägt die Beziehungsebene. Trotzdem muss man sagen, es klingt erstmal einfach. Pädagogik vor Technik ist aber ein Satz mit Wucht. Gerade in dieser Zeit in der KI, Plattform und Digitalisierung alles durchdringen. Dringend. Schau dir das mal an oder hört noch mal rein. Denkt mal an diesen Podcast, der auch speziell für den Deutschen Schul-Leitungskongress war mit Matthias Seidler, der das ja auch sehr präzise beschrieben hat, wie er Beziehungsarbeit macht. Genauso fördert er auch den Umgang mit digitalen Tools. Also es geht darum, über eine Glaubwürdigkeit, über eine Zuwendung, Kinder für das Lernen zu erschließen und vor allem das Lernen ausschließlich von den Kindern zu verstehen. So machen wir es bei den Digis ja auch. Dass wir Angebote schaffen, auf die Lehrer zurückgreifen können, wo sie wissen, hier ist so ein interessantes Thema, ich schnappe mir mal eins raus, was wirklich an der Alltagswelt orientiert ist, Instapoesie. Daran können die Kinder die Jugendlichen anknüpfen und dann schaffe ich auch Beziehungsarbeit durch eine Glaubwürdigkeit. Nehmen wir den Matthias nochmal, der selber sehr aktiv ist auf Social Media.
Jetzt unabhängig ab, wann man damit anfangen soll, ihr kennt meine kritische Meinung, aber wir reden jetzt mal von Jugendlichen, dann zeigt man auch, okay, der kennt sich aus, er hat hier etwas rausgesucht, was unserer Lebenswelt entspricht. Oder im besten Fall merkt man gar nicht, dass hier etwas speziell rausgesucht wird, sondern es ist immer so im Unterricht, dass sich der Unterricht an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientiert. Das ist wichtig.
Und dann kommen die beiden Sachen noch hinzu. Ich kann es auf eine moderne Art und Weise präsentieren, aber Beziehung first.
Und apropos digital und analog, da sind wir eigentlich schon bei dem roten Faden, der sich hier auch durchzieht durch unsere Kooperation mit dem DSLK. Denn wir haben jetzt natürlich viele tolle Folgen online gebracht, aber das Highlight steht ja kurz bevor, Gerd.
Verrate doch mal, worauf wir uns schon freuen und ja, was wir bald ganz live erleben werden. Wir sind in Düsseldorf natürlich groß mit dabei und wir haben unsere gläserne Podcastbox. Das wird sehr cool. Ich bin sehr gespannt. Es sieht bei den Entwürfen, die wir schon anschauen durften, wirklich toll aus. Und sie ist gläsern, damit wir also den Kontakt direkt nach außen haben zu den Zuschauern, Zuschauerinnen und ganz viele Stimmen auch wirklich live einfangen können vom DSLK in Düsseldorf. Da werden wir sicherlich auch noch Schulträgerinnen, Schulträger, Lehrkräfte, Startups treffen.
Ganz, ganz viele und vielleicht ja auch einige von euch, die uns jetzt zuhören. Dann kommt auf jeden Fall vorbei und sagt Hallo. Ja, es wird unser Hey Digis Wohnzimmer auf dem DSLK. Und wir werden auch einen Live-Podcast aufnehmen, an dem ihr, also nicht nur in der Box, sondern wir gehen auch auf die Stage und wir haben uns jemanden einladen, die Daniela Heinrich-Stiller, die war Lehrerin des Jahres vor kurzem. Die bringt das Thema MINT ihren Schülern ganz nahe. Auch ein ganz wichtiges Thema. Ein super wichtiges Thema. Da haben wir ja auch demnächst eine spannende Folge, können wir schon einen Ausblick geben, mit der Dr. Nina Smit von der Siemens-Stiftung, die sich auch sehr im Bereich MINT-Bildung einsetzen. Aber nochmal zurück zu unserem Live-Podcast. Es wird nämlich auch ein großes Event auf der Bühne. Sprechen wir mit der Daniela und sie ist ja wirklich eine Lehrerin, die die Kinder erreicht mit Herz, Humor und Haltung. Und natürlich möchten wir von ihr wissen, wie lernt. Da sind wir direkt wieder bei unserem Thema, was wir gerade schon diskutiert haben.
Darauf kommt es ja letztlich auch zurück und das ist ja auch die große Kunst, beides miteinander zu verknüpfen, damit Lernen wirklich nachhaltig funktioniert. Also wir werden über viele Themen mit ihr sprechen und natürlich auch darüber, was Schule braucht, um Lehrkräfte langfristig stark zu machen, fachlich und menschlich. Ja, dazu gibt es verschiedene Masterclasses. Ich bin ja auch mit meiner neuen Firma dort, Manage Now. Da werden wir zwei Masterclasses haben, einmal zum Thema Schulplattformen, aber eben auch das Thema Ganztag, Basketball macht Schule. Da habt ihr auch schon mal was gehört in der Live-Folge aus Rostock. Mit den Digis sind wir, ihr habt es schon gehört, unser Live-Podcast, aber auch zu einer Masterclass Digis, wie man sie in der Schule einsetzen kann und wie man das Lernen der Kinder damit fördern kann. Dazu werden wir einiges euch präsentieren. Also das wird eine ganz aufregende Zeit für uns beim DSLK. Wir hoffen, dass wir ganz viele von euch dort treffen werden. Wir haben eine Menge Stoff vorbereitet, freuen uns auf viele Begegnungen und ganz viel gute Energie.
Wenn ihr jetzt denkt, Mensch, das klingt doch super und ich mache mich auf den Weg nach Düsseldorf, dann tut ihr das am besten mit dem Rabattcode, den wir für euch nämlich auch vorbereitet haben. Und den findet ihr direkt mit einem Klick in den Shownotes. Der gilt auch für Tagestickets und für vergünstigte Tickets. Also könnt ihr nochmal sparen. Genau. Und wer das nicht schaffen sollte, aber immer top informiert bleiben möchte, der abonniert unseren Podcast Hey Diggis, so geht Lern heute, teilt unsere Folgen und sagt es weiter. Denn wir sind dort, wo Schule Zukunft atmet. Und wir atmen alle zusammen in Düsseldorf. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele von euch dort in Düsseldorf treffen. Live, laut, voller Ideen. Wir wollen uns austauschen. Wir freuen uns auf euch. Bis dann. Das war Hey Diggies, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcastplattformen.