Ein Hinweis vorweg. In dieser Folge sprechen wir auch über mentale Gesundheit und psychische Belastung. Wenn dich das berührt oder du selbst betroffen bist, sprich bitte mit jemandem, dem du vertraust. Oder such dir professionelle Hilfe. Du bist nicht allein.

Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissenspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel.

Hey Diggis, so geht Lernen heute. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute mit einer besonderen Folge, denn ich konnte diesmal nicht mit dabei sein. Warum? Erzählt euch jetzt Viola. Ja, Gerd war unterwegs im Zug. Ich habe zweimal probiert. Zweimal habe ich gecrasht. Ich wollte gerade sagen, es war eine sehr besondere Fahrt. Gerd hat sein Bestes gegeben, um dabei zu sein, was letztlich nur zu großer Konfusion und diversen Customer Support Anfragen meinerseits an unser Aufnahmetool führte. Denn die Tonspur war permanent unterbrochen, aber wir haben es natürlich wunderbar hingekriegt, mein Gespräch mit Patricia Riegel. Ja. Kommen wir gleich zu. Aber ich hätte ja die Chance auch nutzen können, selbst Entzug aufzunehmen, denn neben mir saß nicht ein Basketballer, ein Basketballtrainer, für den ich ihn gehalten habe, sondern Abdelkarim. Drei Stunden neben mir. Mensch, da hättest du doch eigentlich direkt wieder einen rasenden Reporter machen müssen und sofort das Mikro unter die Nase halten. Ja, so ein bisschen wie er selbst das in der Heute-Show macht. Aber nee, habe ich nicht gemacht. Am Ende gab es noch ein Foto und ich habe ihn noch angeschrieben. Naja, vielleicht ist er ja hier bald, demnächst mal bei uns im Podcast. Ja, also eine typische Gerd-Geschichte, würde ich mal sagen, die aber irgendwie noch passt.

Denn heute geht es ja um einen Menschen, den man vielleicht nicht sofort richtig einordnet, so wie es dir im Zug ging. Aber die Patrizia Rieke ist wirklich eine Person, die Unglaubliches leistet. Ja, und wir kennen sie natürlich als Promi-Expertin, als Chefredakteurin der Bunden. Aber sie ist auch jemand, der sich für Kinder stark macht. Und daher kennt ihr euch ja beide auch. Richtig. Wir kennen uns von ihrer Arbeit mit der Tribute to Bambi Stiftung und ich muss auch sagen, ich habe sie jetzt schon öfter auch persönlich treffen können und sie hat mich jedes Mal sehr beeindruckt. In meinem Kopf war sie auch so die Chefredakteurin der Bunte, aber sie hat ja schon damals in ihrer aktiven Zeit angefangen für die Tribute to Bambi Stiftung zu arbeiten und macht das jetzt auch hauptberuflich. Und da steckt so viel Herzblut drin, auch in den ganzen Projekten, die sie umsetzen, zum Beispiel in diesem wunderbaren Kinderhaus am Ammersee, was ich ja auch live besuchen durfte und vor Ort mit ihr gesprochen habe. Und das war auch so der Moment, wo ich dachte, Mensch, wir müssen Patrizia Riegel einladen zu Hey Digis, so geht Lernen heute. Denn wir sind ja dafür da, das Lernen zu unterstützen, Bildung, aber natürlich damit auch den kompletten Lebensweg. Und genau das ist auch der Ansatz der Tribute to Bambi Stiftung. Also lass uns darüber reden. Los geht's. Hey Digis, so geht Lernen mit...

Patricia Riekel. Heute widmen wir uns einem Thema, das uns alle berührt. Kinder, die in schwierigen Lebenssituationen aufwachsen und dringend Unterstützung brauchen. Und dazu haben wir eine Frau eingeladen, die seit vielen Jahren mit Herz und Leidenschaft genau dafür kämpft. Patricia Riekel Viele kennen sie aus ihrer Zeit als Chefredakteurin der Zeitschrift Bunte als eine der einflussreichsten Journalistinnen Deutschlands. Sie hat gesellschaftliche Debatten mitgestaltet, Mode- und Kulturthemen geprägt und den Menschen stets in den Mittelpunkt gestellt.

Schon während ihrer Zeit als bunte Chefredakteurin hat sie sich ehrenamtlich für die Tribute-to-Bambi-Stiftung engagiert. Nun ist sie Vorstandsvorsitzende der Stiftung und setzt sich dafür ein, dass Kinder, die in Not sind, Chancen auf eine bessere Zukunft bekommen. Mit konkreter Hilfe, mit dem Bambi-Kinderhaus und mit Projekten, die Mut machen. Wir freuen uns sehr, dass Sie heute unser Gast sind, liebe Frau Rickel. Hallo, grüß Gott und danke für diese sehr nette Vorstellung. Okay. Sehr gerne. Ich muss dazu auch direkt sagen, Sie haben natürlich einen beeindruckenden beruflichen Weg hinter sich. Und ja, auch wenn Sie es nicht wissen, Sie begleiten mich natürlich schon lange. Denn als fleißige, bunte Leserin erinnere ich mich an wirklich Jahre, wo ich die Zeitschrift aufgeschlagen habe. Und Sie waren erst mal da mit Ihrem Bild, haben so die kleine Einführung geschrieben, die ich wirklich oft gelesen habe. Und ja, von daher sind das viele Jahrzehnte, die ich Ihnen so gesehen schon treu geblieben bin. Jahrzehnte, da sehen Sie aber viel jünger aus. Sie müssen das schon als Kind gelesen haben.

Dankeschön. Ja, tatsächlich habe ich das, weil natürlich das ist wahrscheinlich auch so ein bisschen eine Generationenfrage. Die Mama liest das und dann blättern die Kinder drin rum und finden es dann später auch interessant. Aber auch schon damals war es Ihnen ja wichtig, während Ihrer journalistischen Karriere nebenbei auch noch die Arbeit für Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Was war da so Ihre Motivation? Als Journalistin 50 Jahre lang habe ich mich natürlich auch immer sehr viel mit gesellschaftlichen Themen und Problemen befasst. Und ich habe mich auch oft gefragt, warum in unserer Gesellschaft die Rücksichtslosigkeit der Egoismus so zugenommen hat. Also von meiner Sicht aus, ob das im Straßenverkehr ist, ob das in politischen Gesprächen und Diskussionen stattfindet oder auch im Privatleben. Es kommt mir so vor, als würden die Menschen überhaupt nicht mehr aufeinander achten.

Und ich bin ja der Meinung, Menschen werden ja geprägt durch ihre Kindheit, durch Vorbilder, durch die Eltern. Und wenn wir etwas in dieser Gesellschaft verbessern wollen, wenn wir wollen, dass unsere Gesellschaft positiv bleibt, ich will es mal so ausdrücken, dann müssen wir bei den Kindern anfangen. Die Kinder brauchen Respekt, Kinder brauchen bedingungslose Liebe und sie brauchen Aufmerksamkeit. Und es gibt eben sehr viele Kinder in Deutschland, sehr viele Jugendliche, die das alles nicht erleben, weil sie aus dysfunktionalen Familien kommen, weil sie Gewalt erleben, weil sie von Armut bedroht sind. Das hat mich wirklich schon lange beschäftigt und deswegen habe ich mit Philipp Welte, unserem Vorstand von Hubert Bordermedia.

Haben wir 2001 gedacht, was können wir denn Positives bewirken, wir als Journalisten. Wir waren verantwortlich für die Bambi-Gala und haben uns überlegt, naja, vielleicht kann man die Strahlkraft von so einem Ereignis auch für was Gutes nützen. Und da haben wir überlegt, wem können wir helfen? Straßenkinder. Straßenkinder sind ein relativ unbekanntes Problem in Deutschland. Also aktuell betrachtet haben wir etwa fast 50.000 Kinder und Jugendliche, die von Obdachlosigkeit bedroht sind oder bereits auf der Straße leben.

Wie kann das passieren? Das sind Kinder, die von zu Hause weglaufen, Jugendliche natürlich, vor allem, weil sie einfach zu Hause nur Ablehnung vorfinden. Und ich habe mal in Berlin ein Mädchen getroffen, der ist auf der Straße lebt, 14 Jahre alt und ich habe gefragt, warum bist du nicht zu Hause? Ja, sagt sie, meine Mutter hat einen neuen Freund und sie sagt, Ich kann dich hier nicht gebrauchen und deswegen kann ich nicht zu Hause sein. Also das sind Schicksale. Also wir haben uns überlegt, wir sammeln für Straßenkinder, da gab es auch einen Verein. Das fing ganz klein an, wir haben ein kleines Fest gemacht, wir haben Geld gesammelt und waren also auch positiv überrascht, wie viele Menschen auch bereit waren, da etwas zu spenden. Und so entstand eigentlich die Tribute to Bambi Stiftung mit dem Wunsch, benachteiligten Kindern Unterstützung zu geben, sie zu fördern, ihnen eine Chance zu geben, dass sie so aufwachsen, dass sie auch wissen, dass sie es wert sind, geliebt zu werden, damit sie in dieser Gesellschaft auch auf Fuß fassen können. Das ist ja nicht so einfach. So hat es bei uns angefangen.

Daraus ist eine riesengroße Sache entstanden. Ja, das ist sie allerdings. Und bevor wir auch noch weiter über die Tribute to Bambi Stiftung und über die wichtige Arbeit da sprechen, würde ich gerne nochmal ein Stück zurückgehen. Weil ich finde schon so dieses Spannungsfeld, was sich da für mein Empfinden auftut, also diese Arbeit in der bunten, die ja einfach Glamour, Glitzer, Promis, die schöne Welt, man guckt sich das an, viele denken, ach, ich würde auch gerne so leben. Es ist viel Reichtum und Überfluss da auch sichtbar und dann dieser Kontrast.

Wie war das für Sie? War das schwer, da so ein bisschen zwischen den Welten zu tanzen oder haben Sie einfach wirklich ein Herz, was in beide Richtungen schlägt? Ich glaube, mir ist es so gegangen wie sehr vielen Menschen in Deutschland. Ich habe gewusst, dass es eine gewisse Ungerechtigkeit im Leben gibt. Die einen leben auf der Sonnenseite, andere mehr im Schatten. Und meine Arbeit natürlich bei Bunte hat mich vor allem in die Welt geführt, wo es scheinbar klammerös zugeht, wo keine Not herrscht, was übrigens auch gar nicht stimmt. Denn Reichtum allein schützt nicht vor Problemen jeder Art, seelischen Problemen. Und ich habe durch die Tributo-Bahnbestiftung gelernt, genauer hinzusehen. Und in all den Jahren, wo ich jetzt für diese Stiftung arbeite, bin ich so vielen Schicksalen von Kindern und Jugendlichen begegnet. Das hat mich nicht nur betroffen gemacht, sondern es hat auch mir das Gefühl erzeugt, da muss was getan werden. Wir brauchen viele Menschen, die uns unterstützen, viele Menschen, die auch mal dahin schauen, wo es einfach nicht so schön ist.

Und die Zeiten sind ja auch schwierig. Auf der einen Seite ist es die Armut, auf der anderen Seite ist es Einsamkeit, was immer mehr Kinder befasst. Die Diskrepanz zwischen dem glamourösen Leben der Prominenten und der Stars, die Armut, Einsamkeit, Isolation von so vielen Kindern und Jugendlichen, die auch Gewalt erleben in jeder Form, die vielleicht sich gemobbt fühlen. Das ist in den Schulen ein riesengroßes Problem, die durch Migrationshintergrund auch isoliert sind, Sprachprobleme haben. Wenn man das alles mal zusammenzählt, wir kommen auf wahrscheinlich eine Million, zwei Millionen, drei Millionen Kinder in Deutschland.

Die wirklich Hilfe brauchen. Und ich will Ihnen auch sagen, warum das so wichtig ist. Wenn wir diesen Kindern nicht helfen, dann wachsen sie auf und werden zu Erwachsenen, die durch Ablehnung geprägt sind und denen es sehr schwer fallen wird, in dieser Gesellschaft Empathie zu finden und zu verbreiten. Die werden Schwierigkeiten haben, sich an die Regeln der Gesellschaft zu halten. Und deswegen glaube ich, wenn wir Kinder und Jugendliche stärken durch Liebe, durch Bildung, durch emotionale Zuwendung, was das Selbstbewusstsein stärkt, dann tun wir etwas auch für uns, weil das sind später die Menschen, die unsere Gesellschaft prägen. Absolut. Das sind die Kinder, bei denen wir ansetzen müssen. Das sehen wir ja auch natürlich, wenn wir auch in den schulischen Bereich mal eher blicken. Kinder, die ohne Schulabschluss abgehen, das ist letztlich auch ein großes gesellschaftliches Problem, die sich einfach verlieren in dem System, die nicht aufgefangen werden. Auch da müssen wir natürlich ran. Und ich finde das toll, dass Sie auch so früh ansetzen mit Ihrer Arbeit, also im Leben eines Kindes so früh. Sie haben jetzt schon ein bisschen die Arbeit der Tribute-to-Bambi-Stiftung angesprochen. Vielleicht können Sie uns da nochmal konkreter abholen, was die Stiftung macht.

Dann haben Sie ja auch jetzt erstmalig was ganz Großes für Sie realisiert, nämlich wirklich ein eigenes Projekt. Nehmen Sie uns doch mal mit, bitte auf diese spannende Reise. Ich will erstmal erklären, was die Triple-to-Bambi-Stiftung wirklich tut. Also wir unterstützen vor allem private Initiativen und Projekte, die sich um Kinder und Jugendliche in Not kümmern. Also wir unterstützen jetzt nicht Einzelfälle, sondern das sind immer Projekte. Und diese Projekte werden in der Regel getragen von sehr engagierten ehrenamtlichen Erwachsenen. Das sind Eltern, das sind manchmal Krankenschwester, das sind Sozialhelfer, das sind Priester. Das sind Menschen, vor denen ich den aller, aller, allergrößten Respekt habe. Ich würde eher mich verbeugen vor einem dieser Menschen, die solche Projekte initiieren, als vor irgendeiner königlichen Persönlichkeit. Das ist mir auch wichtig.

Wir unterstützen also solche Projekte und wir fördern, zum Beispiel übernehmen wir Personalkosten, wir übernehmen Einrichtungen. Ich mache mal ein schönes Beispiel. Es gibt in Kassel einen Verein, der heißt Intensivleben. Das ist ein Verein, der mich nachhaltig beschäftigt und beeindruckt. Das ist ein Verein von Eltern, von Kindern, die intensiv beatmet werden müssen. Das sind Kinder, die immer liegen liegen. Und die sich also praktisch nicht bewegen können. Manche Kinder können sich nur verständigen, indem sie mit dem Augenlid irgendwie arbeiten. Das muss man sich vorstellen. Die liegen im Bett, sind aber da. Die Kinder sind da nur durch Krankheit, durch Unfälle. Also solche Schicksalsschläge sind sie praktisch bewegungslos und müssen künstlich beatmet und ernährt werden. Diese Initiative, diese Eltern versuchen sich gegenseitig zu helfen, weil es gibt immer Schwierigkeiten mit den Krankenkassen, immer Schwierigkeiten mit den Behörden. Denn alle, alle staatlichen Stellen wollen natürlich sparen und fangen da an, wo die Lobby möglichst kaum sichtbar ist. Und diesen Verein, den unterstützen wir, haben Betreuungskosten übernommen.

Aber vor allem, das war für mich ein Erlebnis, haben wir denen ein Lastenfahrrad, ein E-Bike geschenkt. Warum? Diese Kinder liegen ja ihr Leben lang im Bett und es ist sehr schwierig, dass die mal rauskommen. Das ist sehr umständlich. Und mit diesem speziell angefertigten Lastenfahrrad können die Kinder quasi mit ihrem Rollstuhl, können sie da draufgesetzt werden und die Eltern können mit den Kindern einfach rausfahren und Ausflüge übernehmen. Das ist etwas ganz Einfaches, Simples, aber für diese Eltern war das finanziell nicht zu stemmen. Und das zu beobachten, was die Kinder da für einen Spaß haben und die Eltern, was das für eine Erleichterung ist, das hat uns alle hier in der Stiftung unglaublich berührt.

Also sowas machen wir zum Beispiel. Ich würde gerne einmal an der Stelle einhaken, weil das ist natürlich wieder so eine tolle Initiative, die Sie gerade schildern. Und ich durfte nämlich auch noch eine von Ihren Projekten näher kennenlernen. Ich habe sie bei der Bambi-Gala, saßen wir zusammen an einem Tisch, die beiden Verantwortlichen von der Blue Box. Das ist ein auch gemeinnütziger Verein, der in Berlin-Lichtenberg arbeitet und ganz tolle Bildungsangebote. Dort schafft Räume für Kinder, die anderweitig keine Möglichkeit der Teilhabe haben. Und die hatte ich auch letztens im Pitch des Monats. Da hatte sich nochmal der Carsten in Ruhe vorgestellt und nochmal erzählt, was er alles macht, was die mittlerweile auf die Beine stellen. Mit so viel Herzblut und so viel Engagement und natürlich auch sehr dankbar für die Unterstützung, die da von der Tribute-to-Bambi-Stiftung kommt an der Stelle. Also wirklich ganz, ganz viele tolle Projekte, wobei ich es mir auch sehr schwierig vorstelle, da wirklich was auszuwählen. Sie bekommen wahrscheinlich sehr viele Anfragen, oder? Ja, wenn man uns braucht und Unterstützung haben möchte, muss man sich bei uns bewerben. Und wir haben bestimmt 60, 70, 80, 90 Anfragen jedes Jahr. Und es ist manchmal sehr schwer, da zu entscheiden, wer Hilfe dringender braucht als ein anderes Projekt. Das müssen wir dann halt immer entscheiden. Das geht nicht anders.

Manchmal ist es auch nur, es ist ja nicht immer nur riesige Summen. Also manchmal braucht so ein Projekt einfach nur mal ein paar tausend Euro, weil man zum Beispiel eine Anschaffung braucht. Wir haben zum Beispiel eine Initiative, die sich um Kinder kümmern, die sehr jung sind, so fünf, sechs Jahre, die aus dysfunktionalen Familien kommen und die einfach wütend sind. Wütende Kinder, Kinder, die sich nicht anders ausdrücken können, als dass sie alles kurz und klein schlagen, was ihnen irgendwie in die Hände kommt. Und für solche Kinder wurde dann ein Raum eingerichtet, in dem sie einfach wütend sein dürfen, wo nichts richtiges kaputt geht und wo sie sich nicht verletzen. Das sind manchmal solche Sachen. Und wenn man darüber nachdenkt, was Kinder erlebt haben müssen, damit sie um sich schlagen, es liegt da nicht nur an Armut.

Wir denken immer, wenn wir von Kindern Not sprechen, denkt man ja, ja, das ist halt Armut und so weiter. Nein, nein, eine Vernachlässigung findet in jeder gesellschaftlichen Schicht statt. Auch Eltern, die eigentlich Geld haben, um für alles zu sorgen, die aber einfach nicht anwesend sind. Das ist für Kinder genauso schwierig als Eltern, die krank sind und sich nicht um ihre Kinder kümmern können. Absolut, das ist wirklich ein Trugschluss. Finde ich auch gut, dass Sie da nochmal darauf hinweisen. Ich habe selber auch mal an einer sehr teuren Privatschule gearbeitet und man soll bitte nicht denken, dass es dort keine Probleme geben würde. Das ist einfach ein Irrglaube, sondern teilweise diese Art der Wohlstandsverwahrlosung ist wirklich auch ein Thema, was viele Kinder betrifft und toll, dass sie da diese Räume und Möglichkeiten auch bieten. Was mich bei der Arbeit vor allen Dingen berührt, ist immer dieser.

Ja, ich merke auch, wenn Sie sprechen, dieses Menschliche, Sie sind so berührt davon. Es ist kein Job, es war auch immer sicherlich mehr als ein Ehrenamt. Das ist wirklich Ihr Herzensanliegen, da eine Veränderung zu schaffen. Und ich durfte ja auch bei der Eröffnung des Tribute to Bambi Kinderhauses am Ammersee dabei sein. Die waren da, der Philipp Welter hatten Sie schon erwähnt, der war auch da. Und das war so berührend, wirklich berührend. Also es war äußerst emotional auch die Ansprache, die er gehalten hat. Man hat also gemerkt, Mensch, da steckt so viel mehr drin als Geld. Können Sie uns bitte zu dem neuen Kinderhaus mal sagen, was daran so besonders ist? Ja, und auch vielleicht wirklich, warum es Sie so sehr berührt. Mit dem Bambi-Kinderhaus wollen wir in erster Linie Heimkindern eine Chance geben, eine Auszeit zu nehmen. Eine Auszeit, das klingt ja schon fast sehr erwachsen. Aber es gibt ja eine Zahl, also wir haben ungefähr 200.000 Heimkinder in Deutschland. Also Kinder, die nicht bei ihren Familien aufwachsen können. Es hat also die unterschiedlichsten Gründe.

Eltern, die vielleicht Drogen nehmen, Eltern, die krank sind, Eltern, die einfach physisch und psychisch nicht in der Lage sind, sich um ihre Kids zu kümmern. Von diesen 200.000 Kindern haben 80.000 das, ich möchte nicht von Glück sprechen, aber den Vorteil, dass sie in Pflegefamilien aufwachsen können. Da haben sie einigermaßen familiäre Strukturen und 120.000 Kinder leben in Heimen. Und was bedeutet das für die Kinder? Das bedeutet, dass sie ganz schwer Beziehungen aufbauen können. Das Personal wechselt oft. Da, wo viele Kinder sind, das ist ein strukturierter Tagesablauf. Da müssen die Kinder funktionieren, damit das alles klappt.

Und diese Liebe für eine, die man braucht für Vater, für Mutter. Und es fällt da wirklich weg. Das können sie auch nicht an andere übertragen. Ich glaube, dass das auch ein Schicksal ist, Heimkind zu sein, was einem ein Leben lang nachhängt. Und mit dem Bambi Kinderhaus, da wollen wir diesen Kindern einmal die Möglichkeit geben, dass sie frei sind. Frei von Verpflichtungen, frei davon funktionieren zu müssen. Dieses Bambi Kinderhaus am Ammersee auf dem Gelände von der Peter-Maffei-Stiftung ist die schönste Umgebung, die ich mir vorstellen kann. Die Berge, ein See, Tiere, Streicheltiere, überall Hasen, Alpakas und kleine Ketschen, was man sich vorstellt. Und die Kinder müssen nicht irgendwas machen. Sie können spielen, toben, da sitzen, träumen. Sie können lesen. Das, was wir uns einfach vorstellen, was viele Welte und ich wirklich wichtig finden. Bedingungslose Liebe und Wertschätzung. und das Gefühl, ich bin es wert, gesehen zu werden. Ich bin es wert, dass ich in einer ganz schönen Umgebung aufwachse. Ich bin ja Anhänger von...

Diesem altrömischen Philosoph Mark Aurel. Mark Aurel hat einmal geschrieben, auf Dauer färben die Gedanken die Seele. Und ich besetze das so, auf Dauer färbt auch die Umgebung die Seele. Also da, wo ich ein liebevoll gestaltetes Zuhause habe oder in dem ein Ferienhaus, wo alles schön ist und auch ein bisschen wertig.

Da spüren auch die Kinder, ich bin es auch wert, dass ich hier in dieser schönen Umgebung sein darf. Und ich glaube, dass die Kinder da etwas mitnehmen, was ihnen über viel Traurigkeit, Einsamkeit und ein Gefühl, isoliert zu sein, hinweg hilft. Das war unser Wunsch. Wir sind da, glaube ich, alles sehr glücklich darüber. Sie haben es ja auch gesehen. Und wenn man da hinkommt und sieht, wie die Kinder da einfach nur lachen, ja, das ist schön. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Als ich da war, es war ja wie gesagt die Eröffnung, da waren noch keine Kinder da, aber es war so, die Gäste, die da waren, ich habe mich auch mit vielen unterhalten, wir hatten ja auch kurz gesprochen und alle haben gesagt, oh.

Hier würde ich auch gerne mal Urlaub machen. Ja, weil es ist wirklich, die Landschaft ist wunderschön und dieses Haus ist so wertig auch ausgebaut worden. Man fühlt sich einfach direkt wohl und es liegt auch so eine gewisse Ruhe in der Luft. Also ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Ort auch eine unheimlich gute Energie hat, um die Kinder aufzufangen und auch runterzubringen und allein das mal erleben zu dürfen, wie sie sagen, ich brauche nichts tun, ich kann einfach mal für mich sein hier verweilen. Es wird ja auch immer nur eine Gruppe in diesem Haus belegt. Es ist wirklich nur Platz für diese ganz große Individualität, sodass die Kinder auch ihre Strukturen aus den Heimen, die Betreuer mitnehmen können, dass da wirklich auch eine gewisse Geborgenheit geleistet ist. Ja, und wir haben uns bei der Renovierung des Hauses und auch bei der Ausstattung, da haben wir uns immer überlegt, was ist schön, was hat Farbe, was macht das eigentlich ein Zuhause auf Zeit, dass es nicht einfach nur so für Kinder gemacht ist. Kann kaputt gehen und es darf ruhig billig sein. Nein, das war das so nicht. Und wir haben Gott sei Dank prominente und auch befreundete Unternehmen, die uns auch bei dieser Ausstattung auch geholfen haben.

Und das Haus wurde ja richtig toll renoviert und wir hatten einen Architekt, den sich auf viel Zeit gelassen hat und viele schöne Ideen einarbeiten konnte. Ja, absolut. Das merkt man dem ganzen Haus auch an. Ich würde Sie gerne auch nochmal fragen, Frau Riegel, welche Rolle spielt denn eigentlich das Thema Bildung in Ihrer Arbeit? Also wir möchten ja mit den Digis auch ein digitales Lernangebot schaffen, das für Lehrkräfte leicht einsetzbar ist und vor allem den Kindern auch die Möglichkeit des selbstständigen Lernens bietet. Wie erleben Sie denn da die Kinder, egal ob jetzt vielleicht im Bambi-Kinderhaus oder auch in ihrer Arbeit bisher? Ist die Schule eher ein Ort, der Frustration bei den Kindern zusätzlich hervorruft oder erleben Sie auch positive Geschichten, wo Sie sagen, okay, da ist die Schule und die Lehrkräfte vor allen Dingen auch ein Anker? Ich würde sagen, dass die Schulen in Deutschland zum Teil mit vielen Problemen zu kämpfen haben.

So vernachlässigte, marode, schmutzige Toiletten, Stunden fallen aus, weil es wenig Lehrkräfte gibt und vielleicht auch zu überfüllte Klassen. Aber was ganz wichtig ist, Bildung ist ja kein Luxus, sondern für Kinder aus schwierigen Verhältnissen ist Bildung eine Überlebensnotwendigkeit, weil nur mit Bildung sie die Chance haben, aus schwierigen Verhältnissen herauszukommen.

Und später nicht in Abhängigkeit zu leben, sondern sich eine selbstbestimmte Zukunft aufbauen zu können. Bildung ist wirklich der Weg aus Armut und auch aus sozialen Missständen. Die Schule ist ja nicht nur ein Ort, wo Wissen vermittelt wird, sondern Schule soll ja auch ein Ort sein, wo ich soziale Kontakte habe, wo ich auch Vorbilder finde und soziale Kompetenzen erlerne. Schön wäre es, wenn an allen Schulen auch das vermittelt wird, diese sozialen Kompetenzen, diese Vorbilder, das Miteinander, die Empathie auch für andere Menschen. Die Wirklichkeit, ich glaube, das gilt auch für Berlin, ist ja oft anders, dass an den Schulen Gewalt herrscht und Lehrer einfach aufgeben. Das Problem haben wir auch hier in München, dass auch in noblen Stadtteilen in München die Lehrer darüber klagen, dass sie sich einfach überfordert fühlen.

Weil wir haben ja auch Inklusion hier, aber die Kinder kommen dann ohne Betreuer in die Schule, weil die Betreuung nicht möglich ist und die Kinder dann aus dem Unterricht rausfallen. Ich glaube, dass nichts im Leben so wichtig ist wie Bildung. Und was mich erschreckt, dass ich glaube, dass aus der Grundschule ist es, glaube ich, jedes vierte Kind, das nicht mal richtig lesen kann. Lesen, ja. Mit Lesen erweitere ich meine Sicht auf die Welt. Mit Lesen erfahre ich etwas. Lesen bildet nicht nur mein Gehirn, sondern auch mein Herz. Und deswegen brauchen wir Schulen. Wo wir das vorfinden, es gibt ja Gott sei Dank eben diese vielen privaten Initiativen, die neben den Schulen, die das oft nicht leisten können, leider nicht leisten können, ob das Erwachsene sind, die sagen, wir gehen mit den Kindern ins Theater, wir machen Lesestunden mit den Kindern, wir geben ihnen Möglichkeiten, sich auch kreativ weiterzubilden. Oder manchmal ist es auch der Sport, der in den Schulen fehlt und es gibt viele Initiativen, die auch auf dem Weg mit Sport viel tun. Wir unterstützen zum Beispiel Jumpers. Das ist eine private Initiative, die deutschlandweit versucht.

Kindern durch Bildung und durch auch christliche Werte eine Chance zu geben, dass sie sich später in der Gesellschaft richtig Fuß fassen können.

Da gibt es zum Beispiel in Mittelsachsen Döbelen. Ich war noch nie da. Aber Döbelen, eine mittlere Stadt, glaube ich 24.000 Einwohner, hat auch soziale Brennpunkte. Und da, wo soziale Brennpunkte sind, wo Kinder sich selbst überlassen sind, da kommt es zu Gewalt. Da kommt es auch dazu, dass Kinder keine Vorbilder haben, gar nichts. Und da hat die Stadtverwaltung, glaube ich, sogar sich an Jumpers gewandt und gefragt, könnt ihr nicht da was tun? Und da gibt es jetzt eine Möglichkeit, wo Kinder betreut werden, vor allem natürlich nach der Schule.

Um sie auf die Schule vorzubereiten oder um das aufzufangen, was die Schule selber nicht leisten kann, einfach weil Lehrer heute auch überfordert sind. Die Überforderung der Lehrer führt ja dazu, dass sie sich nicht mehr so um die einzelnen Kids kümmern können. Ich glaube, dass die meisten Menschen in der Lehre werden, weil sie wirklich den Wunsch haben, sich um unseren Nachwuchs zu kümmern und mit den besten Absichten in diesem Beruf gehen. Aber die Wirklichkeit ist dann sehr oft schwierig. Und das führt mich zu einem Thema, was uns sehr beschäftigt hat. Das ist die mentale Gesundheit der Kinder und das Thema Einsamkeit. Einsamkeit bei Kindern, ich war nie in meinem Leben als Kind einsam, aber das ist ein Problem. Wir haben schätzungsweise in jeder zweiten Klasse, glaube ich, schätzt man, ja, Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher, haben wir ein Kind, einen Jugendlichen, der an Depressionen leidet.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen, das ist eine so erschreckende Vorstellung und die ich eigentlich kaum glauben wollte. Aber Selbstmord ist inzwischen bei Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache. Das ist eine gruselige, schreckliche Vorstellung, für die Erwachsenen wir uns schämen müssen. Und deswegen unterstützen wir auch die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Und zwar da finanzieren wir für Lehrer eine Ausbildung, eine zusätzliche kleine Ausbildung, damit sie erkennen, wenn in ihrer Klasse ein Kind unter Depression und Einsamkeit leidet. Das kann man ja im Tagesgeschäft, wird es oft übersehen.

Und da müssen wir ansetzen. Und das ist für uns zurzeit eine ganz wichtige Aufgabe, die mentale Gesundheit der Kinder. Ja, das ist natürlich absolut nachvollziehbar, denn man fragt sich, was kann es fast Wichtigeres geben als die mentale Gesundheit? Natürlich auch die körperliche, aber wenn wir auch hören, wie stark das zunimmt, mentale Probleme bei Kindern, Jugendlichen, in der Schule und auch nachmittags. Ganz wichtiges Thema, das wir auf jeden Fall auch auf dem Schirm haben sollten. Ich verlinke gerne die Deutsch-Depressionshilfe in den Shownotes. Dann kann man sich da als Lehrkraft vielleicht auch nochmal kundig machen nach dem Angebot, was Sie gerade geschildert haben. Eine super Idee. Ja, das mache ich sehr gerne, dass wir da möglichst breit auch die Hilfe anbieten können. Und es wird schon deutlich, denke ich, Ihre Arbeit ist so vielfältig und es gibt so viele Bereiche, in denen so unglaublich viel zu tun ist, ganz vielschichtig, also nicht nur einzelne Hilfen, sondern die ganzen Lebenslagen eigentlich aufzufangen, die ganzen Facetten, die den Bereich Kindheit, Jugend so prägen.

Vielleicht würde ich Sie aber trotzdem gerne nochmal nach einer Geschichte fragen, die Ihnen so ganz besonders im Kopf geblieben ist, vielleicht einen Lebensweg, wo Sie sagen, okay, da habe ich auch wirklich gemerkt, dass wir einen Impact machen, dass wir Veränderungen erreichen können, dass es etwas bringt, unser ganzes Engagement? Ja, es gibt zwei Projekte, die meine Herzensprojekte sind. Ich habe schon von Intensivleben gesprochen in Kassel und dort habe ich Jascha kennengelernt. Jascha war, glaube ich, zu dem Zeitpunkt, dass ich da war, so 16, 17 und das war ein ganz normales Kind. Als Fünfjähriger hatte er einen Fahrradunfall. Er ist mit dem Fahrrad diese Kinder gefahren, an einen Pfosten kommen, gestürzt und ist dem gelähmt. Und zwar so gelähmt, dass er künstlich beatmet und ernährt werden muss. Und Jascha, man kann mit ihm sprechen und er reagiert nur mit dem Augenlid. Das ist die einzige Möglichkeit der Kommunikation. Und der liegt ja seit über 10, 12 Jahren horizontal im Bett. Aber er ist ein normaler Junge. Er schwärmt für Rennfahrer, er möchte gerne im Flugzeug sitzen und er kriegt auch Unterricht. Und was mich so berührt hat, das ist die Familie.

Viele Familien zerbrechen ja an solchen Schicksalsschlägen, wenn die Kinder krank werden. Das halten manche Ehen nicht aus und sehr oft habe ich erlebt, dass dann der Mann gegangen ist. Und meistens sind es dann die Mütter, die zurückbleiben. In dem Fall sind Vater und Mutter ganz stark. Sie haben ja auch diese Initiative mitgegründet, Intensivleben. Und der hat eine Schwester, eine süße Schwester, die mit ihrem Bruder umgeht, wie mit einem ganz normal. Die spricht mit ihm, die spielt mit ihm. Diese Tapferkeit, dieses wir lassen uns nicht unterkriegen und du bist da und du bist nicht nur am Rande, sondern du bist in der Mitte unserer Familie und wir wollen, dass du lernst. Wir wollen, dass du auch einen Kontakt zur Außenwelt hast, so schwer das auch ist, ja.

Das hat mich sprachlos gemacht und das ist so, da bin ich, deswegen möchte ich mal an der Stelle auch sagen, wie großartig das ist, wenn Menschen sich so mit dem Schicksal auseinandersetzen und sich nicht unterkriegen lassen, vor allem die Erwachsenen. Und dann gibt es ja noch die kleinen Helden. Das ist auch eine ganz tolle Initiative. Das sind zwei Krankenschwestern mit schwerstbehinderten Kindern im Zimmer zu tun und stellen fest, dass diese schwerstbehinderten Kinder selten oder fast nie Urlaub machen können. Das sprengt den finanziellen Rahmen der betroffenen Familien, auch die Möglichkeiten, weil schwerstbehinderte Kinder brauchen ständig eine Krankenschwester. Und dann haben sie, diese beiden Krankenschwister haben ein wunderbares Haus am Chiemgau gemietet und dort laden sie Familien ein mit schwerstbehinderten Kindern, weil sie sagen, es sind nicht nur die Kinder, die betreut werden müssen, die Eltern brauchen auch eine Auszeit und die Geschwisterkinder auch. Also das heißt, die Geschwisterkinder, die oft zu kurz kommen, weil sich alles um das kranke Kind dreht, können da im Chiemgau alles machen. Die können reiten gehen, die können schwimmen gehen, die können Kinder sein, Teenager sein, je nachdem. Die Eltern können auch mal durchatmen, weil Betreuungspersonal da ist, sodass die Eltern auch mal für sich sein können.

Also das ist etwas, was ich ganz großartig finde. Was sind das für tolle Frauen, denen wir übrigens auch in Bambi gegeben haben.

Was sind das für tolle Menschen, die das Schicksal anderer so bösen, so intensiv wahrnehmen, dass sie sagen, da müssen wir was tun. Das ist ja auch etwas, diese pflegenden Familien.

Die wollen wir natürlich auch sichtbar machen, denn das möchte ich schnell nochmal sagen, die Tribute Barmisch Stiftung fördert nicht nur Projekte, sondern wir wollen auch auf Missstände und Probleme, was Kinder betrifft, in der Gesellschaft aufmerksam machen. Und dazu haben wir natürlich Bindung an Hubert Burda Media, da haben wir viele Kolleginnen und Kollegen in den Magazinen, die über solche Probleme und Missstände schreiben, wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Also ganz toll, da können wir auch medial etwas tun. Es ist ganz wichtig, dass wir uns alle klar machen, uns geht es doch eigentlich wahnsinnig gut. Und deswegen...

Es ist so einfach, etwas für Menschen zu tun, die eben einen Schicksalsschlag getroffen haben, wo Kinder und Jugendliche Hilfe brauchen. Und man auch den Pflegekräften, den Eltern, den Geschwisterkindern, den Pfarrern, den Sozialarbeitern, allen, den muss man applaudieren und muss denen sagen, wir danken euch wirklich. Auf jeden Fall. Ich denke auch genau dieses Dankeschön und diese Sichtbarkeit, die Anerkennung der Arbeit ist auch oftmals schon so viel wert. Natürlich braucht es auch die finanzielle Unterstützung, aber was Sie auch machen, ist wirklich die Menschen ins Licht holen, um zu sagen, schaut mal, da sind ganz tolle Initiativen, ganz tolle Menschen, die dahinter stehen, die wirklich Leben verändern. Und genau das ist ja auch ihr Anspruch mit der Tribute to Bambi Stiftung. Aber man muss natürlich auch sagen, es braucht auch Unterstützung.

Und ich möchte wirklich an der Stelle gerne alle Zuhörer und Zuhörerinnen aufrufen, wenn ihr unterstützen möchtet, auch mit einem kleinen Betrag, dann macht das doch gerne einfach direkt über den Link in den Shownotes, weil das Geld kommt direkt an und wird wirklich denen zugutekommen, die es am dringendsten brauchen, nämlich Kinder in Not. Geld hilft sehr, aber es hilft auch die Aufmerksamkeit und es hilft nicht nur das Portemonnaie öffnen, sondern auch das Herz. Wenn wir uns alle umeinander kümmern, dann glaube ich, dass wir eine noch bessere Gesellschaft haben werden. Und was wir für die Kinder tun, das tun wir auch für die Zukunft. Was für ein wunderbares Schlusswort. Ich danke Ihnen ganz herzlich, Frau Riegel, wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer wichtigen Arbeit und ja, einen guten Zulauf für die Tribute-to-Bambi-Stiftung. Danke für das Gespräch. Nachgedacht.

Auf der Rückfahrt habe ich mir natürlich euer Gespräch angehört und, Viola, es ist wieder eins dieser Gespräche, da ist so viel drin. Was hat dich am meisten beeindruckt? Ja, zum einen bin ich natürlich erstmal froh, dass du mit meiner Arbeit zufrieden bist, Gerd, denn wenn wir das alleine machen, fehlt ja irgendwie doch gefühlt die Hälfte. Also danke erstmal, dass du es mochtest. Mir hat es auch super gut gefallen, denn die Patrizia Riegel spricht mit so viel Herz und Klarheit und benennt Dinge, die sonst leicht übersehen werden. Ein Satz, der es auf den Punkt bringt und das ist ja auch etwas, was die aktuelle IQB-Studie herausstellt. Bildung ist kein Luxus. Für Kinder aus schwierigen Verhältnissen ist Bildung eine Überlebensnotwendigkeit. Und gerade Kinder aus armen Familien werden bei der Bildung beim Lernen massiv benachteiligt und dann kommen solche Ergebnisse raus, wie wir sie gerade jetzt in der neuen Studie auf dem Tisch zu liegen haben.

Ja, zum einen das im Großen und Ganzen natürlich. Und sie sagt ja auch, Lesen bildet nicht nur das Gehirn, sondern auch das Herz. Also Bildung nicht nur als reines Wissen, sondern als etwas, das Kinder stark macht im Kopf und im Inneren. Und ich habe das gesehen in dem Kinderhaus da am Ammersee. Die haben so einen schönen Raum, der ist voller Brettspiele und Bücher. Und so eine richtig schöne Lese-, Kuschel-, Wohlfühl-Umgebung, wo einfach diese Impulse gegeben werden. Jedes Kind kann sich nehmen, was es möchte, was es anspricht. Und ja, es wird auch Kinder geben, die nicht auf dieses Angebot zurückgreifen. Aber überhaupt, dass es vorhanden ist und die Möglichkeit besteht, kann schon wirklich neue Chancen eröffnen. Ja, und das macht sie auch resilient. Also solche Dinge, Herzensbildung, seelische Bildung, Zusammenhalt, sozialer Halt, das schafft Kompetenzen, das schafft Stärke, Selbstwirksamkeit. Aber gleichzeitig sehen wir ja auch, die psychischen Belastungen steigen. Das ist überhaupt gar kein Randthema, sondern das trifft eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen.

Absolut. Und gerade auch der Bereich mentale Gesundheit ist etwas, wo sich die Tribute to Bambi Stiftung wirklich stark macht. Also viele Projekte, die sie unterstützen, die auch Lehrkräften helfen, damit besser umzugehen, aufzuklären, da Arbeit zu leisten. Ich sage dir mal ganz ehrlich von meinem Empfinden, die wissen kaum, wo sie anfangen sollen mit den Projekten. Der Bedarf ist so groß und er wächst stetig weiter und alles ist wichtig. Also von daher auch, wie sie gesagt hat, wie die Auswahl getroffen wird, welche Projekte dann unterstützt werden und welche erstmal nach hinten geschoben werden, das ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Aber gerade sowas wie die Zusammenarbeit mit der Deutschen Depressionshilfe, wo dann auch Lehrer und Lehrerinnen lernen, Anzeichen von Depressionen oder mentale Belastungen früh zu erkennen, ist natürlich eine ganz wichtige Arbeit. Aber ich möchte an der Stelle gerne auch nochmal auf den Pitch des Monats September hinweisen. Da hatte ich ja die Blue Box bei mir in der Folge. Auch zwei ganz tolle Menschen, die ich auf der Bambi-Gala kennengelernt habe, die in Berlin-Lichtenberg vor Ort wirklich wichtige soziale Arbeit leisten und damit die Kinder jeden Tag genau da abholen, wo sie die Unterstützung brauchen. Lohnt sich definitiv, da auch nochmal reinzuhören. Und das ist sozusagen ein ganz praktisches Beispiel, wo solche Fördergelder hinfließen und wie sie dann in der Breite auch wirken.

Und genau deshalb ist die Arbeit von Patricia Rickel und der Stiftung so wertvoll.

Sie gehen dort in die Lücken, wo der Staat es nicht schafft, wo vielleicht auch Ehrenamtliche fehlen, wo das Geld fehlt. Deswegen brauchen wir Stiftung, deswegen brauchen wir Menschen, die dieses Gap sehen und die es dann mit Empathie und auch Geld füllen. Ja, auf jeden Fall. Und ich möchte gerne auch in dem Zusammenhang nochmal was aus meiner eigenen Erfahrung mit der Tribute-to-Bambi-Gala sagen. Viele Menschen sehen, dass es wird live übertragen. Es kommt in Zeitschriften vor, in den bunten Blättern. Und es sieht nach sehr viel Glamour und Schickeria und Foto hier und da aus. Und ja, in Teilen ist es das auch. Aber ich habe auch verstanden, als ich vor Ort war im letzten Jahr, das ist wirklich ein Mittel zum Zweck. Und die Patricia Riegel sagt mir auch, Wir brauchen natürlich die Aufmerksamkeit, um gesehen zu werden in unserer Arbeit. Aber ich habe wirklich ganz stark den Eindruck gewonnen und bin davon überzeugt, das ist so ein Herzensprojekt für alle Beteiligten in der Stiftung und auch für die Prominenten, die da teilnehmen. Also es geht letztlich natürlich darum, auch gesehen zu werden und medialen Wirbel zu verursachen. Aber am Ende des Tages geht es um Hilfe für Kinder in Not. Und dass dieser Fokus da auch so stark gehalten wird, das macht diese Veranstaltung auch wirklich sehr besonders. Echte Verantwortung, die sie übernehmen und sich dann einsetzen für Schulen, für Projekte und ganz reell im Alltag von Kindern.

Hinschauen, anpacken und helfen wir, Ulla. Schöner kann man sich sagen, wie du es gerade zusammengefasst hast. An dieser Stelle bleibt mir noch eine Sache zu sagen. Wenn ihr mehr über solche Projekte erfahren wollt, wenn ihr mehr über das Lernen erfahren wollt, wenn ihr Themen braucht auch für euren Unterricht, wir haben ganz viele Themen, wo es um Bildung, wo es ums Lernen, wo es auch um das soziale Miteinander geht bei den Digis.

Dann erfahrt ihr es natürlich bei uns hier im Podcast. Abonniert unseren Podcast, gebt uns auch gerne eine Bewertung, ein Feedback auf den bekannten Podcast-Plattformen. Dann seid ihr immer die Ersten, die Hey Diggis, so geht es lernen, heute hören. Bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.