Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissenspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel. Hey Diggis, so geht Lernen heute. Und heute haben wir Stefanie von Bismarck bei uns, Unternehmerin, Autorin, Aktivistin und eine wichtige Stimme für Kinderschutz und digitale Verantwortung. Viola, ihr kennt euch schon lange. Ja, das stimmt. Stefanie und ich, wir kennen uns jetzt wirklich schon länger. Ich habe sie damals für meinen Podcast Prominente für Bildung einfach mal angeschrieben, weil ich wusste, dass sie auch im Bildungsbereich sehr aktiv ist und dachte, naja, mal gucken, was kommt. Und sie war wirklich mit die Erste, die mir zugesagt hat, obwohl das Format total unbekannt war und mich auch noch kaum jemand kannte. Und das habe ich ihr sehr hoch angerechnet. Sie hat damals nur eine Bedingung gehabt. Sie hat gesagt, ich will nicht, dass es irgendein Promi-Format ist, dann komme ich nicht. Aber wenn du über Bildung redest, dann bin ich dabei. Und von daher sind wir uns seitdem freundschaftlich auch über die Arbeit verbunden geblieben. Und natürlich habe ich sie dann angefragt für unsere Digis. Digitale Bildung ist ja auch ihr Steckenpferd. Und sofort kam wieder ein Ja. Wir brauchen nicht länger hier rumrätseln. Dann lass uns direkt einsteigen. Los geht's.
Stefanie von Bismarck ist Unternehmerin, Autorin, Aktivistin und eine gefragte Stimme, wenn es um Kinderschutz, ethische Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung geht. Bereits als Präsidentin von Innocence in Danger hat sie sich über ein Jahrzehnt lang für den Schutz von Kindern im digitalen Raum stark gemacht. Oft laut, unbequem, aber immer mit Haltung. Stefanie ist international bestens vernetzt, arbeitet heute als Kommunikationsstrategin mit einem Fokus auf Leadership, Wandel und Technologie. Und sie hostet den Podcast How Do We Manage, in dem sie mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über moderne Führung und den Umgang mit Veränderung spricht. Was sie dabei immer wieder betont, Technik allein ist keine Lösung. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen, insbesondere im Bildungsbereich und natürlich auch im familiären Umfeld. Heute sprechen wir mit ihr über Themen, die aktueller nicht sein könnten. Wie viel Screentime ist noch gesund? Wie verändert KI die Schule? Und was bedeutet Bildung im digitalen Zeitalter überhaupt? Herzlich willkommen, liebe Stefanie. Danke sehr. Hört sich ja super an.
Ja, wusstest du noch gar nicht alles, was du machst, ne? Wusstest du noch gar nicht, aber es ist gut, es ist gut. Das lassen wir jetzt so stehen, das schneiden wir. Nein, stimmt natürlich alles. Wir haben ja recherchiert. Wo erwischen wir dich jetzt eigentlich gerade, um mich mal an dich ranzulanzen? Ich bin in London und wir alle in Mitteleuropa schwitzen wir so fröhlich vor uns hin und bin so im Recording-Modus eben für den Podcast und ja, bin... Ich bin froh, dass dann irgendwann die Hitzerre waren. Ich will mich eigentlich nicht beschweren, weil ich finde, das Wetterbeschweren finde ich immer doof, aber es ist schon sehr heiß. Ja, aber es ist ein guter Einstieg, da haben wir immer eine große Schnittmenge, wenn man sich über das Wetter unterhält. Aber dein Lebensmittelpunkt ist doch eigentlich jetzt USA, oder? Nein, also der war ja lange in den USA. Ich war irgendwie 10, 11 Jahre in den USA. Bin natürlich auch immer noch viel in den USA. Aber mein Lebensmittelpunkt ist so zwischen, also eigentlich der Schweiz und dann viel in den UK, viel in London.
Okay, also bist du trotzdem weiterhin international unterwegs. Hast das alles gut im Blick. Lange in Amerika, aber ein Thema, und das hat Viola schon dankenswerterweise angesprochen, ist der Kinder- und Jugendschutz. Du hast dich lange für Innocent and Danger eingesetzt. Ich glaube, du bist da auch noch involviert. Aber das geht ja auch um den Schutz von Kindern im digitalen Raum. Was ist aus deiner Sicht die größte Herausforderung, wenn es um Screen Time bei den Kindern geht oder überhaupt um Schutz im digitalen Raum? Es sind ja alles so in sich genommen riesige Einzelthemen, die du ansprichst. Also Screentime, was ich glaube die größte Herausforderung ist, ist, dass alle reden immer so über Screentime nur als eine Menge. Wir tun uns irgendwie festhalten an diesen Stunden und wie viele Stunden verbringt dein Kind am Bildschirm.
Fakt ist aber, wir müssen viel mehr auf den Content schauen. Den Content und gleichzeitig auch zu verstehen, dass jedes Kind anders ist. Also es gibt ja unterschiedliche Untersuchungen darüber, dass alleine der Zeitraum von wie viel ein Kind jetzt ausschließlich vorm Bildschirm sitzt, nicht entscheidend ist unbedingt dafür, dass sie das entwickeln, worüber alle reden, nämlich Ängste und Depressionen und alles das, was irgendwie so im Raum steht momentan. Sondern es ist vielmehr, was machen die da? Sind die da kreativ unterwegs? Tun die da irgendwie sinnlos vor sich hin scrollen und passiv konsumieren und sich gegenseitig die ganze Zeit nur vergleichen wie auf den sozialen Medien? Dann ist das schädlich. Wenn die kreativ sind, wenn die sich ausprobieren, wenn die, keine Ahnung, naturwissenschaftliche Sachen machen, wenn die auch für die Schule Sachen bearbeiten, dann sind plötzlich vier, fünf, sechs Stunden Screamtime, wie wir sie ja alle haben, ganz ehrlich, weil wir ja nun mit der Technik arbeiten, die unser ganzes Leben bestimmt.
Sind nicht automatisch das, was so negativ ist. Negativ fängt an zu werden, wenn es irgendeinen Impact hat auf dein persönliches Leben oder also Ansätze bekommt von Suchtmerkmalen. Also Suchtmerkmalen, das muss nicht automatisch in eine Sucht gehen, aber das sieht man bei kleinen Kindern, die Wutanfälle bekommen, sobald man ihnen das iPad wegnimmt. Also das sind eigentlich so Indizien und da gibt es auch Studien darüber, dass das exponentiell ansteigt, bei vor allem kleinen Kindern, also so zwischen drei und fünf. Je länger die vor diesem Bildschirm sitzen. Und es ist da, wo man aufpassen muss. Ich meine, ich mache immer auch gerne diesen Vergleich, wo wir groß geworden sind. Da gab es so Leute, die durften wahnsinnig viel fernsehen. Ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert. Es gab immer so Klassenkameraden, die waren irgendwie damals wahrscheinlich saukool, weil sie durften irgendwie fernsehen, so viel sie wollten. Und jetzt mal in hindsight, die sind nicht alle irgendwie wahnsinnig geworden oder irgendwie Psychopathen. Also es kommt wirklich sehr auf das Kind an.
Klar gibt es dennoch Regeln, die eingehalten werden müssen, weil die Technik unfassbar viel für Ablenkung sorgt. Also wichtig ist der Schlaf, wichtig sind klare Regeln, wo beim Essen, dass das eben alles ungestört ist, dass wir Lernbereiche und Umgebungen schaffen, wo man sich konzentrieren kann, wo man nicht abgelenkt ist durch irgendwelche Klinks und irgendwelche Sachen, die die ganze Zeit reinkommen. Also das ist einfach, das ist ganz, ganz klar und das ist ganz wichtig. Ja, und du sagst Schweiz, UK. Ich glaube, in England hat die Diskussion, die jetzt Deutschland ja voll erfasst hat und auch in der Politik, sogar in der Bundesregierung angekommen ist, Frau Prien, hat ja das Thema Handyverbot priorisiert und sich da explizit zu geäußert. Auch, glaube ich, vor kurzem bei Markus Lanz. Wie beobachtest du das in UK und in der Schweiz? Sagen wir mal so, lass mich mal vielleicht mit Amerika anfangen. Also dieses Handyverbot ist ja für mich eine total erstaunliche Sache, dass das jetzt diskutiert wird.
Meine Kinder beispielsweise waren, die sind ja schon beide mit der Uni fertig, aber die hatten ihre Handys, da hatten die damals schon in ihren Schulen, je nach Schule, das ist immer auch ein bisschen eine individuelle Entscheidung, aber die hatten damals schon und das ist jetzt bald, keine Ahnung, fünf, sechs, sieben, acht Jahre her, Verbote in den Schulen mit ihren Handys. Also da gab es, meine eine Tochter in der Schule gab es Parking Lots, da mussten die dann ihre... Ihre Handys in so Ladestationen eintun für jede Klasse. Also die durften überhaupt nichts. Dann gab es ein Wi-Fi, was nur schulintern war und alles andere rausgeblockt hat. Also die konnten zwischendrin nicht schocken gehen oder irgendwas machen.
Und dann, also ich finde das immer so erstaunlich, dass man heute über Handyverbote redet, wo ich mir denke, wow, jetzt? Also das ist irgendwie, das ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass Handys ablenken, wirken. Ich finde, es muss darum gehen, wie auch immer man das als Schule für sich regelt, dass man einen Raum schafft, wie ich das gerade schon gesagt habe, der dafür sorgt, dass man sich gut konzentrieren kann und nicht abgelenkt ist. Ob das bedeutet, dass man das Handy nicht in die Schule nimmt, überhaupt nicht, oder ob das immer in der Tasche bleibt und dann, wenn man erwischt wird, es irgendwelche sozusagen in Anführungsstrichen Strafen dafür gibt, das ist dann sozusagen abhängig davon, wie die Schule das vielleicht auch mit den Eltern entscheidet. Aber dass das eine Ablenkung ist und dass das nichts dazu beiträgt, dass sie besser lernen, das ist ja ganz klar. Und auch ehrlich gesagt mich so richtig neu.
Aber eine letzte Frage dazu. Da würde ich gerne den Bogen noch dazu schlagen, zu eurem Verein, zu eurer Initiative Innocent in Danger, die du damals mit auf den Weg gebracht hast. Es ist natürlich auch so, dass die Gefahren, und jetzt kommen wir dazu, bei allem Positiven, was du vorhin gerade schon genannt hast, kommt auf den Umgang damit an. Aber es hat natürlich auch ein hohes Gefahrenpotenzial. Schätz, Erwachsene, Pädokriminelle, die sind natürlich auch da unterwegs und ihr habt euch ja intensiv damit auseinandergesetzt und das ist ja in den letzten Jahren nicht besser geworden, sondern eher schlimmer, wenn zum Beispiel, ganz bekannt sind ja diese Anbahnungen über Schätz in Onlinespielen. Der Punkt ist der, ich glaube, wir drehen das Rad der Zeit nicht zurück.
Was wir alle, seit es angefangen hat, diese Geräte zu geben, wo wir alle uns drauf gesturzt haben, ist zu überlegen, dass jedes scharfe Messer zwei unterschiedliche Seiten hat. Das eine ist, du freust dich total, dass du die Gemate gut schneiden kannst und dein Steak und sonst was. Gleichzeitig könntest du damit aber auch losgehen und irgendjemanden sehr schwer verletzen. Jetzt gucken wir uns mal um. Die Technologie, die um uns herum sich weiterhin gehend rasend entwickelt, ist ein unfassbar scharfes Instrument. Das einfach zu verbieten, das wird nichts, weil Technologie ist Teil unseres Lebens geworden. Das, was wir total verpasst haben, ist den Unfall.
Das Wort ist vielleicht doof, ist der richtige Umgang und die Ausbildung zu diesem Umgang damit. Und zwar auch aus ethisch, moralischen und anderen Gesichtspunkten. Also was bedeutet das, mit diesen Dingern umzugehen? Was bedeutet es, miteinander fair umzugehen im Netz? Wie erkenne ich Missinformationen? Was passiert da eigentlich?
Was für Leute können mich eigentlich kontaktieren im Netz? Ich meine, das sind ja alles Gefahren, die sind da und die muss man doch, dahin muss man sich doch konzentrieren. Also, dass man Kinder und Jugendliche vorbereitet, weil zu sagen, so nach dem Motto, wir nehmen es euch weg und dann mit 18 viel Spaß. Ja, und dann, das kann es doch auch nicht sein. Ich meine, du gehst doch auch mit deinem Kind, ich meine, 180 gefühlte Mal zur Schule mit dem Fahrrad selber, Aber bis du das Gefühl hast, das schafft es jetzt, dass kein Kind alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren oder wir gehen in die Fahrschule zum Auto oder was. Du gibst deinem Kind ja auch nicht einfach den Autoschlüssel in die Hand und lässt, sag mal, viel Spaß. Gucken wir mal, ob du an den Baum fährst. Und das ist das, was wir mit der Technologie versäumt haben. Ja, letzte Frage dazu. Also höre ich da raus, dass du gegen solche generellen Verbote bist? Ich bin meistens gegen generelle Verbote, weil ich finde, es bringt nichts. Vor allem, wenn wir anschauen, wie weit wir schon gekommen sind. Ich meine, versuch das mal umzusetzen zu Hause. Du, ich, Viola, wir arbeiten jeden Tag an unseren Geräten. Ich muss aufgrund meiner Arbeit die ganze Zeit meine Geräte in der Hand haben. Dann sitzt du da, das ist ja nicht wie ein Glas Alkohol. Dann sitzt du da und sagst, nee, du bist 16 oder 18 nicht. Ja, und dann plötzlich mit 18 soll es losgehen.
Das ist doch total bescheuert. Das ist total bescheuert, da gebe ich dir völlig recht und natürlich ist es auch die Lebensrealität von uns Erwachsenen, die die Kinder da vorgelebt bekommen. Da sind wir ja aber auch beim Stichwort Medienerziehung und zwar im Zusammenspiel von Elternhaus und auch Schule. Du hast vorhin auch die Screentime von den jungen Kindern angesprochen, also den drei- bis fünfjährigen, da sind es dann ausschließlich die Elternhäuser, die die Verantwortung tragen. Später... Ich sage mal, sollte eigentlich auch noch die Schule dazukommen. Also Stichwort Medienerziehung haben wir auch in unseren Digis immer ganz, ganz viel dazu, weil wir das unheimlich wichtig finden, auch fächerübergreifend da zu arbeiten. Aber ich denke mal von unserer Seite aus, Gerd, denken wir auch, da gibt es noch durchaus viel zu tun. Wie erlebst du denn da die Rolle der Schule im Bereich Medienerziehung?
Ausreichend, gut, mangelhaft? Ja, das kommt ein bisschen darauf an, wo du hinschaust. Also ich meine, wenn mein Blick auf Deutschland schwankt, da gibt es sicher einige Schulen, wie ich das auch erlebt habe, als ich noch viel mehr mit dem deutschen Markt zu tun hatte, da gibt es einige Vorreiter, die haben das meistens so tolle Direktoren mit so einem Kollegium, die haben das in die Hand genommen. Und also leider muss ich sagen, das waren dann immer mal so ein, zwei, die dann mal gesagt haben, warum sind sie denn so erfolgreich? Naja, ganz ehrlich, weil ich mich gegen alle Regeln gestellt habe, die man mir in den Weg geworfen hat, weil mir die Kinder am Herzen liegen. Und dann sind die, dann wurden, wenn die dann so als Leuchtturmschulen dargestellt, ja. Und der Direktor sagt, ehrlich gesagt, ich verstehe es gar nicht so ganz genau, weil eigentlich dürfte ich das alles nicht, was ich getan habe, aber jetzt bin ich plötzlich das Erfolgsmodell. Gucken wir doch, na sehen wir doch, da läuft irgendwas nicht richtig. Also es gibt einige großartige Leute, die haben es aber dann halt selber in die Hand genommen. Die haben verstanden, dass wir dieses Rad nicht zurückdrehen. Die haben ihre Kollegen, also ihre Schulen besser aufgesetzt, teilweise in eigener Regie, also damals noch ohne WLAN und diese ganzen Sachen. Die haben ihrem eigenen Kollegium mehr oder minder irgendwelche E-Mail-Systeme aufgezwungen.
Ja, also jetzt schon ein paar Jahre her. Die haben dafür gesorgt, dass man sich weiterbildet, dass es diese Möglichkeiten gibt. Manchmal haben sie Kollaborationen mit Firmen oder was in der Umgebung eingegangen. Also alles das, was man eigentlich als öffentliche Schule gar nicht darf, haben die dann aber trotzdem gemacht und dann werden sie erfolgreich. Das Gros sitzt einfach immer noch fest in vielen alten Regularien, die sozusagen in meiner Ansicht nach der Neuzeit überhaupt nicht entsprechen und damit auch den Kindern nicht förderlich sind. Ja, lass uns doch mal ruhig einen Blick auf das Bildungssystem insgesamt werfen. Also wo würdest du denn Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern da einordnen? Du hast viele Jahre in den USA gelebt, Erfahrungen dort mit deinen Töchtern gesammelt und du hast so ein bisschen auch noch, also du kommst aus Deutschland, aber du hast den Blick von außen. Wie beurteilst du denn da unser Bildungssystem? Ist es, empfindest du es wirklich als rückständig? Gibt es auch, abgesehen von Leuchtturmschulen, Elemente, wo du sagst, das klappt gut, das könnten sich vielleicht auch andere Länder abschauen?
Ich weiß nicht, ob ich das Dilemma nennen darf oder soll, aber das Dilemma ist, dass Deutschland an sich ursprünglich mal, ja, also erstmal sind wir bisher noch eine der führenden Industrienationen der Welt. Wir hatten und wir waren berühmt und im Übrigen auch beneidet für ein super Schulsystem mit relativ großen Möglichkeiten für viele, viele Kinder. Dadurch, dass wir aber an diesem System, was so großartig ist, nicht weitergearbeitet haben und uns an die Neuzeit nicht angepasst haben, hast du dann, was jetzt kommt, also diese PISA-Studien, wo die Kinder wirklich im unteren EU- und OSCD-Durchschnitt liegen mit ihren naturwissenschaftlichen Kompetenzen, da siehst du, da läuft etwas falsch. Und trotzdem, finde ich es total erstaunlich, wird viel zu wenig gemacht. Ach, dann hast du einen Monster-Investitionsstau an den Gebäuden und an den Schuhen. Also das war ja vielleicht schon so zwei, drei Jahre, dann waren das, keine Ahnung, das war über 40 Milliarden, die alleine in den Gebäuden nicht investiert worden sind, dank der Schuldenbremse. Dann sitzen wir da und sagen und reden viel darüber, dass uns die Kinder am Herzen liegen und dass die neue Generation so wichtig ist und wir kriegen keine Kinder mehr und diese ganze Thematik.
Aber wenn wir uns jetzt anschauen, so richtig viel tun, tun wir dafür auch nicht. Und wir sind hinten dran. In der Ausgabentechnik, Deutschland gibt 5,1 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aus für Bildung im Vergleich zu solchen Ländern, die in der Bildung erfolgreich sind, ob das jetzt Dänemark, Finnland, Estland, you name it, die sind weitaus höher. Ich sage nicht immer, dass nur mehr Geld unbedingt zum Erfolg führen muss. Aber sich anzugucken, wie man es ausgibt und wofür man es ausgibt, ist auch nochmal so ein Punkt. Wir können natürlich Geld hineinwerfen ins System und völlig sinnlos. Also schlimmste Beispiele sind ja die iPads, die noch unausgepackt, also seit Corona in den Schulen.
Es gibt diese Schulen wirklich, wo die nie benutzt wurden, wo die unausgepackt liegen, weil man keinen WLAN hat oder niemand so richtig Lust hatte, das dann umzusetzen. Aber man hat die halt vom Schulträger dann bekommen. Dann ist es natürlich sinnlos oder eben andere, die vorausgehen, die du schon genannt hast. Wie Ulla, da gehört das Thema KI ja auch dazu. Ja, absolut. Und KI und digitale Bildung, das ist ja auch was, was du in deinem Podcast How Do We Manage mit vielen spannenden Persönlichkeiten besprichst. Ihr spricht über Führung, Wandel und Verantwortung.
Nimm uns doch mal ein bisschen mit in deinen Podcast und auch dahin zur Frage, welche Rolle das Thema digitale Bildung und der Umgang mit KI eine Rolle spielt. Ja, also wo fange ich da an? Also ich glaube, wenn ich so ein bisschen... Und zusammenfasse, egal mit wem ich spreche, also selbst die, die Skeptiker sind versus die, die dafür sind, um KI kommen wir nicht rum. Vergiss es. Und das ist schon richtig, wie Henning Beck, so ein ganz bekannter Neurowissenschaftler, den ich auch im Podcast hatte, der dann sagt, naja, wir fragen viel zu viel, was alles passiert, wenn wir es anwenden. Dabei fragen wir ein bisschen zu wenig, was passiert, wenn wir es nicht anwenden. Und wenn wir es nicht anwenden, sind wirklich, weil in der KI so wahnsinnig viele Chancen liegen, im medizinischen Bereich, für die Umwelt. Also es liegen wirklich viele Chancen für bessere Lösungen, für große Probleme, die unsere Gesellschaft und diese Welt hat.
Auch da, wie wir es anwenden, darf uns als Mensch nicht ersetzen. Es muss Werkzeug bleiben und dafür muss es Regularien geben, also ethische Richtlinien, was KI in Zukunft kann und darf und was nicht. Keiner sitzt da und sagt, es ist per se schlecht oder per se gut. Es ist ein unfassbar wertvolles, mächtiges Werkzeug, was für Menschen erschaffen worden ist im Übrigen. Doch jetzt an uns zu sagen, es so zu konstruieren, dass es uns maximal nutzt und nicht maximal schadet. Aber so ein bisschen wie als die Internetwelle hochgekommen ist und wir alle anfingen im Internet zu starten und so weiter. Das war alles großartig und wir alle wollten an diesem Goldrausch von Silicon Valley teilhaben. Es klang alles so toll und alle wurden mega reich und so. Aber was eben dabei versäumt worden ist, dass es Schattenseiten gibt. Und dass diese Schattenseiten nicht unbedingt zum Weltuntergang führen müssen, aber dass man sie ansehen muss. Also ich weiß nicht, wie lange wir Autos gefahren haben ohne Sicherheitskurte.
Ich glaube, das war zum Schluss. Da gibt es dieses berühmte Meme. Dieses berühmte Meme, kennt ihr das? Er würde sich nie ein Sicherheitsgurt anlegen. Wenn ihm die Zigarette nämlich runterfällt, dann könnte er es nicht bücken beim Autofahren. Ja, so war das damals. Es war normal. Na klar.
Und jetzt wollen wir es nicht unbedingt, also in 1 zu 1 verklagen, wie viele Menschen sind leider ums Leben gekommen, weil sie diesen Sicherheitsgurt nicht hatten. Absolut. Man kam in den 60er Jahren oder irgendwas. Ich weiß jetzt auch wohl, wo das ist, aber eine von denen hat es erfunden.
Und wir haben ja deswegen nicht die Autos abgeschafft, sondern wir haben sie sicherer. Und das ist so ein bisschen, was für mich wichtig ist und gesagt, jetzt ist es da, wir müssen noch gucken, dass es das, was es uns bringt, nutzt und da, wo es uns schadet, uns zu überlegen, wer sind wir als Menschen, was brauchen wir, um gesund und glücklich zu sein, also um es ein bisschen überspitzt zu sagen, um in einer Balance zu leben, weil wir ja nun recht archaische Wesen sind, hochsozial für Verbindung ausgelegt, alle diese Dinge, die werden wir auch so schnell nicht ändern, egal welche KI daherkommt. Und das aber so zu nutzen, dass es uns Vorteile bringt. Und das ist so das, worum es geht und worum sich auch in der Welt einige Leute gut kümmern können. Also vielleicht ein bisschen zu wenig noch, aber es findet statt. Du hast ja in deinem Podcast How Do We Manage wirklich tolle Leute und auch sehr internationale Gäste. Es ist ja auch ein Podcast, der auf Englisch stattfindet. Gibt es da vielleicht ein Gespräch, das dich besonders beeindruckt hat? So ein Gast, wo du denkst, oh wow, also da habe ich jetzt echt richtig viel für mich auch nochmal Neues mitgenommen? Ich weiß nicht, ich bin so, ich habe schwierig zu sagen, dass da so ein Gast ist, weil ich habe so viele tolle Leute und ich habe so... Immer mal wieder so Momente, die mir bleiben.
Also ein, zwei Sätze von Leuten. Und oft sind die so ein bisschen aus dem Zusammenhang genommen. Dass die so irgendwas sagen, wo man sagt, nee, richtig. Ich weiß nicht, ob das einmal ist, das ist eine Atemübung. Oder das andere Mal ist es irgendwie nicht aufgeben. Nicht Menschen aufgeben, die gut sind, selbst wenn Zeiten schwierig sind. Junge Menschen mentoren. Das ist jetzt gerade, was jetzt gerade läuft. Weil diese Karrieren, die diese Menschen haben, sind so einzigartig teilweise und es ist oft sind so ein, zwei so Sachen, die man mitnimmt, wo man sagt, ja richtig. Und darum geht es mir auch, dass du, also wir sitzen ja da nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern wir sitzen da nur und reden über die Erfahrungen dieser Leute, die teilweise toll sind oder extraordinär in irgendeiner Form und dir einem helfen, im Grunde mir genauso.
Manchmal den Blickwinkel zu ändern. Manchmal die Perspektive zu ändern, den Horizont ein wenig zu erweitern und davon dann zu lernen und dann vielleicht das eine oder andere für dein eigenes Leben mitzunehmen, zu sagen, ah, darüber habe ich doch gar nicht nachgedacht, das mache ich jetzt, versuche ich jetzt vielleicht auch mal. Also ich höre den Podcast auch sehr gerne und ich werde ihn auf jeden Fall auch in den Shownotes natürlich verlinken und vielleicht auch noch eine Empfehlung an der Stelle für alle Englischlehrer und Lehrerinnen, da mal reinzuhören und sich da auch Elemente rauszuholen. Da gibt es auch ganz viel, was man da als Takeaways nehmen kann. Absolut. Aber arbeiten wir auch an einer Deutschübersetzung, was hoffentlich rauskommt bald, weil der deutschsprachige Markte der Einzige ist, der mehr durch diese Synchronisation sozusagen gewöhnt ist, dass wir alles in unserer eigenen Sprache haben. Das ist ja oft in vielen anderen Ländern nicht so, wo Untertitel laufen.
Und synchronisiert ihr das mit KI oder wie macht ihr das? Ja, bestes Anrundungsbeispiel. Da arbeiten wir gerade dran und wir tun es natürlich nur raus, wenn es super ist. Und dann arbeiten wir dran. Und das ist tatsächlich auch spannend. Also ich finde, die Entwicklungen der Technologien sind auch spannend. Das ist nicht immer nur lebensgefährlich. Ich glaube, eine Sache, die du sicherlich vielleicht auch beobachtest, das habe ich jetzt nicht bei dir gehört, sondern im OMR-Podcast, der Beiser, der da in Silicon Valley sitzt. Vielleicht schicke ich dir mal einen Link. Das ist sicherlich ein toller Gast auch für dich für einen Podcast. Der erzählt, naja, er hat in einer Woche 34 Einladungen zu AI-Events bekommen in Silicon Valley und es war keine Conference Week oder sowas. Es ist einfach so ein Thema und in Deutschland, klar, überall gibt es mal so kleine KI-Sachen. Aber dieses Thema gebündelt und auch als Entrepreneurship-Thema, da sind wir doch hinterher, oder? Ja, also natürlich, wir sind zu einem Teil hinterher auch nicht überall in Europa. Und es gibt schon so Cluster, wo die ganz weit vorne sind. Und Europa hat ja auch so ein paar Initiativen sozusagen, das Thema europäische KI nach vorne zu bringen. Das finde ich spannend.
Frankreich. Genau, von Frankreich zum Beispiel. Es ist natürlich immer wahnsinnig schwer und dafür finde ich Europa an sich toll. Aber es ist wahnsinnig schwer, wenn du einen großen Player wie Amerika hast, die eigentlich vollkommen unzensiert Dinge entwickeln können. Und das vornehmlich sozusagen für den Gewinn, also für the gains. Deswegen bin ich auch so gerne Europäer. Großartig, dass wir uns hinsetzen in Europa und zu sagen, Moment mal.
Also das ist alles super, aber wir müssen gucken, dass es nicht in eine Richtung läuft, die wirklich viel Schaden nimmt. Also ich finde, jede Initiative in Europa, die sozusagen KI unterstützt und das vorwärts treibt und uns dafür sorgt, dass wir uns nicht total abhängen von der internationalen Entwicklung. Großartig, weil es oft gebündelt ist mit eben einigen Menschen und einigen Fragen, die vernünftig sind, weil sie auch zum Schutz der Menschen und des Einzelnen beitragen. Du hast eigentlich das Wort gerade schon benutzt, das Zentrale vernünftig, also Vernunft aufklärerisch, die an unsere Werte gekoppelt sind. Ja, da gibt es zu Amerika sicherlich natürlich aufgrund unserer gemeinsamen Geschichte noch einen größeren Zusammenhang, aber wir müssen natürlich auch... Nach China sehen, wo KI ideologisch vorangetrieben wird als Thema, wo wir natürlich auch das Problem haben, wer steckt dahinter? Also DeepSeek soll jetzt zum Beispiel, also dieses Sprachmodell, was glaube ich vor vier, fünf Monaten total eingeschlagen ist und CCPT durchgerüttelt hat und alle verunsichert hat, das soll jetzt aus den App-Stores in Europa entfernt werden, weil man der Sache nicht traut. Gut, es ist natürlich, wenn alles vom Staat reguliert ist, also ich meine, Amerika sind die großen ein Player dahinter und in China ist der Staat dahinter.
Trotzdem sind die vorne dran. Ich glaube, wir haben wahnsinnige Chancen, wir haben tolle Menschen in Europa und wir dürfen uns auf keinen Fall die Butter vom Brot nehmen lassen. Wir wollen nicht, dass der Staat von alles oben zensiert und reguliert. Das ist nicht, wie wir, was unsere europäischen Werte sind. Und trotzdem müssen wir gucken, dass wir uns auch für gleichzeitig, so wichtig ich es finde, für den Schutz des Einzelnen einzustehen, uns nicht vollkommen tot, Und vor lauter Angst überhaupt nichts vorwärts bringen, weil das ist ja auch manchmal so ein Phänomen, was wir auch gerne mal in Deutschland haben. Jetzt haben wir ja die zukünftigen KI-Fachkräfte, Politiker, Politikerinnen sind ja da, sitzen heute nur noch in unseren Schulbänken.
Und da ist natürlich die Frage, wie können wir sie denn ein wirklich am besten auf diese Zukunft vorbereiten? Also jetzt wirklich nur mal mit dem Blick auf Deutschland, denn ja, diese digital geprägte Zukunft hat halt in weiten Teilen noch nicht flächendeckend Einzug gehalten in unserem deutschen Schulsystem. Was denkst du, wo sollte man da ansetzen, um wirklich diese oft zitierten Future Skills, die Zukunftskompetenzen auch in den Köpfen unserer Kinder und Jugendlichen zu verankern? Also Digital Literacy, also die Medienkompetenz, die ist halt jetzt inzwischen auch in KI. Das fängt ja damit an, dass man versteht, was ist überhaupt KI. Also es sind Grundlagen, so wie ich früher auch immer gesagt habe, man müsste eigentlich Coden lernen. Nicht, weil jeder Coder wird, sondern weil man die Grundlagen versteht. Wie das überhaupt funktioniert. Ich treffe mit so vielen Noten auf, mit Unternehmern, die so im Mittelstand sind und gesagt haben, wir verstehen ja, dass wir KI benutzen müssen, aber wir wissen nicht so genau, wo wir anfangen sollen. Und wenn du aber natürlich von klein auf weißt, so funktioniert das, so kann das angewendet werden, das kann es dir bringen, dann bist du ja schon viele Schritte nach vorne. Zu glauben, dass wir Chat-GPT und ähnliches verbieten können und dann und auch gleichzeitig den Kindern verbieten sollen, die dürfen das alles nicht verwenden.
Ja, good luck, würde ich sagen, weil Kinder und Jugendliche sind kreativ und finden immer einen Weg drumherum. Wir als Erwachsene müssen doch uns überlegen, wie schaffen wir denn auch in Zukunft Modelle, also oft dann in Gruppenarbeiten, in Projekten, projektbasiertes Lernen und so weiter, wo es dann zum Schluss vielleicht nicht so wichtig ist, dass sie JGBT verwendet haben.
Aber wir müssen ihnen doch das kritische Denken, das Miteinanderarbeiten, dass sie das lernen. Was wir in der Schule waren, waren die weit vorne, die ganz viel Information haben. Heute ist die Information ja da. Wir müssen sie filtern und anwenden und kritisch überprüfen, weil da sind auch immer noch überall Fehler drin. Wenn du Chachibiti verwendest, wenn ich Chachibiti verwende, manchmal kommen da Sachen, wenn ich da Sachen reingebe, denke ich mir so, wow, das stimmt natürlich hinten und vorne nicht. Und das ist klar, das wird immer besser werden. Aber die Fähigkeit, das zu erkennen, das ist das, was wir beibringen müssen. Und da gibt es natürlich einige großartige Pädagogen in der Welt, in unterschiedlichen Ländern, die sich genau mit diesen Themen befassen. Wie schaffen wir das, um die Technologie herum unseren Kindern sie optimal auszubilden? Jetzt kommt der Werbeblock und dazu haben wir natürlich fantastische Digis, die du unter anderem auch deinen erwachsenen Gesprächspartnern anbieten kannst, wenn du dann Schulung machst oder Fortbildung. Kann ich uneingeschränkt sagen, weil die wirklich fantastisch erklären, wie funktioniert KI, wie funktioniert das, um erstmal ein Verständnis dafür zu haben und natürlich auch ins Machen zu kommen.
Letztendlich entlastet uns das ja nicht von unserem kritischen Geist. Da sind wir herausgefordert. Ich finde, wir sollten auch grundlegend verstehen, wie KI funktioniert, dass wir dem auch nicht hilflos ausgeliefert sind. Ja, aber da möchte ich gerne auch noch ergänzen. Wir hatten nämlich auch mal die Julia Freudenberg im Podcast von der Hacker School, auch für Girls. Also die ganz bewusst nicht nur, aber auch verstärkt den Fokus auf Mädchen hat es, die genau das anfangen, programmieren lernen. Hat es auch ein ganz tolles Was ist was Buch dann dazu geschrieben.
Töchter und Mütter. Töchter und Mütter. Also ganz spannend, genau die Kinder da abzuholen und dieses grundlegende Verständnis einfach zu entwickeln. Also ich habe mich zum Beispiel neulich gerade, dass du sagst, mit jemandem unterhalten, die machen ganz viel Digital- und KI-Schulungen für ganz kleine Kinder. Die machen das aber nicht digital, die machen das analog. Die haben Schulbücher. Wir können Technologie beibringen, auch Kleinkindern und was es bedeutet und wie es funktioniert. Das kann man auch im normalen Schulbuch. Und man kann auch Gefahren hinweisen für kleine Kinder. Das kann man auch analog. Die müssen noch nicht, wenn sie ganz jung sind, sofort mit den Technologien umgehen. Das geht und das ist für die und für den ganzen Lernprozess, wenn wir jetzt auf die ganzen Entwicklungsprozesse im Gehirn und für junge Gehirne, wie die lernen und wie sozusagen alles sich weiterentwickelt, ist das unfassbar wichtig. Und dann schlagen wir ja mehrere Fliegen mit der einen Klatsche. Wir machen richtige Technik- und Digitalausbildung, aber wir holen die Kinder in ihrem Entwicklungsstadium ab, wo sie sind. Und kleine Kinder müssen nicht unbedingt 16 Stunden vor dem Bildschirm sitzen oder sollten sie auch. Aber informatorische Grundbildung beginnt dort, wo wir Äpfel und Birnen auseinander sortieren. Null und Eins.
Also es gibt ganz viel spielerische Dinge, die man in einer Grundschule oder sogar im Kindergarten schon machen kann, wo man etwas anlegt. Und das ist informatorische Grundbildung, zwei Dinge zum Beispiel zu sortieren oder zu kombinieren. Und damit fängt das an. Also ich kann applaudieren, dich da unterstützen und auch diese Initiative, die du da kennengelernt hast.
Da fängt es an, dieses Missverständnis, das ist ja auch ein gewolltes Missverständnis von Menschen, die gegen Digitalisierung sind, die dann sofort das immer auf diesen einen Prozess steuern. Die Kinder haben das iPad in der Hand. Darum geht es gar nicht. Es geht um Basiskompetenzen und Inhalte, die wir auch analog vermitteln können. Da fängt es an.
Genau. Was mir auch immer noch wahnsinnig wichtig ist, das sind die Human Soft Skills. Also das ist Empathie, Kommunikationsfähigkeit, kritisches Denken. Also das, was wir gerade kurz angesprochen haben. Es gibt so viele Kinder und Jugendliche, die wachsen ausschließlich vom Bildschirm auf. Die gucken dich nicht mehr an. Die haben Schwierigkeiten, Menschen in die Augen zu gucken. Die haben Schwierigkeiten, Emotionen zu lesen. die haben Schwierigkeiten mit ganz vielen normalen menschlichen Interaktionen. Also die Konzentration auf Humans, also Sozialkompetenz heißt das wahrscheinlich auf Deutsch.
Unfassbar wichtig. Und auch das kann man im Übrigen im Kleinkindalter hervorragend mit Spielen und mit unterschiedlichen Projekten und so weiter schulen. Das ist in meinen Augen etwas, worüber viel zu wenig gesprochen wird, weil das ist auch ein echtes Problem. Wenn wir da nicht mehr mit der Hand leben können und keiner mehr versteht, was eigentlich passiert ist. Und die Jugendlichen keine Beziehungen mehr haben, weil die haben sich noch nie in echt getroffen. Die wissen gar nicht, wie sie reagieren sollen, wenn sie plötzlich aufeinandertreffen. Und das ist jetzt vielleicht in mancherlei Hinsicht überspitzt, aber schon da. Da muss man eben auch, guckt man in der Gegenwart bleibt und sagt, okay, das ist unsere Realität, da müssen wir gegenwirken. Und da hat ja eigentlich genau die Schule wunderbare Möglichkeiten als Melting Pot, wo die Kinder nämlich genau analog zusammenkommen, sich da mehr zu engagieren und diese Human Skills, diese Soft Skills absolut zu fördern, unter Einbeziehung dann natürlich auch der Technologie. Also Stefanie, ich danke dir ganz herzlich an der Stelle für das wunderbare Gespräch. Ich habe das Gefühl, wir können auch noch zwei Stunden drüber sprechen. Es ist super spannend und es bleibt natürlich auch spannend.
Ja, ich glaube, da müssen wir nochmal ran an das Thema. Also lieben Dank für deine tollen Impulse und auch deinen internationalen Blick, fand ich sehr bereichernd und ganz liebe Grüße ins heiße London an der Stelle. Vielen Dank. Vielen, vielen Dank. Viele Grüße ins heiße Deutschland zurück. Ich finde euren Podcast super. Ihr gebt den Raum zum Nachdenken und für dieses unfassbar wichtige Thema. Also immer weiter so. Vielen Dank. Ich hoffe, wir sehen uns bald. Das stimmt. Vielen Dank, Stefanie. Nachgedacht.
Viola, ja, so schnell ist die Zeit rum. Was nimmst du aus dem Gespräch mit Stefanie mit? Ja, sehr viel. Sie hat natürlich einen sehr breiten Erfahrungsschatz und ich mag auch da so ihre Blicke zwischen die Welten, zwischen Deutschland und England und Amerika. Also da hat sie natürlich sehr viele Perspektiven mit einbringen können und vor allen Dingen auch den Fakt, dass die reine Bildschirmzeit ja gar nicht mehr so entscheidend ist, sondern die Inhalte, also was die Kinder in dieser Zeit tun. Ja, das hast du im Gespräch auch gemerkt. Das stimmt, wobei ich da einhaken würde. Ich finde schon, dass die Dauer eine Rolle spielt. Und natürlich auch das Alter, wann Kinder damit in Berührung kommen. Bei jüngeren Kindern sehe ich, wie lange es sitzen vor dem Bildschirm, Konzentration, Bewegung und Schlaf beeinflusst. Da würde ich sagen, bin ich etwas strenger als Stefanie. Verstehe ich total. Ich habe ja auch Kinder, die sind zwischen 10 jetzt und 20, aber auch zwischen 10 und 17 ist da ein riesengroßer Unterschied. Aber ich glaube, Stefanie wollte den Blick da noch ein bisschen weiten. Also es geht ja nicht nur ums wie lange, sondern auch um das eigentliche Wie. Also wenn Kinder kreativ sind oder lernen, dann ist es halt was anderes als das reine Scrollen. Ein weiterer Punkt, da müssen wir einhaken und das hängt unmittelbar damit zusammen, wie gehen wir mit Handyverboten allgemein um. Da hat sie ein Beispiel gebracht aus der Schule ihrer Kinder.
Wo eben Handys eingesammelt werden und da bin ich auch innerlich hin und hergerissen. Du kennst meine Haltung, du kennst, was ich in der Schule gemacht habe, Handytresor etc.
Einerseits stimme ich trotzdem zu, wir müssen Kinder befähigen, mit Technik verantwortungsvoll umzugehen. Andererseits kenne ich Schulen, wo Verbote Ruhe in den Unterricht bringen und Lernzeit retten, so wie bei mir im Unterricht. Ich frage mich, ob wir nicht beides brauchen, Regeln und Verantwortung. Und mir geht es ja darum, dass die Handys, die privaten Endgeräte aus dem Unterricht verschwinden. Wir brauchen schulisch administrierte Endgeräte. Tablets, Computer etc., mit denen die Kinder sich dann in der Digitalität bewegen. Ja, klar. Das ist natürlich ein riesiges Spannungsfeld und ja auch eine ganz spannende Balance, die daraus resultieren kann. Was ich da noch besonders wichtig fand, dieser Aspekt, dass Medienerziehung nicht alleine bei den Eltern bleiben muss, sondern dass die Schule sich da wirklich auch mehr einbringt und eine größere Rolle spielt, vor allen Dingen von der Grundschule an. Und da muss ich jetzt auch mal ein Beispiel bringen. Du weißt, Gerd, ich bin Berlinerin. Wir haben sechs Jahre Grundschule. Meine Zwillinge gehen in die fünfte Klasse und sie haben 0,0 Medienerziehung im Unterricht. Und es gibt auch kaum mal einen Elternabend zum Thema Medienkompetenz. Wie begleite ich mein Kind? Also da ist definitiv auch aus meiner ganz eigenen Perspektive noch wirklich Luft nach oben. Ja, aus einem Elterngespräch, Schule ist anemisiert.
Da hatte ich gestern Vater angerufen, auch sechste Klasse und der hat mir Folgendes erzählt, auf einem Elternabend wurde dann darüber gesprochen über Digitalität und dann wurde den Eltern deutlich gemacht, dass es hier in der sechsten Klasse überhaupt gar keine Rolle spielt.
Im nächsten Jahr, in der siebten Klasse, würden die Schüler dann einen Kurzvortrag machen und dazu dann auch eine PowerPoint. Und dann würde auch mit Digitalität geübt werden, aber in der sechsten Klasse hat das nichts zu suchen. Und es werden auch keine E-Mails geschrieben. Die Elternbriefe werden ausgedruckt auf Papier.
Das ist viel persönlicher, wenn man das so macht. Es wurden dann einige Gewährungshelfer ins Feld geführt. Manfred Spitzer, Kinderhirne sind in Gefahr, wenn sie dann mal ein Tablet in die Hand nehmen. wirkt irgendwo auch absurd und außer Zeit gefallen. Natürlich mit diesem PowerPoint. Es ist sehr lustig, finde ich. Ja und es geht ja auch genau darum, die Kinder sanft an das Thema heranzuführen und wo können wir das besser machen als in der Grundschule. Wir sind ja auch keine Verfechter, da von den Kindern ab der ersten Klasse Tablets in die Hand zu drücken und zu sagen, digitale Bildung über alles, das ist ja gar nicht der Ansatz. Aber natürlich, gerade auch mit den Digis wollen wir ja eine Bildung anbieten, die umfangreich ist, die abwechslungsreich ist, die verschiedene Lerntypen anspricht. Also kurzum, die die Vorteile von der digitalen Technik auch rauskitzelt. Und ich denke, das ist doch das, wofür wir unsere Kinder auch kompetent machen müssen. Denn seien wir mal ganz ehrlich, Papier ist schön und gut und wird auch sicherlich seinen Nutzen behalten. Aber wo wir uns jetzt 2025 immer weiter hinbewegen, das ist doch klar, dass es immer mehr Richtung KI, Digitales etc. gehen wird.
Kommunikation und kritisches Denken hat ja Stefanie auch angesprochen. Ich glaube, da sind wir uns ja alle einig. Diese Soft Skills, die sind absolut notwendig und die kann man auch nicht früh genug trainieren, sowohl analog, um dann in der Digitalität hinter souverän zu sein. Ja, absolut. Und KI selbst hat Stefanie ja auch nicht verteufelt. Sie sieht das ja wirklich auch mehr als Werkzeug, das uns helfen kann, wenn wir es richtig regulieren und verantwortungsvoll einsetzen. Ja, Gerd, und ich würde sagen, jetzt bist du dran mit unserem Schlusswort. Sehr gern. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert unseren Podcast Hey Digi, so geht Lernen heute. So verpasst ihr keine spannenden Gespräche mehr rund ums Lernen, Schule und Digitalisierung. Bis bald. Das war Hey Diggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.