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Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Hey Digis, so geht Lern heute. Und ich freue mich, euch heute unser brandneues Format Pitch des Monats vorstellen zu können. Hier sprechen wir mit Bildungseinrichtungen, Start-ups, Vereinen und Initiativen, die allesamt wertvolle Arbeit im Bildungsbereich leisten. Im Pitch des Monats könnt ihr, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, also ganz viel darüber erfahren, welche neuen Ideen es im Bildungssektor gibt, welche Trends aktuell entwickelt werden und wie ihr von diesen Ideen ganz persönlich für euch und eurer Arbeit profitieren könnt. Den Pitch des Monats hört ihr ab jetzt immer zu Beginn jeden Monats, um gut informiert und mit frischen Ideen direkt starten zu können.

Heute spreche ich mit einer Organisation, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Die Bluebox Kinder- und Jugendbildung GmbH aus Berlin ist mein erster Gast. Sie gibt seit vielen Jahren Kindern und Jugendlichen eine Stimme, macht sie stark und arbeitet jeden Tag daran, ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Bei mir ist Carsten Molliker, der als CEO die Geschäfte von Blue Blocks führt. Lieber Carsten, so schön, dass du da bist. Vielen, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein.

Ja, das ist auch schön, muss man sagen, dass wir uns jetzt auf dem Weg wiedersehen, denn wir haben uns ja auch schon persönlich kennengelernt. Das ist jetzt wirklich fast genau ein Jahr her, am letzten September. Da saßen wir nämlich bei der Tribute to Bambi Gala am gleichen Tisch und da hast du mir schon was von Blue Box erzählt. Genau, das war ein richtig cooles Dinner, das wir da genießen durften. Absolut. Und es war vor allem toll, dich kennenzulernen und viele andere Leute, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen. Das war echt ein schöner Abend. Ja, das fand ich auch. Es war wirklich ein sehr besonderer Abend. Und so ist jetzt auch unser Kontakt entstanden, auch wenn es ein Jahr gedauert hat. Das macht ja nichts. Ich muss jetzt erst mal die gleiche Frage stellen, die ich natürlich da am Tisch auch gestellt habe. Also stell dir mal vor, du triffst jemanden Fremden. Wir haben viele Zuhörer und Zuhörerinnen, die wahrscheinlich noch nichts von Bluebox gehört haben. Und du müsstest jetzt in einem Satz erklären, was ihr eigentlich macht. Was würdest du sagen? Und ich muss gleich noch was hinten anfügen. Vielleicht kannst du auch was zu dem ungewöhnlichen Namen Bluebox noch dazu sagen.

Voll gerne. Also die Blue Box ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre kreativen Begabungen kennenlernen können. Und ja, wir sagen immer, wir suchen, finden und fördern die kreativen Begabungen von Kindern und Jugendlichen, damit sie Selbstwirksamkeit erleben, Selbstwert erleben können und dadurch zu hoffnungsvollen Mitgestalten in der Gesellschaft heranwachsen. Und der Name kommt tatsächlich aus dem Film. Also heutzutage nennt man das jetzt Greenscreen. Früher war das die blaue Box oder die Blue Box und da werden Menschen ja vor Hintergründe gesetzt, die sich dann ändern und da kann man sich ganz anders wahrnehmen und das soll die Blue Box sein. Das ist ein Ort für Kinder und Jugendliche, wo sie sich in einem ganz anderen Kontext kennenlernen dürfen, wo sie sich ausprobieren können, Fehler machen können und ganz neu ihre Grenzen abstecken können. Und das können sie ganz oft, jedenfalls die, die uns besuchen, in ihrer Schule oder in ihrem Familienumfeld nicht erleben. Und bei uns können sie ihr Potenzial kennenlernen. Richtig cool. Klingt richtig gut. Und so macht der Name natürlich dann auch komplett Sinn, wenn es daraus abgeleitet ist. Du hast gerade schon das Wort Potenzialentfaltung gesagt. Das ist euch ganz, ganz wichtig. Die Selbstwirksamkeit, auch das Stärken des Selbstwertgefühls. Das ist ja eine ganz starke Vision und auch super wichtig natürlich für unsere Kinder und Jugendlichen.

Warum ist dieses Thema für dich und für Bluebox so zentral in eurer Arbeit? Du sagst, es wird sonst nicht genügend gefördert? Ja, also das erleben wir zumindest seit vielen Jahren. Also wir sind seit 2009 am Start und natürlich ändern sich auch die Zeiten. Aber wir stellen immer wieder fest, dass viele Kinder und Jugendliche, gerade wo der soziale Herkunft nicht immer so ganz einfach ist, wo der Staat nicht so einfach ist, nicht wirklich wissen, wer sie sind und was sie können. Und wir glauben, dass jeder Mensch, jedes Kind vor allem, jeder Jugendliche ein Wunder ist. Ganz individuell ausgestattet mit Talenten, mit Begabungen und es ist wichtig nicht auf die Defizite zu gucken nicht auf die negativen Sachen, sondern den Blick bei Kindern und Jugendlichen auf das Positive zu schildern und zu zeigen und zu erleben für Kinder und Jugendliche, dass sie was können, dass sie wer sind das verändert, das verändert alles, das verändert ihre eigene Perspektive auf sich und das verändert auch die Perspektive auf ihr Gegenüber, auf die Gesellschaft und dann möchten sie teilhaben, das erleben wir immer wieder, sie möchten mitgestalten und wo vorher eine große Dürre war und eine Unkenntnis über sich selbst oder über andere entstehen plötzlich, ja. Das klingt jetzt sehr poetisch, aber da entstehen plötzlich so Oasen, wo man sich frei entfalten kann, wo wir plötzlich entdecken, was alles in dem Kind steckt. Klingt so schön, wenn du das sagst und du strahlst auch so, man merkt wirklich, dass du das so lebst.

Und natürlich mir auch mit meinem Pädagoginnenherz und als vierfache Mama geht mir dann selbiges auf, weil ich das ja auch sehe und weiß, wie wichtig das ist. Also klar, diese Beziehungsarbeit auch als Basis von schulischer Bildung, richtig? Ja, absolut. Absolut. Also wir glauben, also Bindung ist immer Bildung. Also ohne Bindung ist keine Bildung möglich. Also nicht die Institutionen machen Menschen zu dem, was sie sind, sondern Menschen machen Menschen zu dem, was sie sind. Und wir möchten Kinder und Jugendliche begleiten, dass sie sich selbst entdecken können und deswegen ist es total wichtig, dass sie ihre Potenziale und ihre Entfaltungsmöglichkeiten bekommen. Das kriegen sie leider sehr oft nicht. Ich arbeite ja in Lichtenberg in der Blue Box, in Berlin-Lichtenberg und da sind 13.500 Kinder von Kinderarmut bedroht oder leben unter der Kinderarmutgrenze und das sind natürlich Zustände, die können wir einfach als Gesellschaft nicht akzeptieren. Absolut, gar nicht. Sollten wir nicht akzeptieren, können wir auch nicht als Normalzustand einfach so stehen lassen, sondern umso wichtiger, dass ihr da rangeht an das Thema und wir kommen sicherlich auch noch drauf zu sprechen, wie man euch da unterstützen kann, natürlich in dieser ganz wichtigen Arbeit. Du sagst, Bindung ist Bildung, finde ich total gut, einfach auch als Grundvoraussetzung. Seid ihr denn auch viel im Austausch mit Lehrkräften?

Ja, also das ist ein total wichtiger Aspekt. Wir müssen immer Kinder da abholen, wo sie sind und das ist natürlich in ihren Familien oder in den Umständen, in denen sie sich befinden, ob sie jetzt in einem Heim wohnen oder in einer Familie aufwachsen können. Das ist natürlich auch noch total wichtig, auch die Schulbildung, also die Jahre, die sie sozusagen da verbringen, mit abzudecken. Und deswegen versuchen wir auch immer eng mit den SchulsozialarbeiterInnen und den LehrerInnen zu gucken, wo können wir noch Dinge mitgeben als gemeinnützige Organisationen, die in der Schule einfach nicht mehr erlebt werden können.

Die in der Schule nicht mehr erlebt werden können. Warum können die in der Schule nicht erlebt werden? Welches Feedback bekommst du da? Sehr oft bekomme ich das Feedback, dass die Klassengrößen so groß sind, dass sie von den LehrerInnen und den SchulsozialarbeiterInnen, die dann auch dann vor Ort sind, nicht mehr abgedeckt werden. Also die Individualität der Kinder kann nicht mehr so gefördert werden, dass da eine Begleitung stattfinden kann. Es gibt natürlich auch bei uns in Berlin auch eine Frage mit den Deutschkenntnissen oder mit den Dingen, die einfach, ja, wo kommen die Kinder her, was haben sie für Möglichkeiten, auch ihre Hausaufgaben zu Hause zu machen, das ist überhaupt nicht möglich. Teilweise, wenn man in einem Patchwork-Situation vielleicht lebt mit mehreren Geschwistern oder dann plötzlich der pädagogische Auftrag bei einem Achtjährigen für seine kleinen Geschwister ist und so weiter und da anzusetzen und zu gucken, wo steht jedes einzelne Kind individuell und wie können wir helfen dabei, dass es erkennt und erleben kann, dass es etwas wert ist und dass es etwas kann und daraus eben diese Selbstwirksamkeit entwickelt.

Wenn ich das richtig von dir damals verstanden habe und auch auf der Homepage gelesen habe, ist ja ein Schwerpunkt eurer Arbeit auch die Kunst. Warum setzt ihr da an? Warum ist die Kunst so wichtig? Ja, tatsächlich ist unsere Methode die Kunst, weil wir festgestellt haben, dass in der Kunst fast alles steckt, was man braucht. Also ein Lied lässt sich natürlich so nach Noten singen und nach Technik, aber wenn man das nicht beseelt, also wenn man das nicht mit sich selbst füllt, dann wird das kein schönes Lied. Dann wird man einfach nur was runterrasseln. Und so ist es auch bei Schauspiel, bei Tanz. Es steckt immer ganz viel von einem selber drin. Es ist natürlich auch der Teamgeist, der entwickelt wird. Also man hat meistens mit anderen Menschen zu tun und entwickelt gemeinsam etwas. Aber vor allem ist die Kunst immer dafür da, dass man auf sich selbst schaut.

Woher komme ich? Wie gehe ich damit um? Ich kann eine Szene, ich bin ja auch Schauspieler, kann eine Szene einfach nur aufsagen oder ich kann sie füllen mit meinen Erlebnissen, mit meinen Erfahrungen. Und dann kommt natürlich auch eine Technik dazu, Sprache und so weiter. Aber das ist uns ganz wichtig. Also wir glauben, dass Kunst wirklich auch ein Schlüssel sein kann, um sich selbst mal in ganz anderen Situationen zu entdecken und festzustellen, was steckt alles in mir, was kann ich eigentlich alles. Ja, sicherlich ein spannender Ansatz, der da auch ganz neue Wege eröffnet und sicherlich auch viel Raum für Emotionen bietet, kann ich mir vorstellen. Du hast gesagt, die Kinder lieben das da mitzumachen. Das ist ja sicherlich auch oft eine sehr körperliche Möglichkeit, sich auszudrücken, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Du hast auch gesagt, dass die jungen Menschen, die bei euch sind, gerne mitgestalten wollen, wenn man sie denn lässt. Wie kann man denn bei euch eigentlich mitgestalten? Geht das? Ja, das geht auf alle Fälle.

Unser Ansatz ist bei 0 bis 18. Das heißt, wir versuchen wirklich die gesamte Kindheit abzudecken bis zum Erwachsenenwerden. Das heißt, wir haben eine Kita, wo es ein Kinderparlament gibt. Da können die Kinder von 0 bis 6 oder von 1 bis 6 mitentscheiden und mitbestimmen, was es für Feste gibt und wie Tagesabläufe entstehen und so weiter. Und bei unseren außerschulischen Nachmittagsangeboten, da ist uns immer ganz wichtig, wir starten immer mit einer Legier-Smi-Runde. Das heißt, da kann man sich immer mitteilen, das ist immer neutral, das ist immer alles erlaubt zu sagen und am Ende machen wir immer mit den Kindern Feedbacks. Das heißt, die Kinder sagen immer am Ende, was war gut, was war nicht gut, was hat mir gefallen, was können wir nächstes Mal anders machen und dann setzen sich die Mitarbeitenden immer danach noch zusammen und überlegen, was haben wir daraus gelernt und wie können wir das beim nächsten Angebot entsprechend der Kinderwünsche anpassen. Richtig gut und ich frage mich jetzt gerade, wie eure ganzen Mitarbeitenden das alles so auffangen können, weil ich denke, das ist so der einzig richtige Weg. Es ist natürlich eigentlich auch das, was man sich für die Schule wünschen würde und ich weiß, dass sich so viele Lehrer und Lehrerinnen genau das auch wünschen, die Zeit dafür zu haben, diese Individualität, die sie ja ganz oft sehen, aber halt nicht so bedienen können, wie sie es gerne würden. Einfach weil die Zeit fehlt und weil man, wie du richtig sagst, bei Klassengrößen von 28 bis 30 Kindern, man schafft es einfach nicht als eigenständige Person. Das geht nicht. Absolut richtig. Und ich verstehe das und wir verstehen das komplett.

Das ist tatsächlich auch gewachsen aus unserer Erfahrung, dass unsere Qualität tatsächlich daran liegt, wie viel Zeit wir aufwenden in einer Vor- und Nachbereitungszeit.

Wir haben inzwischen über 90 Mitarbeitende bei uns in der Brewbox und wir haben von ganz klein angefangen und haben von Anfang an festgestellt, wenn wir nicht die Zeit auch mit einem großen strukturellen Umfeld von 90 Mitarbeitenden haben, wo sie Zeit bekommen, vor- und nachzubereiten und wirklich qualitativ sich vor- und nachzubereiten, dann bringt nichts. Also es bringt einfach nichts. Die Beziehungsarbeit kann nur stattfinden, wenn man sich gut vorbereitet und nachbereitet. Und ich kann das total nachvollziehen, dass LehrerInnen und Lehrer manche Zeitressourcen einfach nicht haben. Und das ist schrecklich. Das ist einfach schrecklich. Und deswegen braucht es Organisationen und Vereine, die sich eben außerschulisch engagieren. Ja, absolut. Ganz, ganz wichtige Arbeit, die ihr leistet, natürlich. Und ihr seid ja auch nicht nur in Berlin aktiv. Also sagen wir mal so, ich denke, der Bedarf ist Stand heute direkt mal bundesweit überall gegeben. Ja, also davon würde ich mal ausgehen für so ein tolles Angebot wie von Bluebox. Aber das schafft ihr natürlich auch mit 90 Mitarbeitenden noch nicht. Man kann ja nie wissen, wie weit ihr noch expandieren werdet. Aber sagt mir doch mal Stand heute, wo findet man euch denn überall? Ja, im Moment sind wir in Berlin-Lichtenberg, direkt so in der Mitte zwischen den Hochhäusern.

Genau, wir haben über 300.000 Menschen nur in unserem Kiez leben. Und dann haben wir noch eine Blue Box vor drei Jahren in Brandenburg gegründet, im Landkreis Oderspray. Das ist eine ganz andere Herangehensweise. Da haben wir es mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die auf dem Land leben, ganz andere Perspektiven auch brauchen. Da arbeiten wir vor allem in der Natur. Da gibt es einen Markt im Lerngarten, wo Kinder selbstständig pflanzen können und gucken können, was passiert, wenn ich etwas ernte. Was musste ich vorher alles tun? Was ist das Ergebnis? Und so weiter. Und dann haben wir jetzt letzten Monat, also im August, die Blue Box Hannover gegründet und da geht es vor allem um Medienpädagogik und politische Bildung und da wollen wir gucken, dass die politische Teilhabe und die Möglichkeiten Medien einfach anders kennenzulernen dort gegeben ist. Und wir gucken immer tatsächlich, wo sind Menschen an den Orten, die die Bluebox-Philosophie oder Pädagogik kennen, verstehen und umsetzen wollen. Und das ist bisher in Brandenburg und Hannover passiert und wir sind offen zu gucken, wo der nächste Ort ist. Ja, spannend. Eine interessante Reise, auf der ihr euch befindet. Jetzt muss ich aber nochmal neugierig sein und nachfragen. Du hattest vorhin in so einem Nebensatz gesagt, du bist ja auch selber Schauspieler, kannst dein Wissen da weitergeben. Wie bist du denn zu Blue Box gekommen?

Ja, ich habe einen nicht so geraden Lebenslauf, glaube ich. Also ich habe... Erst Theologie studiert, auch fertig studiert und habe festgestellt, dass es nicht da, wo ich meine komplette Zeit und Lebensressourcen reinsetzen möchte. Und dann habe ich noch Schauspiel studiert und während des Schauspielstudiums habe ich den Gründer der Arbeit kennengelernt und der hat gesagt, hey, wenn du was suchst, wo du nebenbei noch dein so ein bisschen Gehalt bekommst, Honorar, dann macht er bei uns den Schauspielworkshop. Und ich hatte überhaupt keine Lust, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Ich habe mich da gar nicht gesehen. Ich wollte mehr ändern mit Erwachsenen und auf die großen Bühnen der Welt und so weiter. Und dann habe ich trotzdem angefangen und festgestellt, oh wow, das ist die perfekte Verbindung von Theologie und Schauspiel. Das ist irgendwie, kann ich hier mit meinen Stärken etwas anfangen und anrichten bei Kindern und Jugendlichen. Und genau so habe ich gestartet. Also am Anfang war ich Honorarkraft in Schauspielworkshop. Und unser System ist ja so, dass wir haben immer einen professionellen Künstler oder eine professionelle Künstlerin aus Tanz, Musik oder Schauspiel und eine pädagogische Fachkraft. Die arbeiten immer in jedem Workshop zusammen. Das heißt, es ist immer diese Doppelspitze und das hat sich bei uns und auch in meiner Erfahrung eben super aufgelöst und das war immer sehr hilfreich. Also ich gehe natürlich dann technikmäßig ran und wie spreche ich, wie stehe ich, wie gehe ich und dann kommt die pädagogische Fachkraft und macht mit mir danach die Auswertung, was können wir eigentlich für das Kind noch besser verständlich fürs nächste Mal machen.

Zwei Fachkräfte sagst du, wie viele Kinder sind dann in etwa in so einem Workshop? Also in den Workshops ganz unterschiedlich. Alle unsere Angebote sind ja kostenfrei und wir gucken immer, wir machen nie zu. Also keiner wird auch nach Hause geschickt und wir haben zwischen 20 bis 30 Kinder pro Workshop bei uns in Berlin. Und in Brandenburg ist es ähnlich und in Hannover ist gerade Aufbauarbeit, da sind es noch ein bisschen weniger. Genau, aber bis zu 30 können wir locker in einen Workshop unterbringen. Ansonsten machen wir tatsächlich, wenn die Nachfrage zu groß ist, einen neuen Workshop auf. Also komplett kundenorientiert seid ihr da. Wichtig.

Nun sagst du so schön, das Angebot ist komplett kostenfrei und das ist natürlich großartig, dass es für die Kinder und Jugendlichen so niedrigschwellig einfach auch zugänglich ist und genau das ist ja auch das Wichtige. Aber seien wir mal ehrlich, auch mit 90 Mitarbeitenden und euren Standorten etc., das kostet ja auch Geld. Wie finanziert ihr denn eure Arbeit, Carsten? Ja, das kostet Geld und sehr viele schlaflose Nächte und Nerven. Genau, wir sind gemeinnützig unterwegs. Wir sind vor allem von Fördergeldern finanziert. Das heißt also Teilförderungen wie eben Tribute to Bambi, Stiftungen und so weiter, die uns dann unterstützen für besondere Projekte, Postcode-Lotterie und so weiter. Die Kita ist komplett in Berlin vom Senat bezahlt. Das ist richtig toll. Das ist wirklich eine gute Sache. Aber vor allem finanzieren wir uns von Spenden. Das heißt also von Privatspenden und Firmenspenden, das schon seit 15, 16 Jahren jetzt, weil uns wichtig ist, dass wir tun etwas für die Gesellschaft und wir brauchen den Auftrag von der Gesellschaft. Das heißt wirklich, dass wir sagen, wenn ihr möchtet, dass Kinder und Jugendliche positiv heranwachsen und sich zu hoffnungsvollen Mitgestaltenden entwickeln, dann müsst ihr uns auch beauftragen damit und dann sind das die 50 oder 30 oder 10 Euro im Monat, die ihr uns gebt und dafür können wir unsere Arbeit leisten.

Ganz viel Transparenz, man kann bei uns jederzeit vorbeikommen. Es gibt regelmäßige Aufführungen auf großen Bühnen, professionellen Bühnen, wo die Patinnen und Paten der Projekte dann kommen und gucken können, was haben wir eigentlich mit dem Geld gemacht und wie sehen die Kinder aus und wie fühlt sich das alles an. Also wirklich auch ein gesamtgesellschaftliches Engagement, was ihr da seht und wo es auch absolut legitim ist zu sagen, hey, wir brauchen euren Auftrag, sind unsere Kinder und Jugendlichen unsere Zukunft, in die wir da investieren.

Jede Spende, denke ich, ist super, super gut bei euch angelegt. Wie kommt denn das Geld zu euch? Wie kann ich denn spenden, wenn ich sage, Mann, was für eine tolle Initiative, was für ein toller Typ so überzeugt und geht all in und gibt alles für die Blue Box und ich weiß, wie sehr du und deine Kollegen, Kolleginnen dieses Konzept wirklich leben. Also von daher kann ich nur sagen, jeder Euro ist definitiv gut angelegt. Aber nochmal, Carsten, wie kommt der zu euch? Wie kann ich spenden? Wo muss ich klicken? Ja, also wir haben tatsächlich über die Webseite sehr einfach. Kann man auf Spenden gehen www.bluebox.de. Bluebox wird in Lautschrift geschrieben, damit man es sich merken kann. B-l-u-b-o-k-s.de da kann man ganz einfach über Paypal oder der Visa-Karte oder was auch immer spenden, das kann man monatlich machen, das kann man einmalig machen, und wir freuen uns tatsächlich, es ist wie du gesagt hast, jeder Euro hilft, es ist tatsächlich so, es ist auch bekannt jetzt in den Medien, es wird überall gestrichen, die Kultur, die Bildung wird als erstes abgesägt und das ist keine langfristig clevere Strategie für uns, für uns alle, in Deutschland und darüber hinaus Und deswegen, es braucht die Gesellschaft, es braucht jeden Euro, es braucht jede, auch wenn es eine Zeitspende ist, genauso wichtig, dann kommt und helft mit ehrenamtlich und genau, supportet eure lokalen Vereine und eure Organisationen. Und wenn es die Bluebox ist, kann ich euch versprechen, es kommt da an, wo es ankommen soll, nämlich bei Kindern und Jugendlichen.

Das verlinke ich natürlich auch direkt in den Shownotes. Das macht es nochmal einfacher. Einfach dort klicken und dann landet man auf der Spendenseite eurer Homepage. Carsten, zum Schluss noch eine Frage. Wenn du einen Wunsch für die nächsten Jahre frei hättest, welcher wäre das? Sagen wir mal, wir gucken in einen Zeithorizont von so drei bis fünf Jahren. Würdest du dir eigentlich wünschen, dass ihr nicht mehr nötig seid? Das wäre der, also das ist der allergrößte Traum tatsächlich. Ich glaube, wie toll wäre das, wenn es solche Organisationen nicht mehr braucht? Also wie toll wäre das? Ich glaube allerdings, dass es nicht so aussieht, dass es sich dahin entwickelt. Und deswegen ist mein größter Traum tatsächlich, das sage ich auch immer meinen Mitarbeitenden, dass ein Kind mal von uns die Organisation leitet. Dafür möchten wir sie gerade ausbilden, dass sie sich engagieren für die Gesellschaft. Das ist mein größter Traum. Und natürlich allgemein gesehen würde ich mir wünschen, dass Kinder und Jugendliche ihre Stimme finden und teilhaben an der Gesellschaft und sich einbringen. Und zwar hoffnungsvoll, denn das brauchen wir. Wir müssen nichts mehr hinzuzufügen. Ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch, für deinen Input und für die wunderbare Arbeit, die ihr tagtäglich bei Blueblocks leistet. Ganz herzlichen Dank für die Zeit.

Das war HeyDiggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.