Bevor die heutige Folge losgeht, möchte ich euch auf den Deutschen Schulleitungskongress aufmerksam machen. Der findet Ende November in Düsseldorf statt, im Heimatland unseres heutigen Gastes. Und wenn ihr dabei sein wollt, dann ist das ganz einfach mit dem Code, den ihr in den Show Notes findet. Denn da bekommt ihr auf den aktuellen Preis nochmal einen Rabatt. Also seid dabei, trefft Viola und mich und kommt vielleicht sogar an unseren Podcast. Denn wir haben dort ein eigenes Studio. Wir sehen uns. Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissenspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel.
Hey Diggis, so geht Lernen heute. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Und bevor wir starten, Viola, du hast ja auch noch was. Genau. Wenn ihr unseren Podcast mögt, dann abonniert ihn unbedingt und gebt uns bitte eine Bewertung. Das hilft uns enorm, noch mehr Menschen in der Bildung zu erreichen. Ja, und heute haben wir ein richtig spannendes Thema. Ja, immer ein spannendes Thema, aber es ist Medienkompetenz. Klingt erstmal theoretisch, ist aber im Alltag super, super, super wichtig für Schulen, für Lehrkräfte, eigentlich für unsere ganze Gesellschaft. Und es geht um die Frage, wie gehen wir mit Fake News, Social Media und KI um? Ja, und was sind auch Regionalnachrichten? Ist das noch on top? Ja, super spannend. Und ich muss sagen, leider konnte ich dieses Mal nicht dabei sein, weil ich nämlich auf der Bundesschülerkonferenz in Stuttgart war. Das war auch ein super spannendes Event. Aber ich habe das Gespräch natürlich nachgehört und muss sagen, das lohnt sich wirklich sehr. Gerd hat da mit jemandem gesprochen, der echt mal was bewegen kann. Ja, und es ist immer schön, wenn man jemanden aus der Spitzenpolitik zu Gast hat, hat man ja nicht so oft. Die Leute sind immer on fire, die sind immer unterwegs. Er hat sich Zeit genommen. Du musst auch den Namen mal sagen.
Nathanael Deminski, Medienminister von Nordrhein-Westfalen, auch Leiter der Staatskanzlei, also jemand, der über alles Bescheid weiß, was in Nordrhein-Westfalen passiert. Und wir haben mit ihm gesprochen über Newscheck NRW und warum Medienbildung und Medienkompetenz so wichtig ist. Aber ich glaube, wir sollten jetzt nicht mehr so viel reden wie Ola, oder? Los geht's. Hey Diggis, so geht Lernen mit Nathanael Deminski, Er ist Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und leitet die Staatskanzlei NRW. Als Medienminister setzt er sich für den Schutz der Demokratie in der digitalen Welt ein durch die Stärkung von Nachrichtenkompetenz, wirksamen Jugendschutz und gezielter Förderung des Lokaljournalismus. Mit Initiativen wie Newscheck NRW bringt er Medienbildung in die Schulen und ermöglicht Lehrkräften, sich gezielt im Umgang mit Desinformation, Social Media und digitalen Risiken vorzubilden. Wie diese Maßnahmen wirken und warum sie heute so entscheidend sind, darüber rede ich jetzt mit ihm. Herzlich willkommen. Hallo. Ich habe mal eine Frage.
Wir sind kurz vor der Kaffeezeit. Ich hoffe, ich habe mich richtig vorbereitet. Ich habe meine Tochter gefragt. Queen Amman, sagt Ihnen das was? Oder Tarte Citron? Welcher Typ sind Sie? Ich bin eher Tarte Citron, aber ersteres mag meine Frau lieber. Und da wir bald wieder in die Britannien fahren, kommen wir auch bald wieder in den Genuss davon. Ihre Familie hat Wurzeln in der Britannien? Ganz genau. Meine Mutter kommt aus Nantes, also südlichste Britannien. Meine Familie, meine Herkunftsfamilie hat dort schon länger ein Haus an der Küste in der Britannien. Und deswegen ist das für mich wie eine zweite Heimat. Meine Tochter hatte ein Jahr in einer Einrichtung für Behinderte, in einer katholischen eher sozialen Jahr gemacht. Deswegen war das auch in der Britannien. Da haben wir alle gesagt, nein, du musst nicht in die Britannien fahren. Wir fanden es fantastisch. Es ist wunderbar authentisch dort alles. Die Menschen sind echt, die Natur ist echt, das Essen ist lecker. Also kann man jedem empfehlen. Mit Sicherheit auch ein besseres Wetter als gerade bei uns. Und dann dachte ich, naja, wenn wir hier schon einen Minister haben, dann müssen wir doch mal nachforschen, wie er so in der Schule war. Ich war ja selber Schulleiter in einer katholischen Schule und man kennt natürlich auch die anderen. Ich habe nichts Schlechtes rausgefunden. Ich habe zu hören bekommen, alle Leminski-Kinder, fantastisch erzogen, hervorragende Kinder. Obwohl es mir ausgerichtet ist, von einem ehemaligen Schulleiter verrate ich aber nicht, wie der heißt, mache ich nach der Aufnahme.
Und Lehrer auch von ihren Geschwistern. Da ich ja ein paar mehr Geschwister habe, gab es dort durchaus Höhen und Tiefen, so wie in jedem normalen Schulleben auch. Aber wir hatten das Glück, immer gute Lehrerinnen und gute Lehrer zu haben. Ja, das gebe ich so zurück. Ich verrate Ihnen hinter den Namen. Und bleiben wir mal beim Thema Familie und kommen wir zu unserem Kern unseres Gesprächs heute, Medienkompetenz. Sie kommen ja aus einem journalistischen Haushalt. Ihr Vater ist ja ein sehr berühmter Journalist. Sie haben das sozusagen schon von Kindheitswein mitbekommen, was guter Journalismus bedeutet. In der Tat. Mein Vater war Journalist, sowohl Zeitungsjournalist als auch Radiojournalist. Jemand, der das auch selber intellektuell durchdrungen hat und viel auch über das Berufsbild Journalismus gesprochen hat. Und deshalb war das zu Hause auch Thema. Und insofern bringe ich wahrscheinlich eine besondere Sensibilität für dieses Thema in mein Amt als Medienminister mit. Wäre das auch für Sie ein Weg gewesen, also in jedem Bereich?
Absolut. Also für mich war immer klar, entweder Politik oder Journalismus. Es sah mal eher nach dem aus, mal eher nach dem anderen. Und am Ende bin ich dann als Redenschreiber gestartet, Grundsatzreferent und darüber dann selber irgendwann in die Politik gekommen. Aber es hätte genauso gut auch im Journalismus enden können. Unglücklich wäre ich dann nicht gewesen. Ja, Redenschreiber ist, glaube ich, die ganz harte Schule für die politische Laufbahn, oder? In der Tat, sie müssen lernen, dass mit ihren Gedanken und ihren Worten andere dann glänzen, aber gleichzeitig ihre Gedanken und ihre Worte nur deshalb interessant sind, weil sie sich andere zu eigen machen. Und insofern ist das eine harte Schule. Gleichzeitig bringt es aber die wunderbare Situation mit sich, dass sie wahnsinnig viel lernen können von sehr erfahrenen Politikern, weil wenn es gut läuft, sind sie als Redenschreiber sehr nah dran und immer mit dabei. Das Glück hatte ich und mit tollen Chefs wie Roland Koch, Thomas de Maizière und Ursula von der Leyen, von denen ich sehr viel lernen konnte. Thomas de Maizière kenne ich auch noch aus meiner studentischen politischen Aktivität. Er hat mich mal in Mecklenburg vorfam als Staatssekretär. Damals hieß es noch Kultusministerium angefangen. Da ist ja auch eine sehr kritische Stimme, was Bildung betrifft. In der Tat, als Chef der Telekomstiftung ist er dem Thema ja nach wie vor verbunden. Ja, und hat immer sehr gute Ideen, die er in die aktuellen oder in die ganzen Debatten einstreut.
Menschen, die sich auch in Debatten einstreuen und sie gerne auch destruktiv zerstören wollen, sind Menschen, die Fake News streuen. Das ist ja so ein, ich will noch nicht sagen ein Buzzword, aber es hat sich ja so etabliert oder um mit Donald Trump zu sprechen, alternative Nachrichten, alternative Wahrheiten, das sickert immer stärker ein. Wir erleben das in Debatten. Ich habe das als Lehrer natürlich erlebt, wenn Schüler mit Argumentationen, die sie auf TikTok gefunden haben, die auch bewusst dort gestreut werden, einem entgegengetreten sind. Aber es sind nicht nur die Schüler, die dort unterwegs sind, es sind auch Erwachsene, die nicht davon gewappnet sind, auf Fake News hereinzufallen. Warum muss man Nachrichtenkompetenz dann jetzt so schulen und warum ist Ihnen das so wichtig als Land NRW? Wir stellen einfach fest, dass das Mediennutzungsverhalten sich gravierend verändert hat und dass junge Menschen heutzutage vielfach ihre persönlichen Informationen zu allermeist aus sozialen Medien beziehen. Und um in einer solchen Umgebung, in der ich nicht mehr von kuratiertem redaktionellen Journalismus sprechen kann, sondern letztlich von einem babylonischen Wirrwarr aller möglichen Sendungen und Sender, um sich da zurechtzufinden und seriöse Nachricht von Fake News unterscheiden zu können.
Dafür brauche ich Nachrichtenkompetenz. Und deshalb ist es wichtig, dass wir an der Stelle das Thema ernst nehmen. Das hat auch ganz harte Auswirkungen. Wenn wir einfach das Thema Desinformation nehmen im Kontext des Krieges in der Ukraine, stellen wir fest, dass bevor der erste Schuss fällt, erst einmal im Rahmen der hybriden Kriegführung Desinformation im Gange ist. Und das zielt nicht nur auf gegnerische Armeen, sondern auf gegnerische Gesellschaften. Und das heißt, wir leben in einer Umgebung, in der Information schnell auch zu einer Waffe werden kann oder vielmehr die Desinformation. Und all das zeigt, wie wichtig es ist, dass ich heutzutage als mündiger Bürger, als mündige Bürgerin in der Lage bin, Nachrichten kompetent zu verfolgen und auch zu beziehen.
Sind Sie denn als Politiker oder Ihr Umfeld schon mal selbst Opfer von solchen Fake News geworden, die dann gezielt in Umlauf gebracht wurden? Also ich habe keinen Beispielfall, wo ich jetzt irgendwie tatsächlich reingefallen wäre auf eine falsche Nachricht. Aber was ich schon feststelle, ist, dass ich bei der einen oder anderen Nachricht heutzutage ein bisschen länger brauche, sicherzustellen, dass sie tatsächlich wahr ist und zutreffend ist. Bei dem einen oder anderen Bild, bei dem einen oder anderen Videoausschnitt, erst recht in Zeiten von KI, ist an der Stelle natürlich viel Misstrauen auch mittlerweile unterwegs und wie ich finde, leider zu Recht. Und insofern muss natürlich auch das Arbeitsumfeld des Medienministers an der Stelle gewappnet sein. Man fängt am besten bei den Jugendlichen an. Man geht in die Schulen und Newscheck NRW, so ein webbasiertes Vollbildungsangebot für Lehrkräfte. Was können wir denn darunter verstehen und was bieten Sie den Lehrkräften ganz gezielt an? Also uns war es wichtig, ein Angebot für Lehrkräfte zu schaffen, um einen severänen Umgang mit Medien, mit dem Wert für Pressefreiheit und mit kritischem Journalismus zu vermitteln. Wir haben festgestellt, angesichts mancher Studien, dass auch die Nachrichtenkompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern nicht so ausgeprägt ist, wie man sich das vielleicht vorstellen würde.
Und deshalb ist es umso wichtiger, hier bei den Multiplikatoren anzusetzen. Denn das sind ja letztlich diejenigen, die unseren Schülerinnen und Schülern beibringen, wie sie ein Medium zu nehmen haben, wie sie eine Nachricht zu prüfen haben. Deshalb ist es so wichtig, mit diesem Thema Nachrichtenkompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern anzusetzen. Und der Newscheck NRW, der ist an der Stelle ein sehr niederschwelliges Fortbildungsangebot, was sozusagen pragmatisch ist, was man in Anspruch nehmen kann und was sozusagen neben der Kompetenz der Prüfung von Nachrichten gleichzeitig anderes Wissen mitvermittelt, nämlich wie funktioniert Lokaljournalismus.
Wie sieht das in so einer Redaktion aus. Und dieses Wissen, das ist einfach hilfreich und das möglichst online, möglichst mit kompetenten Partnern niederschwellig anzubieten, darin liegt aus meiner Sicht ein Erfolgsrezept, um unsere Schulen fit zu machen im Umgang mit der Informationsflut dieser Zeit. Dabei hat der Lokaljournalismus ja auch eine ganz wichtige Rolle, sich in seinem nächsten Umfeld zu orientieren, seine Heimat kennenzulernen. Was ist schätzenswert? Wo sind aber auch vielleicht Probleme, wo ich mit anpacken kann und so vielleicht im besten Falle sogar ins Engagement zu finden? 100 Prozent Zustimmung. Ich habe kürzlich das Jubiläum 300 Jahre Bonner Generalanzeiger besucht und schmunzelte dort mit dem einen oder anderen Redakteur darüber, dass ich meine ersten Gehversuche journalistisch auch im Bonner Generalanzeiger gemacht habe, als ich als Schüler Rezensionen von Jugendbüchern dort veröffentlicht habe. Solche lokalen, regionalen Medien, sei es der Lokalfunk im Radiobereich oder eben auch die Zeitungen, sind wichtig. Einfach eine perfekte Brücke sozusagen für den Weg ins Erwachsenwerden mit seriösem Journalismus, weil das natürlich ungleich näher liegt. Also während irgendein Online-Netzwerk weit weg ist und anonym, kümmert sich die Regional-Lokalzeitung um die Dinge, die bei mir zu Hause um die Ecke passieren.
Kennt man im Zweifelsfall den Lokalfunk-Sprecher oder Redakteur oder andere, die ihn kennen, oder hat ihn mal auf Veranstaltungen in der Gegend gesehen? Und diese nahen Angebote sind insofern ganz wichtig, auch übrigens um Grundvertrauen aufzubauen gegenüber Medien, weil ich einmal erlebt habe, wie ein Medium bei mir zu Hause arbeitet, mit Informationen, die ich auch selber verarbeiten kann. Also als Jugendlicher kann ich mit dem Weltgeschehen und der Außenpolitik vielleicht noch nicht ganz so viel anfangen, Aber damit, wie bei mir zu Hause, Entscheidungen über die Nachtbuslinie oder über die Gestaltung des Rathausplatzes getroffen worden sind schon eher. Und diese Dinge zu lernen, dafür spielen regionale Medienangebote eine ganz zentrale Rolle. Aber nicht nur im Anfang, sondern auch im Weiteren dann. Sie sind sozusagen als eine Säule der Medienlandschaft ganz wichtig, Glaubwürdigkeit für Medien zu erhalten, damit Medien nicht irgendeine amorphe Masse sind, die irgendwo geschaffen wird, in Silicon Valley oder wo auch immer.
Sondern da weiß ich, wer dahinter steht. Da kenne ich die Gesichter, da kenne ich die Adresse, da weiß ich, wo das gedruckt wird, wo das produziert wird. Und diese Nahbarkeit, die schafft in einer ansonsten vielfach anonymisierten und empfremdeten Welt Glaubwürdigkeit. Und wir befinden uns ja gerade in so einem großen gesellschaftlichen Transformationsprozess. Das betrifft unsere Gesellschaft im Allgemeinen, die Wirtschaft im Speziellen, aber auch Schule und Medien im Speziellen.
Solche Transformationsprozesse rufen immer Ängste hervor und dann gibt es eben auch eine gesellschaftliche Strömung die sagt, Mensch, ja die Medien, die stecken mit den Politikern unter einer Decke und es wird nur eine Meinung abgebildet und das machen sich dann wieder andere zunutze um dann ihre Fake News zu verbreiten, das ist nicht meine Meinung und ich sehe schon, dass auch in den Medien, sowohl in der Lokalpresse als auch im Fernsehen eine große Bandbreite der Meinung abgebildet wird. Aber durch gezielte Fake News soll das eben unterlaufen werden. Und auch Schülerinnen und Schüler sind davor nicht gefeit.
Also ich würde auch weit zurückweisen, wenn gesagt wird, wir hätten in Deutschland keine Meinungsfreiheit oder keine Medienvielfalt. Im Gegenteil, wir sind im Vergleich zu anderen Teilen der Welt ein Standort tatsächlich vielfältigster Medien. Ob ich nun den Öffentlich-Rechtlichen nehme, innerhalb des Öffentlich-Rechtlichen schon eine gewisse Vielfalt mit den verschiedenen Systemen von ARD und ZDF. Aber dann auch darüber hinaus der Privatrundfunk mit RTL, mit ProSiebenSat.1, dann darüber hinaus die Zeitungslandschaft mit immer noch nach wie vor vielen Regionalzeitungen, wie es sie in vielen anderen europäischen Ländern schon gar nicht mehr gibt. Und dann aber auch im Online-Bereich mit erfolgreichen Angeboten, seien es Podcasts oder Newsletter, Abonnentensysteme und, und, und. Und das alles zeigt natürlich, dass das hier noch eine Landschaft ist, wo das geht, wo sich das auch noch refinanzieren kann.
Mir ist immer wichtig zu sagen, auch als Medienminister, diese Medienvielfalt, die müssen wir so gut es geht, solange es geht, erhalten. Und dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, weil diese Vielfalt an sich gegenseitige Glaubwürdigkeit schafft.
In dem Moment, wo es ein vielfältiges Angebot gibt, kontrollieren Medien nicht nur die Politik, den Staat, die Gesellschaft, sondern auch sich gegenseitig. Ich kann nicht als Medium irgendwas behaupten, wenn drei andere Medien sagen, das ist Quatsch. Und insofern habe ich an der Stelle eine gesunde, wenn man so will, Hygiene, eine gesunde Kontrolle durch die Konkurrenz. Und deshalb ist es so wichtig, auch mit Blick auf das Funktionieren unserer Demokratie, dass wir uns dafür einsetzen, diese Medienvielfalt zu erhalten. Raufeld hilft dabei, ist ja der Kooperationspartner an der Stelle. Für dieses Newscheck NRW kann man nur empfehlen. Niederschwelliger Einstieg, ein schönes Angebot, was Nordrhein-Westfalen den Kollegen und Kollegen da zur Verfügung stellt, um eine leichte Zugänglichkeit zu schaffen, um dann auch heiße Eisen im Unterricht anzupacken. Und ein heißes Eisen, das sage ich jetzt als ehemaliger Lehrer, ist natürlich das Thema, wie bewegen sich Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt. Haben wir hier ganz oft schon im Podcast besprochen mit verschiedensten Expertinnen und Experten. Ich erinnere da auch mal an die Folge mit Julia Becker, Verlegerin von Funke Medien oder Silke Müller, ehemalige Schulleiterin aus Niedersachsen. Da haben wir das Thema diskutiert. Kinder und Jugendliche sind ja anders als die Lehrerinnen und Lehrer, eher auf Social Media unterwegs und informieren sich dort in großer Zahl.
Also über 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen sagen, sie holen sich dort die Informationen. Dann kommt Fernsehen, Zeitungen spielen leider, leider eine untergeordnete Rolle. Also dieses Medium. Welche Maßnahmen ergreift NRW darüber hinaus, um junge Menschen vor Desinformation, Radikalisierung und überforderten Inhalten zu schützen? Da setzen wir in verschiedener Hinsicht an.
Zum einen im Bereich des Jugendmedienschutzes und da erst einmal des technischen Jugendmedienschutzes. Also die Frage, was können wir tun, schon bei der Grundeinstellung von Geräten etwa, um Altersbeschränkungen wirksam durchzusetzen oder positiv formuliert die Altersverifikation. Und hier haben wir mit dem letzten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der gerade sozusagen ratifiziert wird und in Kraft tritt, bald Grundlagen dafür geschaffen.
Dass das nicht mehr davon abhängig ist, wie gut eine App funktioniert, eingestellt ist oder angewandt wird, sondern dass das künftig ganz grundsätzlich auf den Geräten entsprechend hinterlegt ist, sodass es für Eltern einfacher wird, an der Stelle tatsächlich Altersverifikation auch durchzusetzen. Das ist ein Beispiel davon. Dann versuchen wir, die Dinge des Jugendmedienschutzes besser zu verzahnen mit dem Jugendschutz des Bundes. Also etwa, dass wir auch aufklären darüber, was sind die Gründe für eine Alterseinstufung. Also man muss, glaube ich, im Umgang mit mündigen Bürgerinnen und Bürgern in einer modernen Zeit, die Transparenz fordert, müssen wir auch erklären, warum Regeln wie erlassen worden sind. Und können nicht einfach nur sagen, wir verlassen uns darauf, dass alle das sinnvoll finden. Aber dann geht es noch weiter darüber, dass wir die Landesmedienanstalten ausstatten, dass sie in der Lage sind.
Aufsichtsmaßnahmen, da wo Regeln gebrochen werden, auch durchzusetzen. Also etwa, wenn es um Verbote von Inhalten geht im Netz, dann muss das auch wirksam im Zusammenspiel mit den Telekommunikationsanbietern durchgesetzt werden und Inhalte gelöscht werden. Geht weiter darüber, dass ich auch soziale Netzwerke mittels künstlicher Intelligenz durchsuche, um Verstöße gegen Medienregulierung wirksam zu detektieren und dann auch ahnden zu können. Und dann last but not least, weil mir das persönlich auch wichtig ist, das ganze Thema Medienkompetenz, also noch weiter als nur Nachrichtenkompetenz. Also die Frage, wie schaffen wir es, dass junge Menschen.
Technisch und inhaltlich kompetent sind, gute Angebote wertzuschätzen und zu identifizieren. Ich halte das am Ende für die wirksamste Form der Regulierung oder der Verteidigung von Medienvielfalt und Medienqualität oder Qualitätsjournalismus, wenn die Kundinnen und Kunden wissen, was gut ist für sie, wissen, was es wert ist, dafür auch Geld auszugeben. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir im Bereich der Medienkompetenz nicht kleckern, sondern klotzen. Wir tun das in Nordrhein-Westfalen neben dem News-Check für Lehrer mit dem Digital-Check für alle Bürgerinnen und Bürger, wo ich sozusagen niederschwellig mich selber testen kann und Angebote finde, die mir dabei helfen, wo ich vielleicht selber noch nicht ganz so stark bin. Ja, ein Thema ist ja auch, ganz aktuell diskutiert wird in einigen Bundesländern.
Private Smartphones im Unterricht. Schleswig-Holstein hat da gerade eine Entscheidung getroffen, da regelt es das Bundesland. Demnach, vor allem, geben so freiwillige Empfehlungen raus. Wie ist da Ihre persönliche Meinung? Einmal als Digitalminister, aber auch als Familienvater. Da schlagen ja zwei Herzen in Ihrer Brust. Das ist richtig. Ich sage erstmal, wie es in NRW ist. Wir haben für die Grundschulen eine Regel, dass die Handygeräte in den Schultaschen zu verbleiben haben. Für die weiterführenden Schulen ist es so, dass das im Rahmen der Schulgemeinde geregelt werden muss, also zwischen Eltern, Schülern und Lehrern, weil man einfach davon ausgeht, eine Regelung, die dort gefunden wird, eine andere Autorität entfaltet als irgendetwas aus dem Ministerium in Düsseldorf. So ist die Regelung in Nordrhein-Westfalen nach dem, was unser Schulministerium an der Stelle erlassen hat. Und ich kann als vierfacher Familienvater mit Kindern sowohl im Kindergarten, Grundschul- als auch weiterführenden Schulalter damit auch sehr viel anfangen.
Ich glaube, dass die Attraktion eines Mobiltelefons so groß ist, dass es nicht in den Schulunterricht gehört. Es sei denn, es wird bewusst als Lehrmittel eingesetzt, etwa im Rahmen der weiterführenden Schule. Gerade bei Kindern im Grundschulalter ist sozusagen die Ablenkung, die Absorption jeglicher Konzentration, jeglicher Kraft und Kreativität so groß, dass ich glaube, wir sollten die Grundschule in ihrer Unterrichtszeit davon freihalten. Fernab von der Frage Umgang mit Mobiltelefon in der Schulumgebung müssen wir natürlich auch die Frage diskutieren, wie wir grundsätzlich mit Social Media Angeboten in unserer freien Gesellschaft umgehen. Wir stellen fest, dass das eben etwas ist, was ganz, ganz dominant ist im Leben junger Menschen.
Angebote, die über viele Stunden pro Tag in Anspruch genommen werden, junge Menschen ihre Zeit verbringen. Und insofern ist das schon eine Frage auch von grundsätzlicher Bedeutung für eine Gesellschaft. Deswegen finde ich es schon richtig, dass wir das öffentlich breit diskutieren und freue mich als Medienpolitiker darüber, dass das nicht mehr nur noch eine Diskussion ist, die wir als Medienpolitiker unter uns führen, sondern mittlerweile, so nehme ich wahr, seit einigen Monaten mit einer größeren Beteiligung auch anderer Teile der Politik und der Gesellschaft. Man kann ja auch gute Botschaften senden. Also man kann ja, es ist ja auch immer die Frage, welche Inhalte präsentiere ich? Also manchmal ist es ja auch, kann ich nur mal adultistisch sagen, ist alles nur schlecht und poste das dann selbst auf Instagram, wie schlecht das ist?
Oder gehe ich da ran und der Newscheck NRW bietet ja die Möglichkeit, dann über TikTok, Instagram und so mit den Schülern ins Gespräch zu kommen, aber gleichzeitig den Jugendschutz auch ernst zu nehmen. Und sie selbst haben ja, ich glaube, vor 20 Jahren, Facebook, glaube ich, war das noch, mit Papst Benedikt ja selber, ich hätte jetzt aber gesagt, als Papstfluencer sind sie aktiv gewesen, wenn ich das mal so sagen kann. Ja, auch übermädlich. Die haben das ja auch genutzt als junger Mensch und haben eine ganz große Einfluss genommen und haben das Thema ganz, ich würde jetzt wirklich mal so sagen, gehypt. Neben der Bild-Zeitung natürlich, wir sind Papst. Also die war da vielleicht noch ein bisschen Erfolg. Die hat eine andere Durchschlagskraft als wir als ehrenamtliches Jugendwirtzwerk. Aber in der Tat, es ist schon so, dass wir bei solchen Diskussionen immer auch berücksichtigen müssen. Viele junge Menschen beziehen heute ihre Informationen nur noch über solche Quellen. Und jetzt kann man sagen, wir nehmen dir das weg oder wir verbieten das und du kannst ja auch eine Zeitung abonnieren oder du kannst ja auch Deutschlandradio hören oder was auch immer. Nur ob die jungen Leute das dann tun, das steht dann ehrlicherweise anheim. Und insofern bin ich auch an der Stelle dafür, dass wir.
Über realistische Lösungen reden und ein Social-Media-Verbot für junge Menschen. Da hätte ich Fragen hinsichtlich der technischen Durchsetzbarkeit gegenüber der digital affinsten aller Generationen, mit Blick auf die rechtliche Durchsetzbarkeit, mit Blick auf den Eingriff in die Privatsphäre und das informationelle Selbstbestimmungsrecht junger Menschen und mit Blick auf die politische Durchsetzbarkeit, weil wir hier natürlich dann eine Regulierung schaffen würden, die letztlich einen Keil zwischen Jung und Alt, zwischen Digital-Affine und solchen, denen das egal ist, treibt. Das alles sind Fragen, die müssen beantwortet sein, bevor man mal irgendwie so eine flotte Schlagzeile raushaut. Und wer dann auf Australien verweist, den würde ich darum bitten, sich einmal wirklich anzugucken, was in Australien los ist. Dort hat man das flotte Gesetz beschlossen, mit der Folge, dass die zuständige Ministerin, die das jetzt umsetzen soll, jetzt erst einmal eine anderthalbjährige Evaluierungsphase eingeläutet hat, weil sie schlicht nicht weiß, wie sie das umsetzen soll. Und ich glaube nicht, dass das gerade seriösen Regierungshandwerk entspricht, so etwas einfach mal rauszuhauen. Da erwarte ich auch von seriöser Politik, die Fragen vorher zu beantworten oder anders zu formulieren, die Hausaufgaben vorher zu machen.
Okay, nichtsdestotrotz, ich möchte Ihnen nicht widersprechen, aber gleichzeitig ein bisschen und gleichzeitig bekräftigen. Hört sich komisch an, ist es auch. Ist aber so. So heißt das. Spaß beiseite. Ich sehe natürlich das Thema Jugendschutz und sehe da auch einen Anknüpfungspunkt und in der Tat höre ich dann oft, ja die Eltern müssen und so weiter. Ich glaube schon, dass die Anbieter da an die Pflicht zu nehmen sind. Ich habe selber bei TikTok angefragt, kann ich ein Interview haben?
Kurioserweise, immer kurz vorher wurde dann abgesagt oder es ging dann nicht und habe dann auf der OMR, hatten die einen großen Stand, also eine Digitalmesse da in Hamburg, Marketingmesse. Sie haben es mir dann dort erklärt, also dass da sogar ein Filter drin ist. Ich könnte Altersbeschränkungen und sowas alles einstellen. Sehe dann aber in der Umsetzung natürlich andere Dinge und habe dann in der Schule erlebt, als Beispiel habe ich ja schon öfter kommuniziert, 72 Stunden in der Woche auf TikTok bei gleichzeitig Vormittagsunterricht. Da sieht man, was das mit den Kindern macht. Die sind dann unausgeschlafen und welche Inhalte werden dann kommuniziert. Das ist schon problematisch. wünsche ich mir auch von der Politik auch, dass sie da die Anbieter noch mehr in die Pflicht nimmt. Ich bin 100% bei Ihnen, um das direkt zu sagen. Anders als andere Kollegen in der Medienpolitik spreche ich auch nicht nur über die Plattform, sondern auch mit den Plattformen. Ich habe etwa mit TikTok öffentlich diskutiert auf der Republika. Ich bin verabredet mit Meta zum Gespräch, weil ich es genauso sehe wie Sie. Wir müssen die Anbieter, die Plattform selber in die Pflicht nehmen. Ich stelle halt fest, dass es insgesamt nach einer Phase der Selbstverpflichtung, sozusagen unter den Anbietern.
Jetzt eher eine Phase gibt, sich aus solchen Selbstverpflichtungserklärungen zu verabschieden und sozusagen nach dem Modell der amerikanischen Mutterhäuser die Dinge dem freien Markt zu überlassen. Und dann gehört es zu unserer Verantwortung als freie Gesellschaft, als demokratische Gesellschaft, im gegebenen Fall auch selber die Zügel anzuziehen. Denn das Produkt, über das wir hier reden, ist eben nicht irgendeines, sondern hier geht es darum, wo unsere nächste Generation ihre Zeit verbringt und wie und womit. Und dass das etwas ist, was wir in den Blick nehmen, halte ich für selbstverständlich. Und das ist auch kein ungebührlicher Eingriff in irgendwelche Unternehmensfreiheiten, sondern hier müssen wir einfach schon das Prinzip des Jugendschutzes auch zur Anwendung bringen, aber eben in einer Form, die auch irgendwie durchhaltefähig ist, die auch akzeptiert wird. Das ist das, worum es mir geht. Und nicht von 0 auf 100, also von gar nichts machen zu Verbot. Das ist mir ein bisschen zu einfach. Ich erwarte von seriösen Medienpolitikern, dass sie sich die Mühe unterziehen, eine verhältnismäßige Lösung zu finden für diese Problematik, die zweifellos gegeben ist. Ich glaube, jeder, der darin keine Herausforderungen sieht, auch für unsere offene Gesellschaft, der verkennt die Dimension der Aufgabe.
Sie haben darüber gesprochen, auch das Handy mal im Ausnahmefall in der weiterführenden Schule als Unterrichtstool nutzen. Jetzt, positives Signal, wird Sie natürlich als Digitalminister auch freuen. Weniger sind jetzt nicht Schulpolitiker in dem Sinne, sagen Sie vielleicht freuen sich als Vater auch, dass es da den nächsten Schritt gibt. Digitalpakt 2.0 kommt. Man wird von 5 Milliarden gesprochen, ja, aber da werden 2 Milliarden angerechnet, die die Länder schon investiert haben. Wir reden aber de facto rund von drei Milliarden Euro, die jetzt in die digitale Infrastruktur der Schulen gespeist werden. Was wünschen Sie sich da als Digitalminister? Sicherlich in enger Absprache mit Ihrer Kollegin aus dem Kabinett, mit der Bildungsministerin. Ich wünsche mir, dass wir... Bei diesem Digitalpakt noch mehr als beim letzten Mal nicht nur die Hardware in den Blick nehmen, sondern auch die Frage der Administration. Wenn wir hier wirklich sozusagen langfristig die Digitalisierung von Schule sicherstellen wollen, dann muss ich auch im Blick haben, dass ich Menschen brauche, die das Ganze administrieren.
Die das Ganze up to date halten, die an der Stelle auch darauf achten, was mit den Geräten gemacht wird. Also hier sozusagen nicht nur plump iPads kaufen, sondern das ganze Ökosystem in den Blick nehmen. Ich habe die Hoffnung, dass man das bei diesem Digitalpakt vom ersten Mal dazu gelernt hat. Einige Wissenschaftler raten ja dazu und ich sage Obacht, was sie jetzt sagen. Also nicht, dass sie hinterher nochmal nachköpfen. Auf einmal sind sie dann Kanzleramtschef, man weiß, was alles in den nächsten Jahren noch passiert. Und dann werden sie auf diese Aussage, die sie jetzt treffen, festgenagelt. Viele Bildungspolitiker, aber auch Ökonomen sagen, Digitalpakt 2.0, wir müssen eigentlich gar nicht mehr über den Digitalpakt reden, sondern wir müssen das als dauerhafte Einrichtung an die Kultusministerkonferenz als dauerhaftes Thema andocken, als dauerhafte Aufgabe vom Bund und Ländern, die man so definieren kann. Die ja eigentlich verfassungsmäßig ist, aber ein bisschen schwierig, aber interessiert die Leute nicht. Die wollen, dass es in der Schule, dass die Kinder mit digitalen Endgeräten in einer guten digitalen Infrastruktur lernen können. Wie stehen Sie dazu?
Ich hielte das für sinnvoll. Wir brauchen auch hier eine gewisse Stetigkeit an den Schulen. Wenn ich heute nicht weiß, was in vier Jahren mit den Geräten ist, die ich beschaffe oder mit den Strukturen, die ich anlege, dann trägt das in der Regel nicht dazu bei, dass die Sachen sozusagen langfristig wirken können. Und wir haben es bei der Digitalisierung von Schule definitiv mit einer neuen Aufgabe zu tun. Und wenn wir die verorten bei den Ländern, dann müssen die Länder dafür auch entsprechend ausgestattet sein. Das sage ich jetzt und das sage ich auch in Zukunft. Insofern ist das etwas, wo wir von diesem Verhandlungsmodus für alle paar Jahre wegkommen müssen und zu einer langfristigen, strukturellen, systematischen Lösung. Ja, dazu gehört natürlich auch digitale Souveränität. Das ist nochmal ein größeres Thema, betrifft ja nicht nur die Schulen, betrifft ja unsere ganze Gesellschaft, dass wir da in Deutschland eben auch nochmal die Angebote schaffen, dass wir das gut umsetzen. Und jetzt sind wir schon fast am Ende. Sie können sich aussuchen, wie Sie antworten wollen, als Minister oder als Familienvater. Sie haben ja gesagt, von der Kita bis zum Gymnasium ist ja schon ein Kind. Also es geht schon auf die Ziel dran, was die schulische Ausbildung betrifft.
Was wünschen Sie sich für die Medienbildung in Deutschland in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der Schule? Ich wünsche mir, dass wir dem Thema die Bedeutung zumessen und den Raum geben, den es verdient. Das ist kein nice to have, sondern ein absolutes Must. Und wir müssen dafür nicht unbedingt ein neues Schulfach schaffen, aber wir müssen im bestehenden Curriculum, im bestehenden Lernprogramm ausreichend Raum schaffen, um Medienkompetenz tatsächlich zu vermitteln. Ich hoffe, dass es uns gelingt, mit der Lehrergeneration der Heranwachsenden, die sozusagen anders auch Digital Native ist, das spielerischer und verbindlicher zu vermitteln, damit Jugendliche merken, einerseits ist das Internet, ist Digitalisierung für sie eine Riesenchance, eröffnet wahnsinnig viele neue Möglichkeiten.
Aber andererseits, wie so vieles im Leben, kann es auch, wenn das Maß nicht stimmt, sehr gefährlich werden. Und das braucht Raum, bis das wirklich vermittelt ist, bis wirklich die Synapse schaltet im Hirn der Jugendlichen. Und insofern hoffe ich, dass uns das gelingt, hier in Nordrhein-Westfalen, aber auch sonst in Deutschland in der Schule, weil das nicht ganz unwesentlich darüber mitentscheiden wird, ob wir als offene Gesellschaft mit diesem Thema weiterhin so konstruktiv umgehen können oder ob das irgendwann mal kippt. Ja, ich nehme mich nochmal ein Wort von dem Ministerpräsidenten, den ich vor kurzem erlebt habe beim Google Summit. Da hat er gesprochen, also was ja gesellschaftlich auch gelingen kann von der Kohle zur KI und vielleicht gelingt uns das dann mit mehr Kohle zu mehr KI im Klassenraum. Das wäre auch eine Aufgabe. Ja, ist eine Aufgabe, ist ein schönes Bild. Das sollten wir in der Schule doch auch schaffen. Daran können wir uns ein bisschen orientieren und wir brauchen halt Bilder, an denen wir uns orientieren können. Fand ich ein schönes Bild von der Kohle zur KI, das bleibt sofort hängen. Da sollten wir in der Schule auch solche Claims finden, an denen wir uns orientieren können und dann reden wir in fünf Jahren nochmal, was sich alles passiert hat. Vielen herzlichen Dank, dass Sie die Zeit heute genommen haben, weil Sie sind da in Zeitdruck, aber wir haben es geschafft und vielleicht ein nächstes Mal, wenn wir uns darüber austauschen, wie die Dinge gewirkt haben und welche Früchte sie tragen. Vielen herzlichen Dank. Danke Ihnen.
Nachgedacht. So wie Ula, du hast das Gespräch gehört. Was war für dich der spannendste Punkt? Also ganz ehrlich, mich hat beeindruckt, wie klar er gesagt hat, Fake News sind kein Nebenthema. Sie sind ein echtes Risiko für unsere Gesellschaft, für die Demokratie. Und dass er Medienkompetenz nicht einfach als nice to have sieht, sondern als absolute Pflicht. Da war er schon sehr deutlich. Das hat mir gut gefallen. Ja, fand ich auch. Bin ich absolut bei dir. Und ich hatte das Gefühl, er nimmt das Thema ernst, hat aber auch verschiedene Perspektiven drauf. Also so als Minister, als Politiker, Minister, ist ja auch noch ein Unterschied, ob man Abgeordneter ist oder Minister, aber eben auch als Familienvater und als kritischer Bürger.
Ja, total. Er hat ja auch betont, dass Nachrichtenkompetenz nicht nur wichtig für Schüler ist, sondern auch für Lehrkräfte natürlich. Und dass Politik nicht nur fordern darf, sondern Angebote machen muss. Das fand ich schon glaubwürdig. Und da sind wir schon beim Newscheck NRW. Er hat es im Gespräch angerissen. Magst du unseren Hörern und Hörern noch einmal ausführlich erklären, was steckt dahinter? Ja, sehr gern, weil das ist wirklich ein starkes Angebot, das man kennen sollte und dazu komplett kostenlos. Also Newscheck NRW ist eine digitale Fortbildung für Lehrkräfte, die sich flexibel nutzen lässt. Du kannst dich jederzeit einloggen, die komplette Fortbildung durchspielen oder gezielt die Module auswählen, die dich gerade interessieren. Das Besondere, es gibt Unterrichtsmaterialien für alle Lehrgänge und nicht nur trockene Theorie, sondern richtig gute Inhalte. Also Erklärvideos, Praxistrainings, Interviews mit Expertinnen und Experten plus Tests und Quizfragen, die du sofort im Unterricht einsetzen kannst. Und auch sehr cool, es geht noch weiter, man kann über eine Postleitzahlsuche direkten Kontakt zu den Schulprojekten der Verlage finden, inklusive der Ansprechpartner und Telefonnummern. Das macht das Ganze super praxisnah.
Also es ist nicht nur so ein PDF, ladet mal runter, teilt das bitte jetzt mal im Unterricht aus. Das ist ganz dicht dran an dem Thema, in einer leichten Zugänglichkeit, aber auch mit einer Tiefe, wo man im Unterricht das Thema Medienkompetenz richtig anpacken kann. Das kann man auf jeden Fall. Weißgerd, haben wir auch schon öfter darüber gesprochen. Wir haben auch ganz viele tolle Digis, die das Thema Medienkompetenz natürlich auch angehen, heute wieder in den Shownotes direkt verlinkt. Newscheck NRW ist auch in den Shownotes natürlich verlinkt. Genau, das macht ja Sinn. Das sind ja alles ergänzende Angebote, die wir euch präsentieren wollen. Und man muss auch sagen, genau wie bei den Diggis ist Newscheck NRW ein Werkzeugkasten, den man einfach öffnen kann. Und der deckt zwei große Ziele ab. Die Lehrkräfte sicher machen im Umgang mit Medien und ihnen Materialien geben, um das sofort mit Schülern zu üben. Und es stärkt natürlich auch den Regionaljournalismus, dort wo Politik gemacht wird vor Ort, mit Medien in Kontakt zu kommen, mit der Politik, sich mit den aktuellen Themen auseinandersetzen. Genau dort, wo ich lebe, wo ich als Jugendlicher lebe, wo mein Heimatort ist, sich damit ganz konkret zu beschäftigen. Richtig. Und was ich auch noch gut finde, das muss man wirklich auch dazu sagen, dass es wirklich ein niedrigschwelliges Angebot ist. Du brauchst keinen komplizierten Zugang, keine Extrakosten, einfach loslegen.
Perfekt, genauso perfekt wie unser Podcast, Viola. Und damit das so bleibt, bitten wir euch, abonniert unseren Kanal, gebt uns eine Bewertung, teilt ihn auch in euren Netzwerken, gerne mal in WhatsApp-Status stellen, wenn euch eine Folge gefällt. Helft uns, damit wir solche spannenden Themen, die für alle News to Use sind, hier mit euch auch teilen. Ganz genau. Also, wir Wir hören uns bei der nächsten Folge von Hey Diggis, so geht Lern heute. Bleibt neugierig und macht Schule stark für die Zukunft. Das war Hey Diggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.