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Herzlich Willkommen bei Kurz und Gut, der knackigen Ausgabe von Hey Digis, so geht Lernen heute. Und ich darf euch in der heutigen Kurz und Gut Folge vorbereiten auf eine ganz besondere Hauptfolge. Denn nächsten Dienstag spricht Gerd Mängel zum ersten Mal alleine mit einem unserer Gäste. Und das hat einen ganz besonderen Grund, denn ich war zu dem Aufnahmetermin in Stuttgart. Ich war eingeladen als Speakerin bei der Landesjugendkonferenz Baden-Württemberg und durfte dort im Panel Schule der Zukunft mich austauschen mit den ganzen Schülern und Schülerinnen, aber auch mit Politikern auf Landesebene und das war wirklich eine ganz tolle Konferenz, die ich nicht vermissen wollte und von daher hat der liebe Gerd dieses Gespräch alleine geführt. Tja, mit wem spricht er denn? Gerd Mängel spricht mit Nathanael Liminski. Nathanael Liminski ist Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und er leitet die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen. Als Medienminister setzt er sich für den Schutz der Demokratie in der digitalen Welt ein. Wie das gelingen soll? Durch die Stärkung von Nachrichtenkompetenz, wirksamen Jugendschutz und gezielter Förderung des Lokaljournalismus.

Stichwort Jugendschutz. Das hat mich doch direkt zur Auswahl des Zitats der Woche inspiriert. Hören wir doch gleich mal rein.

Nathanael Leminski sagt, Jugendschutz ist ein zentrales Thema in der digitalen Welt. Ich denke, wir sind uns zumindest alle darüber einig, dass dies so sein sollte. Also, warum habe ich mir genau dieses Zitat von Minister Leminski ausgesucht? Nun ja, wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns fragen, werden wir diesem Anspruch überhaupt gerecht? Tut der Staat wirklich genug, um Kinder und Jugendliche im Internet zu schützen oder hinkt die Politik der Realität längst hinterher? Klar ist, die Risiken der digitalen Welt sind nicht von der Hand zu weisen. Jugendliche stoßen im Netz auf Gewaltvideos, Hassrede, Pornografie, oft nur wenige Klicks entfernt. Soziale Medien können abhängig machen, schüren Selbstzweifel und bieten Raum für Mobbing. Und während Algorithmen genau wissen, wie sie junge Menschen stundenlang fesseln, scheint der Gesetzgeber überfordert. Es gibt zwar Gesetze wie den Jugendmedienschutz, Staatsvertrag oder Altersfreigaben für Filme und Spiele. Doch wirken sie nicht oft wie aus einer anderen Zeit? Also während TikTok, Instagram oder YouTube täglich Millionen junge Nutzer erreichen, fehlt es an konsequenter Kontrolle, an transparenter Regulierung und an Sanktionen bei Verstößen. Viele Plattformen schieben die Verantwortung einfach auf Eltern, Nutzer oder die Schule ab. Und die Regierung lässt die großen Konzerne viel zu oft gewähren.

Ein besonders heikler Punkt? Der Datenschutz. Kinder und Jugendliche geben im Netz massenhaft persönliche Daten preis, oft ohne zu wissen, was damit geschieht. Die Politik redet von digitaler Aufklärung, doch wir wissen, dass es an den Schulen häufig noch an Geld, Personal und Konzepten fehlt.

Medienkompetenz wird zwar gefordert, aber noch zu wenig vermittelt. Wenn gleich auch wir Digis hier viele passende Angebote und unterstützende Unterrichtseinreiten parat haben, schaut dazu einfach mal in die Shownotes. Ich finde, wir müssen uns auf der anderen Seite auch fragen, wie viel Kontrolle ist überhaupt möglich oder sinnvoll? Soll der Staat jedes Smartphone überwachen, jeden Post kontrollieren? Natürlich nicht. Der Schutz junger Menschen darf nicht in Zensur umschlagen. Es braucht einen Mittelweg zwischen Freiheit und Verantwortung. Aber genau hier müsste die Politik meiner Meinung nach aktiver werden, mit klaren Regeln und echter Unterstützung für Eltern, Lehrer und Schüler. Lernen für Lehrer. Tipps und Infos zur Digi der Woche, mit der ihr eure Schüler überraschen könnt.

Unsere Digi der Woche heißt Extreme erkennen, Taktiken und Auftreten extremistischer Gruppen. Ihr findet sie direkt in den Shownotes verlinkt oder ihr gebt einfach auf der Digis Homepage den Suchbegriff Jugendschutz ein. Es gibt sie als Unterrichts- und Selbstlern-Digi und sie wird empfohlen für die 7. bis 10. Klasse. Diese Digi hilft euren Schülern und Schülerinnen dabei, die komplexen Taktiken extremistischer Gruppen zu verstehen, wie sie neue Mitglieder anwerben und binden. Indem sich eure Schüler und Schülerinnen mit der Rolle der sozialen Medien bei der Rekrutierung beschäftigen, stärken sie dann auch ihre Medienkompetenz. Also ein besonders wichtiges Thema, das mit dieser Digi von mehreren Seiten beleuchtet wird. Und ich möchte heute in unserer Rubrik Lernen für Lehrer das Thema Jugendschutz näher beleuchten und euch mit drei Fakten versorgen, die sicherlich für eure Schüler und Schülerinnen auch ganz persönlich sehr interessant sind.

Erstens der Jugendschutz bei In-Game-Käufen. Also beginnen wir mit einem Bereich, der Millionen Jugendliche betrifft, nämlich digitale Spiele. Fast jedes populäre Spiel enthält heute sogenannte In-Game-Käufe. Darunter fallen auch Lootboxen, also digitale Überraschungspakete, deren Inhalt zufällig generiert wird. Das habt ihr sicherlich auch schon mal gesehen. Man kriegt so ein Geschenk, kann klicken und hui, dann öffnet sich das mit viel Brimborium und Konfetti. Aber was viele nicht wissen, diese Lootboxen bewegen sich rechtlich in einer Grauzone zwischen Spiel und Glücksspiel. Der Jugendschutz hat hier in den letzten Jahren reagiert. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, USK, kann die Altersfreigabe verweigern oder höher einstufen, wenn ein Spiel stark auf Glücksspiel-ähnliche Mechanismen setzt, selbst wenn es sonst keine Gewalt oder problematischen Inhalte enthält. Ein Beispiel ist FIFA mit seinem beliebten Ultimate Team-Modus. Dort zahlen viele Jugendliche echtes Geld, um sich virtuelle Kartenpacks zu kaufen, in der Hoffnung auf einen seltenen Spieler. Das kann süchtig machen und ist inzwischen Gegenstand jugendschutzrechtlicher Diskussionen auf europäischer Ebene.

Zweitens, der Disco-Besuch, im Fachjargon auch Tanzveranstaltungen genannt. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich nicht ohne Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person in Discos oder bei anderen Tanzveranstaltungen aufhalten. Und Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung nur bis 24 Uhr bleiben. Dabei wird das Tanzen selbst nicht als gefährdend angesehen, wohl aber das Umfeld mancher Tanzangebote. Wenn die Veranstaltung jedoch von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe angeboten wird, können die zeitlichen Beschränkungen gelockert werden. Und dies gilt auch, wenn die Veranstaltung der künstlerischen Betätigung oder der Brauchtumspflege dient. Kinder dürfen dann bis 22 Uhr bleiben, Jugendliche unter 18 Jahren bis 24 Uhr. Darüber hinaus kann die zuständige Behörde Ausnahmen genehmigen. Drittens, und gerade jetzt besonders aktuell, die Regelungen bei Ferienjobs. Für Jugendliche ab 15 Jahre, die voll schulpflichtig sind, gilt höchstens vier Kalenderwochen im Jahr, Beschäftigung nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr.

Arbeitszeit nicht mehr als 8 Stunden täglich, maximal 40 Stunden in der Woche, Ruhepausen, spätestens nach viereinhalb Stunden die erste Pause und wenn die Arbeitszeit zwischen viereinhalb und sechs Stunden beträgt, mindestens 30 Minuten Pause, bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit mindestens 60 Minuten Pause. Wichtige Infos, die ihr gerne auch an eure Schüler und Schülerinnen weitergeben könnt.

Bis zum nächsten Mal. Jetzt haben wir gerade über die Regelungen bei Ferienjobs gesprochen und das natürlich nicht ohne Grund. Denn auch die letzten Bundesländer starten diese Tage in die Sommerferien. Und ich weiß, dass sich diese gut sechs Wochen für Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen, aber auch Eltern teils sehr unterschiedlich lang anfühlen. Während einige froh sind, endlich mal rauszukommen, sehen sich andere meist schon nach der Hälfte der Ferien wieder nach gewohnten Strukturen. Zudem ist es für viele berufstätige Eltern natürlich auch eine Herausforderung, die Kinder so lange möglichst sinnvoll zu betreuen. Doch wie stehen unsere deutschen Sommerferien eigentlich im europäischen Vergleich da? Sind die Zeiträume ähnlich lang, kürzer oder vielleicht ganz anders aufgeteilt? Werfen wir doch mal einen Blick auf unsere Nachbarn in Europa.

Allein der Beginn der Sommerferien ist ein Flickenteppich. Ihr wisst natürlich, dass es in Deutschland keinen einheitlichen Ferientermin gibt. Stattdessen regelt jedes Bundesland selbst, wann die Sommerferien starten. Um den Reiseverkehr zu entlasten, werden die Termine jedes Jahr vom sogenannten ständigen Ausschuss für den Ferienkalender koordiniert. Das Ergebnis? Je nach Bundesland beginnen die Sommerferien zwischen Mitte Juni und Ende Juli. In Frankreich ist es ähnlich, aber auf nationaler Ebene geordnet. Das Land ist in drei große Zonen aufgeteilt. Jede Zone hat leicht versetzte Ferienzeiten, um Bahn- und Straßenverkehr zu entzerren. Die Sommerferien beginnen dort meist zwischen dem 5. und 15. Juli, enden aber einheitlich im Spätsommer oder Anfang September.

In Skandinavien dagegen sind die Sommerferien oft früher. In Finnland starten die Ferien bereits Ende Mai oder Anfang Juni, und das fast landesweit. Auch Schweden und Norwegen beginnen häufig schon in der ersten Juni-Woche. Am anderen Ende des Spektrums liegt Italien. Dort fangen die Ferien meist erst Mitte Juni an, in manchen Regionen sogar erst Ende Juni und enden oft erst im zweiten September-Drittel. Die Länge der Sommerferien ist vielleicht noch spannender. In Deutschland variiert sie je nach Bundesland, meist sind es natürlich um die sechs Wochen. Diese Zahl ist relativ kurz tatsächlich im europäischen Vergleich. Denn in Frankreich und Italien dauern die Sommerferien deutlich länger, nämlich etwa acht bis neun Wochen, in manchen Regionen sogar zehn. Das liegt auch daran, dass es dort weniger unterjährige Ferien gibt. Während deutsche Schüler und Schülerinnen regelmäßig Herbst-, Winter- und Osterferien haben, sind diese in Südeuropa oft kürzer oder entfallen ganz.

In Schweden und Finnland dauern die Sommerferien sogar rund 10 bis 11 Wochen. Dafür gibt es in der übrigen Schulzeit kaum Unterbrechungen. Die Schulen setzen dort stark auf lange Erholungsphasen am Stück, was mit dem langen Winter und der besonderen Bedeutung des Sommers in nördlichen Ländern zusammenhängt. Das absolute Extrem bildet übrigens Litauen. Hier haben die Grundschüler im Sommer bis zu 13 Wochen frei. Das bedeutet mehr als drei Monate Sommerferien. Fast ein Viertel des Jahres.

Warum gibt es denn diese Unterschiede überhaupt? Nun ja, die Gründe für die Unterschiede sind vielfältig. Da spielen klimatische Bedingungen zum Beispiel eine Rolle. In Südeuropa ist es im Hochsommer schlicht zu heiß für Schulunterricht. Auch kulturelle und wirtschaftliche Faktoren zählen. Etwa die Bedeutung der Landwirtschaft, die in manchen Ländern früher Schüler zur Erntezeit freistellte. Und zudem muss man natürlich auch sagen, es gibt ganz unterschiedliche Bildungsmodelle. Also Länder mit Ganztagsschulen und weniger unterjährigen Ferien tendieren zu längeren Sommerferien. Als Fazit lässt sich sagen, es ist eine Vielfalt mit System. In Europa gibt es keinen einheitlichen Ferienkalender und das ist ja auch gut so. Die Unterschiede spiegeln kulturelle Vielfalt, klimatische Bedingungen und unterschiedliche Bildungstraditionen wider. Während deutsche Schüler und Schülerinnen sechs Wochen Sommerferien genießen und dafür mehrere kleine Pausen übers Jahr verteilt haben, setzen Länder wie Schweden oder Italien auf eine lange Sommerpause mit weniger Unterbrechung im restlichen Jahr. Was aber überall gleich ist. Die Sommerferien sind für Schüler nicht nur eine Pause vom Lernen, sondern auch eine wichtige Zeit für Erholung, Familienleben und oft auch für das erste Taschengeld durch Ferienjobs.

Das war kurz und gut, die knackige Ausgabe von Hey Digis, so geht Lern heute. Und ich verabschiede mich mit diesem Format in die Sommerpause. Das heißt, im August gibt es kein kurz und gut, dafür aber zwei wunderbare Hauptfolgen. Wie gesagt, nächste Woche hört ihr hier Minister Liminski im Gespräch mit Gerd Mengel. Und dann am 19. August dürfen wir euch wieder einen Gast präsentieren aus unserer Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schulleitungskongress und unserem Format Eine Stimme für die Zukunft der Bildung. Also da stellen wir euch am 19. August wieder jemanden vor, der dann auch als Speaker beim Deutschen Schulleitungskongress Ende November live vor Ort sein wird. Da dürft ihr gespannt sein. Ich freue mich auch schon sehr auf das Gespräch.

Und mir bleibt jetzt nur noch zu sagen, wenn ihr Lust habt auf eine entspannte Ferienzeit, Dann hört doch mal rein in unsere Folge mit Yoga hilft und Meta-Zeit. Das ist eine Folge aus dem Dezember, die hieß Entspannt durch den Advent, aber natürlich wollen wir auch entspannt durch den Sommer kommen. Ihr habt euch eure Auszeit verdient, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Ich wünsche euch wunderschöne Ferien und ich freue mich, wenn wir uns am 9. September dann wieder hören, vielleicht mit neuen Formaten, mit neuen Ideen. Wir Digi stehen nicht still, es geht immer weiter. Es gibt tolle neue Digis in unserer Digithek zu entdecken und wir freuen uns, wenn wir euch dann wieder begrüßen können nächste Woche und ab September, wenn es dann wieder heißt Hey Digis, so geht, lernen heute.