Hey Diggis, so geht Lernen heute. Der Wissenspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mengel.

Hey Diggis, so geht Lernen heute. Und heute geht es mal um mehr als Schule, Noten- und Bildungspolitik. Es geht um Leben, um Krankheit, um Mut. Wir haben eine ganz besondere Frau als Gästin, Tanja Bülter, bekannt aus dem Fernsehen, aber vor allem dafür bekannt, dass sie nie aufgibt. Ja genau, Tanja ist ja Journalistin, Moderatorin und auch Mutter von zwei Kindern. Sie ist aber eigentlich noch viel mehr als das, denn sie hat viel erlebt. Sie hat zum Beispiel 2020 eine Brustkrebsdiagnose bekommen und wie sie damit umging, wie sie trotzdem für ihre Kinder da war und wie sie aus dieser Zeit nicht nur heraus, sondern man muss wirklich sagen regelrecht hervorgegangen ist, das wollen wir heute mit ihr besprechen. Wie geht man mit Krisen um? Und wir sprechen auch über Schule, Bildung und Verantwortung. Tanja hat ihre ganz eigenen Erfahrungen mit unserem Schulsystem gemacht. Als Mutter, die ihre Kinder durch stürmische Schuljahr begleiten musste. Und muss. Und immer noch muss. Genau, also ihr merkt schon, das wird intensiv und ehrlich und vielleicht auch ganz heilsam. Und eine Bitte, wenn euch unser Podcast gefällt, abonniert uns gern. Das ist nur ein kleiner Klick für euch, aber ein großer Schritt für unsere Arbeit. So können wir auch weiterhin solche starken Gespräche mit besonderen Gästen führen. Aber jetzt geht's los mit Tanja Bülter.

Tanja Bülter ist bekannt aus dem Fernsehen, als Society-Expertin, Moderatorin und Journalistin. Aber Tanja ist viel mehr als nur ein Gesicht vor der Kamera. Sie ist Kämpferin, Mutter und seit ihrer Brustkrebsdiagnose im Jahr 2020 auch eine starke Stimme für Aufklärung, Mut und Menschlichkeit. Mitten in der Pandemie traf sie die Nachricht, die alles veränderte. Doch anstatt sich zurückzuziehen, ging sie nach vorne und teilte ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit. Über ihren Weg aus der Krise hin zu einem gesunden, erfüllten Leben mit spannenden neuen Perspektiven möchten wir heute sprechen. Herzlich willkommen, liebe Tanja. Was für eine tolle Anmoderation, danke Viola.

Tanja, wir kennen uns ja ursprünglich über eine gemeinsame Freundin, die dich für meinen Podcast Prominente für Bildung empfohlen hat. Und ich weiß noch, ich habe mich damals so gefreut, weil ich hatte dir dann die Mail geschickt und du hast sofort gesagt, da bin ich dabei. Warum hast du da so gar nicht gezögert, sondern gesagt, yes, I'm in? Also tatsächlich ist ja das Thema Aufklärung in jeder Hinsicht mein Thema, ob es jetzt um das Thema Gesundheit geht, aber natürlich auch Bildung. Und da habe ich ja so ein, zwei Katastrophen auch erlebt mit meinen beiden Kindern, die habe ich dir damals schon erzählt. Und ich finde, es ist immer besser, darüber zu sprechen und Dinge publik zu machen, als wirklich das wegzuschweigen, unter den Teppich zu kehren, weil dann kann sich auch nichts verbessern am Ende. Auf das eine Thema werden wir ja ganz konkret noch eingehen. Bleiben wir aber beim Thema Schule. Wir sind ein Podcast, der sich mit dem Lernen beschäftigt. Du hast es gerade gesagt, du bist selbst Mutter von zwei Kindern und hast diese viele Jahre durch unser Schulsystem begleitet. Welche Erfahrungen überwiegen bei dir, positive oder negative und warum?

Ich würde sagen, es ist sehr gemischt. Also mein Sohn ist, das muss ich mal ganz kurz erstmal sagen, mein Sohn ist 17, der macht nächstes Jahr sein Abitur. Meine Tochter hat 12, die wechselt jetzt dann von der Grundschule aufs Gymnasium. Wir haben ja hier in Berlin ein anderes Schulsystem als viele andere Bundesländer. Da geht es ja nach der vierten Klasse weiter. Und meine Tochter hatte nur mal als ein Beispiel in den ersten anderthalb Jahren, ich glaube, es waren fünf oder sechs verschiedene Klassenlehrer und Lehrerinnen. Das war wirklich so ungünstig. Die erste Lehrerin hat direkt hingeschmissen. Also diese erste Bezugsperson, man muss sich das vorstellen. Man geht in die Schule, freut sich drauf. Der große Bruder war ja schon ein tolles Vorbild und hat sie da auch angefixt. Und dann ist nach ein paar Tagen die erste Klassenlehrerin gegangen. Dann kam also wirklich eine Phase, wo natürlich Chaos war. Dann kam eine Interimslösung.

Es war aber eine Lehrerin, die eigentlich überhaupt keine Zeit hatte. Dann hatten wir zwei Studenten, die sich einen Job geteilt haben. Also für die Klassenaufsicht sozusagen und als Klassenlehrerinnen. Und so ging das eigentlich über fast zwei, drei Jahre, bis ich sie dann irgendwann auch von der Schule genommen habe. Und da sind natürlich unglaublich viele Lücken entstanden, auch kein gutes Gefühl auf die Schule zu gehen, weil eigentlich immer man mit so einem Hab-Acht-Gefühl dahin gegangen ist, auch wenn ich sie dahin gebracht habe. Was passiert jetzt heute eigentlich wieder? sein. Und natürlich sind wir Eltern dann in der Pflicht, diesen ganzen Stoff zu Hause auch noch wirklich mit aufzuholen. Ja, und da sind wir genau bei dem Thema. Ihr habt euch sicherlich sehr, sehr oft über die Schule, um das Drumherum unterhalten.

Aber das Lernen an sich, also darauf, worauf es ankommt, blieb dann sicherlich oft auf der Strecke, weil man sich auch so viel geärgert hat, oder? Absolut. Und Sorgen gemacht hat, also nicht nur geärgert, man macht sich ja Sorgen als Eltern. Also natürlich habe ich mir Sorgen gemacht, aber das Ding ist halt, ich bin natürlich auch berufstätig, bin eine alleinerziehende Mutter. Ich habe natürlich auch nicht so viel Zeit, diesen Stoff, der dann liegen geblieben ist, mit meinem Kind durchzuarbeiten. Und das ist auch vom Verhältnis her, ja, Mutter, Tochter, ich bin nicht die Lehrerin, fand ich immer schwierig. Unterstützen, ja, aber tatsächlich Grunddinge wie Lesen, Schreiben etc. Beizubringen, fand ich, das ist in diesem Verbund in der Klasse definitiv besser aufgehoben.

Ja, definitiv. Also da erinnere ich mich auch noch an unser Gespräch. Dann dachte ich danach, uh, also das ist auch eine Mutter, die richtig Dampf abgelassen hat. Also du warst wirklich voller Emotionen in der Aufnahme. Das muss man wirklich sagen. Ich verlinke die einfach auch nochmal in den Shownotes. Dann kann man da reinhören, was du da detailliert erzählst. Was ist denn der Stand jetzt, Tanja? Du sagst, dein Sohn ist jetzt 17, deine Tochter ist, glaube ich, ein bisschen jünger. Wie sind sie jetzt aufgestellt? Mein Sohn hatte durchweg Glück. Ich würde sagen, wirklich, es war einfach Glück. Ja, der war tatsächlich auf der gleichen Schule und hatte eine sehr engagierte Lehrerin. Tatsächlich ist das damals auch so gewesen, dass durch einen Direktorenwechsel sehr viele gute Lehrer meines Erachtens einfach auch die Schule verlassen haben. Viele sind aber tatsächlich auch gegangen aus Berlin, weil in Berlin wurde man zu dieser Zeit nicht verbeamtet als Lehrer. Ja. Das ist mittlerweile auch geändert. Mein Thema. Genau. Ja. Deswegen war es also auch für die Schule wahnsinnig schwierig, da guten Ersatz zu bekommen. Und also er hatte noch ganz viel Glück. Er ist jetzt nächstes Jahr mit dem Abi durch und der ist gut im Flow, würde ich sagen. Während meine Tochter alle Katastrophen abbekommen hat, die man so abbekommen kann, die war in einem Jül-System gefangen, so hat sie angefangen, also jahrgangsübergreifende Lehrgänge. Das war Klasse 1 bis 3, das wurde dann aber nach zwei Jahren abgeschafft.

Da war dann also wieder Rolle rückwärts. Das lief dann auch wirklich sehr, sehr schwierig, dieser ganze Prozess.

Und jetzt auf der Schule, wo sie jetzt ist, läuft es aber gut. Aber Gerd wollte was sagen. Naja, das ist genau das Thema, weil du für diese Form wie Jül, das ist eine hervorragende Sache, um zu lernen. Wir haben hier Stefan Rupana gehabt, der seine Schule einmal komplett gedreht hat. Er hat die solche Sachen zum Beispiel eingeführt. Aber ein ganz wichtiger Punkt dabei ist, du brauchst ein stabiles System, die so etwas aufbauen. Dann hat man oft in Schulen so Early Adopter, die sowas gerne machen wollen, die führen dann sowas ein, dann brechen die Leute aber weg, die anderen identifizieren sich nicht damit, dann wird Ersatz gesucht und dann gibt es nur eine große Unzufriedenheit. Also man braucht für reformpädagogische Ansätze, braucht man natürlich Zeit, die zu implementieren und dann auch durchzuhalten.

Es ist eigentlich traurig, dass man sagen muss, mein Sohn hatte Glück. Eigentlich, also es kann doch nicht vom Glück abhängen, wie die Schulzeit gelingt. Also wir brauchen ja wenigstens ein Basisglück in Schulen, klar. Es gibt sehr, sehr gute Lehrerinnen und Lehrer und es gibt, Kollegen, die auch da sind, aber wir dürfen es nicht vom Glück abhängig machen und dafür gibt es eben viele, viele Dinge, die man beachten kann, aber ich glaube, wenn wir uns aufs Lernen konzentrieren und das voranbringen, haben wir schon eine ganze Menge, aber du musstest ja etwas lernen, das hat Viola schon gesagt, mit etwas umzugehen, was dann sicherlich, wenn dann das Umfeld auch alles nicht so gut ist mit der Schule und allem, sicherlich auch noch aufs Gemüt schlicht, aber Viola, sprich du bitte. Ja, das klingt ja jetzt auch schon so an. Du hast ja viele Jahre lang wirklich viel auf dem Zettel gehabt, um es mal so zu sagen. Also als die Kinder auch noch kleiner waren, du sagst, du hast Alleinanziehen, du hast deinen Beruf, du stehst in der Öffentlichkeit. Und dann kam ja 2020 die Diagnose Brustkrebs.

Nimm uns doch mal ein bisschen mit in die Zeit. Wie war das, als du das erfahren hast? Ja, wie waren denn so die ersten Tage, Wochen mit dieser neuen Lebensrealität für dich? Ja, meine Kinder waren damals halt sieben, meine Tochter und mein Sohn zwölf. Die waren wirklich noch klein und kleiner. Wir hatten uns eigentlich gerade so in dieser Situation, dass wir zu dritt hier sind. Also ich verstehe mich noch gut mit meinem Ex-Mann, aber am Ende wuppt man es dann doch mehr oder weniger alleine. Zurecht geruckelt und dann kam diese Diagnose und das war eine Diagnose, die relativ schnelles Handeln erforderte. Also ich hatte direkt kurze Zeit später schon die erste Chemo, es folgte eine zweite Chemo, eine OP, Strahlentherapie und diese ganze Behandlungsphase, die dauerte schon über ein Jahr oder ein Jahr. Und ja, also ich habe mir damals sehr viel Zeit gelassen, das den Kindern zu sagen, weil ich einfach unbedingt mehr wissen wollte über meine Behandlungschancen, über Lebenschancen am Ende auch. Und Brustkrebs ist schon einer der am besten heilbaren oder behandelbaren Tumore, die es gibt. Wenn man so eine Krebsdiagnose bekommt, fällt man immer ein Loch, man ist immer unter Schock. Also ich weiß noch, dass ich damals wirklich mehrere Tage wie in so einem Nebelfeld gelebt habe und meine Kinder zu meiner Mutter gegeben habe und ich habe der irgendwas erzählt, aber ich musste mich da wirklich erstmal fangen, Klarheit bekommen.

Recherchieren, wohin geht die Reise, was bedeutet das für die Kinder, bevor ich es denen dann tatsächlich auch mitgeteilt habe. Wie war das denn, als du das den Kindern mitgeteilt hast? Also wie haben die reagiert? Wie konntest du das zu Hause auffangen? Du hast gesagt, verständlicherweise, du hast ein paar Tage gebraucht und weil irgendwann muss man ja eine gewisse Offenheit an den Tag legen. Gerade auch mit sieben und zwölf sind einerseits noch jung, aber andererseits auch alt genug, um zu verstehen, Mama ist jetzt in einer neuen Situation, die vielleicht auch andere Maßnahmen bedarf. Wie hast du das gemacht? Ja, das war mir halt auch klar, weil ich natürlich viel Zeit im Krankenhaus, in der Praxis verbracht habe. Das kann ich ja nicht verheimlichen.

Und ich habe mir damals Hilfe von einer Kinderpsychologin auch geholt. Wie verkündet man sowas? Wie geht man damit um? Und die hatte mir dann halt geraten, dass ich möglichst bei der Verkündung auch eine andere Bezugsperson mitnehme und denen schon sage, was los ist auf kindgerechte Art und Weise, aber eben auch Hoffnung in Aussicht stelle. Dass ich sage, okay, ich werde jetzt die nächsten Wochen und Monate nicht ganz so fit sein. Es wird auch mal Tage geben, wo ich nur im Bett bin. Aber ich habe die tollsten Ärzte, die mich versorgen und ich werde wieder gesund. Aber Oma ist beispielsweise ein bisschen mehr für euch da. Und es war ja damals eben auch die Corona-Zeit, Homeschooling-Zeit, wo klar war, meine Mutter wird dann eben sich mehr um meine Tochter kümmern. Mein Sohn ist hier mit mir zu Hause und muss auch im Haushalt mehr machen. Also es war dann schon klar, die Kinder haben auch so ein paar Aufgaben mehr bekommen, aber das wollten sie auch. Also meine Tochter beispielsweise, die hat mir dann geholfen bei dem Pflasterwechsel.

Den ich immer hatte und hinterher bei der Strahlentherapie hat sie mir das Strahlennetz immer wieder nachgezeichnet mit so einem hautfreundlichen Stift. Hat mich auch geschimpft, wenn ich zu doll geduscht habe und sie das nicht mehr sehen konnte. Sie war so meine kleine Krankenschwester und mein Sohn hat wirklich hier mit seinen zwölf Jahren im Handumdrehen lernen müssen. Es ging gar nicht anders. Ihr habt ja einen Alltag da organisiert, weil die Kinder hatten ja auch hohe Bedürfnisse.

Genau. Also meine Tochter war wirklich mehrere Tage die Woche bei meiner Mutter, weil ich jeden Montag auch Chemotherapie hatte. Da war ich halt wirklich dann immer in der Praxis, Bis da war ich weg. Mein Sohn, ich hatte dann vorgekocht. Ich habe aber auch viele Freunde gehabt, die mir geholfen haben. Also beispielsweise immer montags haben die mich abgeholt, haben hier gekocht für die Kinder, haben mich so ein bisschen versorgt, haben meistens noch Essen dagelassen. Das haben zwei meiner engsten Freundinnen immer im Wechsel gemacht. Durch meine Mutter und die beiden Freundinnen war ich ganz gut aufgestellt. Und wir haben auch relativ viel Essen bestellt.

Es ging nicht anders. Ich habe so oft fünfe gerade sein lassen. Ich habe irgendwann aufgehört zu kontrollieren, ob die Hausaufgaben gemacht sind oder nicht. Mir war wichtiger, wir kuscheln abends auf dem Sofa, wir haben die Nähe und ich zeige auch, es geht aufwärts. Also das war mir dann in dem Moment auch wichtiger. Ist dir das schwer gefallen, dieses Loslassen? Weil ich kenne das ja auch als Mutter, gerade auch in der Corona-Zeit, man ist ja auch viel stärker in der Verantwortung gewesen und du denkst, du musst es ja kontrollieren, damit es halbwegs gut weiterläuft. Und ja, war das leicht jetzt einfach zu sagen, pass auf, die Prioritäten sind jetzt gerade andere. Es ist so, wie es ist. Und wie du sagst, ich lasse jetzt auch mal Fünfe gerade sein. Also ich kann dir sagen, das war mit eine der schwersten Prüfungen. Ich bin wirklich infektionistisch geworden und will natürlich als Mutter logisch das Beste für meine Kinder. Dazu gehört aber auch fundierte Bildung. Und für mich war es schwer, in allem loszulassen. Bei dem Thema Schule, bei dem Thema Haushalt, eigentlich bei allem, was mich sonst so ausmacht und was mir wichtig ist.

Aber es ging am Ende gar nicht anders und das war für mich ein ganz großes Learning, was ich am Ende gut finde, weil ich immer noch ein Stückchen von diesem Perfektionismus verabschieden kann mittlerweile, ohne zu sagen, das geht alles gar nicht. Schlagen wir nochmal den Bogen ein bisschen zur Schule. Du hast gerade schon gesagt, dein Netzwerk, so habe ich es rausgehört, war ganz, ganz wichtig, um dich in der Zeit auch zu tragen und aufzufangen. Die Kinder natürlich auch. Wie war denn da die Kommunikation mit der Schule, mit den Lehrkräften? Sicherlich auch erschwert durch Corona. Hast du Kontakt aufgenommen? Hast du das da kommuniziert? Wie hast du das gemacht? Und dann gerne auch noch anschließend die Frage, wie haben die Lehrkräfte da vielleicht darauf reagiert? Also ich habe, wie es damals war, E-Mails geschrieben. Also ich hatte jetzt keine Handynummer von irgendjemandem und außerdem war dieser Lehrerwechsel bei meiner Tochter ja auch relativ schwierig. Ich habe die eigentlich in Anführungsstrichen nur in Kenntnis gesetzt darüber, dass ich krank bin.

Ich glaube, ich habe noch nicht mal gesagt, was ich habe, aber gesagt, dass die Situation hier zu Hause eine andere ist und wir uns oder ich mich nicht so kümmern kann. Und dann kam auch nur eine E-Mail zurück. Gute Besserung. Danke, dass Sie Bescheid gesagt haben. Und mir war es nicht ähnlich, was bei meinem Sohn dann auch. Gerd und ich sind kurz sprachlos, weil Gerd schüttelte nur den Kopf. Also das war jetzt so das einzige Feedback ans Kind dann von schulischer Seite aus. Ich will jetzt hier nicht zum Interpretieren da, aber vielleicht doch. Also in dieser Zeit war ja so eine große Kommunikationsstille, was diese war, sehr einkanalig. Man hat die Eltern informiert, aber es ist ja keine direkte Kommunikation gewesen. Man hat über irgendwelche Maßnahmen, Abstände, Regelungen, Wechselunterricht informiert, aber so eine, ich sag mal, eine menschliche Kommunikation, die war ja schon eingeschränkt. Und, das sage ich jetzt auch ganz selbstkritisch, fehlt in Schulen oft auch die tiefgreifende Empathie für Belange, die über die persönlichen Bedürfnisse bei manchen Kollegen und Kollegen, die über die persönlichen eigenen Bedürfnisse der Kollegen und Kolleginnen hinausgehen. Das hat sicherlich auch was mit der Überforderung im System zu tun, ist aber auch eine Haltungsfrage. Mehr sage ich dazu nicht, sonst kriege ich gleich wieder die nächsten E-Mails.

Doch, das ist eine Meinung, die habe ich schon. Und das betrifft ja nicht nur Eltern, das betrifft ja auch erkrankte Kinder. Punkt. Okay, du bist auch in die Öffentlichkeit gegangen, hast darüber gesprochen. Warum war dir das so wichtig? Oder gab es da auch, bei manchen ist es ja auch so, ich muss darüber reden, bevor andere darüber berichten. Ja, nee, also ich finde, am Ende ist es ganz wichtig, über Themen wie Krebs zu sprechen, weil nur in der Kommunikation kannst du dich ja auch ein Stückchen fortbewegen. Und ich finde, das hat eine unglaubliche Kraft, wenn jemand sagt, okay, mir geht es gerade schlecht, aber das und das hilft mir. Das ist ja auch tatsächlich ein Learning für andere, die da draußen sind und das Signal, du bist nicht alleine, kam auch an mich zurück. Ich hatte so viel Unterstützung. Ich hatte in der Nacht, als es dann tatsächlich öffentlich wurde, am nächsten Tag über 2000 Nachrichten. Also so per E-Mail, WhatsApp.

Instagram, noch Facebook, was ich kaum noch nutze. Aber auf allen Kanälen kamen tatsächlich Nachrichten hier reingetrudelt und das meiste war wirklich 99 Prozent. Danke, dass du so offen bist. Danke. Wie können wir dich unterstützen? Ich habe dieses ähnliche Problem. Und plötzlich war wie so ein Schulterschluss da und das war ganz toll und so ein Austausch, so ein ganz ehrlicher Austausch, der ja dann auch miteinander verbindet, wo man auch Informationen hin und her schiebt. Und ich muss sagen, ich glaube, das war ein wichtiger Schritt, der mir sehr gut getan hat, aber auch vielen anderen gut getan hat. Ich habe am Ende gelernt, okay, es gibt noch ganz viele offene Fragen. Das war ja dann auch für mich der Impuls zu sagen, ich schreibe mein Buch und all diese offenen Fragen, die kommen dann in dieses Buch rein und werden einfach mal beantwortet von mir, von Experten, die ich um mich herum hatte, die ich schon gesammelt hatte. Und ich muss sagen, das war ganz, ganz toll. Sagst du uns doch mal den Titel deines Buchs? Ja, raus.

Frust raus von Tanja Bülter. Verlinke ich in den Shownotes, weil ich denke, das ist wirklich eine sehr große Hilfestellung und der Bedarf ist definitiv da. Es ist natürlich auch ein Teil eine Volkskrankheit, von daher wird es viele, die uns heute zuhören, auch betreffen und besonders nochmal auf einer anderen Ebene ansprechen. Zum Thema andere Ebenen, es ist ja auch so, das eine ist das Körperliche, also man bekommt die Information, es ist was nicht in Ordnung mit dem Körper. Das andere ist die Psyche. Also wie steht man das durch, wie bleibt man mental stabil? Man hat natürlich so den Impuls, ich muss ja, allein schon für die Kinder, es muss irgendwie weitergehen, ich muss funktionieren, in Anführungsstrichen. Aber trotzdem wirst auch du deine schwarzen Momente gehabt haben.

Aber wie hast du Kraft gezogen? Was hast du getan, vielleicht ein paar Strategien, um dich mental stabil zu halten? Hört sich jetzt vielleicht ganz strange an für euch. Ich habe weitergearbeitet. Punkt eins. Und zwar wollte ich mich nicht 24 Stunden mit dem Thema Krebs beschäftigen. Und bei meiner Arbeit, die ich mag, ich arbeite ja nun als Moderatorin und als Realisatorin beim Fernsehen, fühlte ich mich so normal. Das war so ein Stückchen altes Leben, so ein Stückchen Alltag, weil es wussten ja auch nicht so viele bis ein paar Monate lang und auch danach war es total in Ordnung. Das war für mich ganz gut. Ich muss aber auch dazu sagen, ich weiß, dass es nicht jedem möglich ist, weiterzuarbeiten, aber dann kann ich jeden nur ermutigen, sich in sein Hobby zu stürzen, was Spaß macht, etwas anderes zu tun, als sich wirklich 24-7 mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen. Ein Stück weit musste ich das und wollte ich das aber, weil es ganz wichtig ist, mit den Ärzten ein Stückchen auf Augenhöhe zu sprechen, weil sonst wird man überrollt von diesem Thema, in das man ja auch erst eintaucht. Und das ist wie, als würde man ein neues Studium anfangen. Medizin, ja, der Krebsforschung, in der sich sowieso alle fünf Minuten gefühlt was tut. Und das ganz große Thema für mich ist natürlich das Thema Resilienz und Mindset, Achtsamkeit. Mit dem Thema hatte ich mich vorher überhaupt noch nicht auseinandergesetzt. Bei mir war immer höher, schneller, weiter.

Beim Sport muss man sich ausbrennen und kein Yoga machen. Und das habe ich natürlich dann komplett umgestellt und habe mich so in diesen Themen gefunden, auch durch natürlich mein Netzwerk, durch Coaches um mich herum, durch Freundinnen, die genau auf diesem Gebiet Expertinnen sind, dass ich daraus später ja selber mein zweites Standbein entwickelt habe und gelernt habe, wie wichtig das ist, im Kopf stark zu sein, wenn das Leben um einen herum sich so schnell dreht, dass man eigentlich gar nicht mehr weiß, wie man das aushalten soll. Also Thema lebenslanges Lernen, was wir ja hier auch immer wieder im Podcast haben, da hast du jetzt wirklich schon ein Turbo gezündet über einige Jahre hinweg, oder? Ja, kann ich nicht anders sagen. Also ich habe dann noch den systemischen Coach gemacht, die Resilienztrainerin NLP.

Habe da die verschiedenen Ausbildungen gemacht, weil ich selber ja auch wirklich kennengelernt habe, wie kraftvoll diese Methodik ist und wie doll das funktioniert. Und ja, dann ist daraus jetzt noch mein Coaching-Standbein geworden, was toll ist, weil ich jetzt diese Erfahrungen und diese Möglichkeiten an andere weitergeben kann. Und deutschlandweit gebe ich Workshops für positives Mindset in verschiedenen Einrichtungen, auch im Rahmen von mentalen Gesundheitstagen oder Wochen für Firmen. Es gibt natürlich Einzelcoachings, Gruppencoachings und das ist toll, dass ich jetzt ein Stückchen von dem, was ich gelernt habe, gepaart mit dem, was ich erfahren habe, auch weitergeben kann. Ja, da steckt ja auch ganz viel Hoffnung drin.

Also du hast ja nicht in dem Moment, wo eine schwere Diagnose kommt, gesagt, ich stecke jetzt den Kopf in den Sand, sondern ich mache weiter. Also erstmal weitermachen und sich dann noch öffnen für neue Dinge. Da steckt ja auch so eine ganz positive Einstellung drin, ein positiv Denken. Ich habe das jetzt, meine Schwiegermutter hört den Podcast und die hat zwei schwere Operationen gehabt, die jetzt schon 40 Jahre, ja über 30 Jahre zumindest, die letzte zurückliegt, auch Krebsoperationen. Und der Bestand, also die hat gar nicht, also das war gar keine Option für sie. Also jetzt so in Schwermut zu verfallen oder Depression, sondern das geht natürlich weiter. Also und ich glaube, das ist auch ein Schlüssel. Das kann natürlich nicht jeder und deswegen braucht man ja dann auch Unterstützung. Hast du eine Reha noch gemacht, das würde mich interessieren? Ich habe das nicht mehr geschafft. Ich habe stattdessen eine Ayurveda-Kur gemacht. Das war für mich das Richtige. Aber weil es so Unterstützung halt. Genau.

Hast du darüber auch gesprochen in der Öffentlichkeit? Weil du bist ja eine öffentlich bekannte Person und kannst ja da Verantwortung übernehmen, anderen Menschen Mut zu machen. Ja, das betrachte ich auch so ein Stück weit als meine Aufgabe. Natürlich, jede Krankheit ist anders und jeder Krankheitsweg ist anders. Und ich bewundere deine Schwiegermutter, dass sie da so eine tolle Resilienz an den Tag legt. Und tatsächlich ist das so, grundlegend ist der Mensch veranlagt, ob der sagt, das Glas ist halt leer oder halt voll. Aber man kann eine ganze Menge dazu tun, wenn man sein Glas als halb leer betrachtet, dass man irgendwann dahin kommt, dass man es wirklich auch ein bisschen voller ansieht. Und da gibt es eben ganz kraftvolle Mindset-Werkzeuge und diesen Werkzeugkoffer, den bereite ich quasi immer aus und jeder nimmt sich dann das, was er davon gebrauchen kann und setzt es möglichst dann im Alltag um, weil das ist genauso, wie ihr seid mit der Bildung.

Man muss dranbleiben. Also man muss das durchziehen und das endet nicht, indem man einmal meditiert hat oder einmal Yoga gemacht hat oder visualisiert hat oder gut geatmet hat, sondern da muss man wirklich die Methoden einfach immer weiter in seinen Alltag integrieren. Aber das ist kein Hexenwerk. Das ist etwas, was man sich zur Gewohnheit machen kann und was dann am Ende auch wirklich eine große Wirkung hat. Wie ist denn jetzt heute der Stand der Dinge bei dir, Tanja? Giltst du als geheilt oder wie ist so ein Abschluss der Diagnose dann zu verstehen? Das ist super schwierig übrigens, Viola, weil am Ende wird man dann entlassen. Also ich bin vor vier Jahren dann entlassen worden und habe jetzt natürlich alle paar Monate meine regelmäßigen Checks.

Und es ist so bei meinem Tumor, der ja ein bisschen krasser war, dass man nach fünf Jahren, also jetzt tatsächlich von einer Heilung, sprechen die Ärzte nicht so gerne, aber von einer Gesundung, so würde ich es jetzt mal nennen, spricht. Also wir können schon was feiern hier, das ist schon schön und darüber freue ich mich auch sehr. Am Ende ist es so, natürlich enden diese Checks, diese Nachsorgeuntersuchungen nie und natürlich taste ich mich weiter ab und plädiere an alle für das Thema Prävention, besser Prävention als Nachsorge. Aber ich fühle mich gut, ich lebe gesund und insofern habe ich das Thema Krebs jetzt einfach mal ein Stückchen hinter mir gelassen, gelte jetzt quasi als gesund und daran glaube ich auch und so soll es auch weitergehen. Und das war ein gewisser Warnschuss, ein Kapitel in meinem Leben, das kam, dass mir zum damaligen Zeitpunkt war das schwierig, diese Phase. Am Ende hat es mir aber auch viel Gutes beschert, weil am Ende habe ich dadurch einen ganz neuen Lebensweg eingeschlagen und der ist toll und ich mag das, wie es jetzt ist.

Ja, auf jeden Fall eine sehr intensive Reise, die du da hinter dir hast. Und ich würde es gerne auch nochmal sagen, Bezug jetzt auf die Schule oder auf die Lehrkräfte. Ich denke nämlich genau auch, dass viele sind erstmal überfordert, wenn sie aus dem Elternhaus so eine Information bekommen, sei es jetzt Krebs oder sei es insgesamt, es gibt eine schwere Erkrankung. Das ist ja auch eine Riesenherausforderung für einen persönlich, damit umzugehen. Und ich würde wirklich gerne an der Stelle auch nochmal sagen, dass wir zu dem Thema Körper und aber auch Krankheit über 100 Digis in unserer Digitek haben. Also das muss man, kann man gerne auch mal reingucken. Da ist für jeden was dabei, sei es Biologie oder andere Informationen noch, die man sich da rausziehen kann und dann auch in den Unterricht integrieren kann. Denn wie du gesagt hast, die eigene Information ist natürlich auch wichtig, um es zu verstehen und um die Inhalte dann auch den Schülern und Schülerinnen greifbar zu machen. Ich habe da noch eine Sache, das gilt auch umgekehrt, weil bei einem meiner Kinder gibt es tatsächlich auch ein Kind in der Klasse, das Krebs hat und das Kind selber hat das kommuniziert und ist von der Schule jetzt und wird behandelt. Und tatsächlich ist aber auch nicht groß darüber gesprochen worden. Und ich verstehe das auch nicht so ganz. Warum kann man nicht einfach mal irgendeine Stunde ausfallen lassen und sagen, wir erklären euch jetzt mal, was passiert eigentlich? Wie ist der Weg dieses Kindes?

Das ist irgendwie so in Vergessenheit geraten. Und da muss ich sagen, ich verstehe das nicht. Wie kann sowas sein? Also wir haben hier gesessen und darüber gesprochen, aber das ist was ganz anderes. Das muss doch in der Schule passieren. mit allen Mitschülern zusammen. Und das ist eben noch ein wichtiger Grund, nicht nur so auf einer intellektuellen Ebene zu verstehen, welche Erkrankung ist jetzt da, wie betrifft es den Schüler oder die Schülerin, sondern was macht es in dem Moment auch mit den Kindern. Ich weiß jetzt nicht, ob es bei deinem Sohn oder bei deiner Tochter in der Klasse war. Das muss man ja auch verarbeiten. Also ein Lehrerinnen und Lehrer, die sich dafür keine Zeit nehmen, das ist ein Fehlverhalten. Das sage ich so ganz, ganz, ganz, ganz konkret, weil da geht es ja genau darum, die Schülerinnen und Schüler stark zu machen und wir bereiten auf das Leben vor mit all seinen Facetten und da gehören solche Dinge auch mit dazu. Also die Zeit, die man sich nicht nimmt dafür.

Die bekommt man hinterher wieder zurück, weil es etwas verändern wird in der Klasse, weil es etwas mit den Kindern macht und natürlich auch mit diesem Schüler oder dieser Schülerin, der wir an dieser Stelle natürlich alles Gute wünschen. Da würde ich auch gerne noch eine persönliche Geschichte ergänzen. Ich hatte genau diesen Fall, nämlich dass ein Vater in meiner damals dritten Klasse einen Hirntumor erlitten hat und das war eine anderthalbjährige Reise, die ich mit meiner Klasse da auch verbal getätigt habe. Die Mutter war sehr offen, hat mich sehr darin bestärkt, mit den Kindern in den Dialog zu gehen.

Und als der Vater dann verstorben war, haben wir auch uns hingesetzt im Stuhlkreis und haben darüber gesprochen, weil viele auch bei der Beerdigung dann waren. Ja, und das war auch wirklich im Sinne des Schülers, der Mutter und das war auch für mich natürlich eine sehr herausfordernde Zeit, aber es war so lohnenswert, es war so dankbar, ich werde es nie vergessen, es war ein Stuhlkreis, wir hatten wirklich 28 Kinder und es war so leise und die konnten einfach ihre Fragen stellen, hast gemerkt, die saugen das so richtig auf. Ich habe Ihnen auch gesagt, Kinder, ich habe nicht die perfekte Antwort auf eure Fragen. Ich verstehe es auch nicht, aber wir sind jetzt hier zusammen und wir machen das ganz offen, wir reden jetzt darüber und das hat uns allen zusammen unheimlich gut getan und natürlich macht das ganz viel auch für die Klassengemeinschaft, weil es genau wie du sagst, Gerd, diese Stunde, Stunden, die ich da investiert habe, die werden in den Köpfen der Kinder deutlich besser hängen bleiben, als wie ich das Simple Past dann noch später beigebracht habe. gebracht habe.

Jetzt würde ich aber gerne mal ein bisschen positiv auch in die Zukunft gucken. Ja, weil du hast ja, hast du schon gesagt, du bist mit ganz vielen neuen Impulsen auch da rausgekommen, ganz viel Learnings hast du mitgenommen. Du hast unter anderem auch Tanjas Channel aufgebaut, ein Netzwerk nur für Frauen. Und es geht ja auch um verschiedene Themen, zum Beispiel natürlich Bildung. Wir hatten da auch schon einen ganz tollen Abend zusammen mit vielen tollen Frauen, einen schönen Rahmen mit wertvollem Austausch, Bildung, Mindset, Marketing, lauter spannende Themen. Was genau passiert denn da, Tanja?

Ja, tatsächlich habe ich jetzt seit über einem Jahr jeden Monat zehn Frauen an einen Tisch gebracht, die unterschiedlichster Couleur sind. Ja, also unterschiedliche Berufe haben, aus unterschiedlichen Branchen sind, unterschiedlich alt sind, alle Kulturen, alles, was kommt, kann bitte an diesen Tisch, aber immer nur zehn Frauen. Das ist mir wichtig. Warum? Weil es dort einen echten Austausch gibt und du die Möglichkeit hast, wirklich jemanden persönlich kennenzulernen. Auf so einem großen Event geht das unter. Da kann man einfach gar nicht sich die Zeit nehmen mit einem Menschen oder zumindest mit neun anderen Frauen so intensiv zu reden. Und was das Schöne ist, danach gibt es immer eine WhatsApp-Gruppe oder eine Telegram-Gruppe, wo sich alle wirklich vernetzen. Das heißt, es ist ein echter Austausch und es führt zu neuen Projekten, zu Vernetzung, zu Verbindung, zu wirklich dem, was wir so selten haben mittlerweile.

Dass man sein Herz öffnet. Und das finde ich ganz schön. Und das begleitet mich seit einem Jahr und wird bald ein bisschen größer. Ich wollte gerade sagen, wir können ja schon verraten, dass es da große Neuigkeiten gibt bei Tanjas Channel.

Brandaktuell tatsächlich heute, wo der Podcast veröffentlicht wird, aber natürlich erst abends, denn du sollst selbstverständlich die Möglichkeit haben, das als Erste zu kommunizieren. Daher auch die außergewöhnliche Sendezeit heute mal. Gib uns doch mal ein bisschen einen Einblick, wie sich Tanjas Channel entwickeln wird, was so deine Vision ist. Also letztlich Tanjas Channel, ich breite mein Netzwerk aus. Man muss vielleicht ganz kurz einmal sagen, ich bin seit 25 Jahren in der Medienbranche, seit einigen Jahren in der Gesundheits- und Mental-Health-Branche und kenne natürlich unglaublich viele Menschen. Und genau das ist etwas, dieses Netzwerk möchte ich anderen Frauen zur Verfügung stellen und auch andere Frauen haben so tolle Netzwerke. Du bist auch eine, wenn immer was zum Thema Bildung, Schule ist, ich würde dich immer anrufen, Viola. Ja, mach das, jederzeit gerne. Ich sage das auch allen anderen, ja, schreibt Viola an.

Am Ende ist das ein kleines Beispiel dafür, was bei mir passiert. Also am Ende ist es so, dass ich diese kleinen Netzwerktreffen weiterführe, aber das auch ausweite. Jeden Monat wird es einen Online-Workshop von renommierten Coaches geben zu vielen verschiedenen Themen. Zum Thema Burnout-Prävention, Resilienz, strategisches Netzwerken, Brand-Building, Ernährungsberatung. Also von bis wirklich die Komplettpalette, was, ich sag jetzt mal, das Gros meiner Frauen interessiert. Ich habe da schon auch so Abstimmungen gemacht. Und dazu wird es auch noch weitere kleine Events geben mit maximal 20 Personen wie Achtsamkeits-Retreats, aber auch immer gepaart mit Business Skills.

Also Know-how und Mindset. Das möchte ich immer zusammenbringen, weil das ist wirklich nur USB. Das gibt es so nicht bei den Events, die tatsächlich vor Ort stattfinden. Also es gibt jetzt Anfang August ein Retreat in Buku in der Märkischen Schweiz. Es gibt einen Connection Day im September. Wir werden viele tolle Sachen machen. Wir werden zu Miriam Jaks gehen. Wir werden eine Präventionsklinik aufsuchen. Wir werden einen geführten Artwork zur Galloway Week haben und, und, und. Und also ich glaube, jede Frau findet das, was sie mag. Plus natürlich, dass es eine Art App gibt, wo wir Frauen uns verbinden können, austauschen können und uns gegenseitig stärken. Das ist mir wichtig. Wenn sich hier zufällig ein Mann da in diesem Channel verirrt, was passiert mit dem? Wird der denn rausgeworfen?

Ja, also ich sage mal so, ich habe tatsächlich schon mal einen Mixed-Tanjas-Channel gemacht, lieber Gerd. Da hatte ich dann fünf Männer und fünf Frauen. Und ich kann dir aber sagen, auch wenn der Abend sehr schön war, die Energie war eine andere. Das glaube ich sofort. Ja, Gerd. Nein, es war nur eine Frage. Hast du nun für einen Freund gefragt, ne? Ich mache Podcasts und da muss ich Fragen stellen. Das ist sozusagen in mir eingebaut.

Das klingt ja wirklich mega spannend und auch toll zu sehen. Es freut mich so, wie erfolgreich du damit bist und wie sich diese ganze Idee so entwickelt hat, weil man auch merkt, wenn man mal dabei war und ich durfte ja dabei sein, das ist halt so positiv. Das ist halt wie so eine positive Lawine, die weiterrollt und immer mehr Frauen dann abholt. Das finde ich ganz toll. Vielleicht nochmal für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, die jetzt auch denken, wow, das klingt ja super spannend. Kann denn dann da eigentlich jede mitmachen oder ist das nur über deine Einladung? Wie funktioniert das? Ja, tatsächlich gibt es so zwei verschiedene Modelle, die ich anbiete. Also es gibt das Modell, dass man sagt, man ist in einer Gruppe, wo man sich eben gegenseitig stärkt, wo man die Kontakte hat und kann alle Online-Workshops mitmachen. Über ein Jahr verteilt. Da schreibt man mir einfach auf Instagram oder über alle möglichen Kanäle, über die man mich erreicht. Und dann schicke ich einen Link. Und es gibt natürlich eine kleine Aufwandsentschädigung. Die Coaches machen das auch nicht umsonst, aber es ist wirklich relativ im Rahmen oder es ist sehr gering, würde ich jetzt mal sagen. Dann gibt es noch so ein Premium-Modell, wo man eben die Möglichkeit hat, an so einem Zehnertisch teilzunehmen, auch an so einem Event teilzunehmen und an allen Workshops teilzunehmen.

Und da passiert es auf Einladung, beziehungsweise man kann auch Interesse anmelden, wenn man mich nicht kennt. Aber mir ist ganz wichtig, ich möchte ja nur gute Frauen da drin haben. Und mit gut meine ich nicht, man muss reich, berühmt, toll sein, sondern man muss ein gutes Herz haben und keine Ellenbogen haben, weil ich möchte, dass es eine Gruppe wird von Frauen, die sich gegenseitig stützt. Das heißt, wer da Interesse an dem Premium-Modell hat, der schreibt mir einfach und dann telefoniere ich oder zoome einmal mit dieser Dame und dann, glaube ich, habe ich ein ganz gutes Bauchgefühl dafür, passt das? Bin mir auch relativ sicher, die, die Interesse an sowas haben, die passen auch meistens. Also auch wenn es größer wird, es bleibt sehr persönlich. Ja, auf jeden Fall, das ist mir ganz richtig. Jetzt habe ich zugehört. Bist versunken, träumst du schon da in die Frauengruppe reingehört? Nein, nein, nein, nein, ich bin ja nicht. Okay, verschicken wir mal. Lieber about a boy, meinst du, so about a boy-mäßig? Nein, also. Dann frag mal die nächste Frage. Ich habe keine. Nein, doch.

Nochmal abschließend, obwohl ich mich würde was interessieren. Hast du mit Andreas Hoffmann schon mal zusammengearbeitet? Nee, noch nicht. Würde ich nochmal einen Kontakt herstellen. Andreas Hoffmann, der leitet eine große Klinik. So eine Reha-Klinik, ist ein Freund von mir. Ja. Die machen auch so in diese Richtung mentale Stärkung, auch nach Brustkrebs. Super. Kannst du machen oder auch nicht. Grüße an dieser Stelle an Andreas. Das würde ich euch einfach mal vernetzen. Sehr gerne, freue ich mich. Was ist dein persönliches Mantra heute, würde mich am Ende noch interessieren? Wenn du so heute aus diesem Tag oder in diese Woche gehst. Ja, genau. Am Ende ist es so, ich wache morgens immer auf, Und versuche, einen positiven Gedanken zu fassen. Etwas, worauf ich mich freue an diesem Tag, auch wenn ich weiß, es wird jetzt anstrengend. Auch der Tag, der 8.7. Wird anstrengend werden, das weiß ich. Da kommen 50 Frauen. Ich habe an dem Abend wirklich viel geplant, aber egal.

Dieses eine Fünkchen, was mir so ein Kickstart an dem Tag bereitet, das ist mein Mantra. Also dieser kleine positive Funke am Morgen, der trägt mich durch den Tag und der trägt mich durch jeden Tag. Und das ist das Schöne. Tanja, ganz toll. Ich bin wieder mal beseelt von unserem Gespräch. Wir haben jetzt einen wilden Ritt von der Bildung über Krebsdiagnose, Mindset etc. Gemacht. Aber ja, auch das ist das Leben. Das gehört alles zusammen. Das ist das Lernen in jedwedem Bereich. Also ich danke dir vielmals für deine Offenheit, für deine klaren Worte. Ich freue mich sehr, auf den 8.7. Natürlich live dabei sein zu können und ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg. Dankeschön, das war ein ganz tolles Gespräch mit euch. Vielen Dank.

So Viola, ich muss sagen, ich bin echt beeindruckt. Tanja hat wirklich tiefer Einblick in ihr Leben gegeben und ihre ganz eigene Welt aufgemacht. Das hat man ja auch nicht, Oft, dass Leute so offen über Krisen sprechen. Absolut. Und was mich auch besonders berührt hat, war diese Mischung aus Ehrlichkeit, Verletzlichkeit und gleichzeitig so viel Kraft. Also gerade wie sie von der Zeit mit ihren Kindern gesprochen hat, dass sie den Schulstoff wirklich irgendwann einfach losgelassen hat und stattdessen Nähe und Kuscheln wichtiger wurden. Finde ich so schön und so wichtig und das sagt ja auch ganz viel aus. Ja und das kennen wir ja, wenn wir immer nur, was war heute in der Schule, was musst du noch machen, das nur in den Vordergrund stellen und nur über Hausaufgaben reden und über das Schaffen.

Dann bauen sich ja dann oft auch Barrieren auf, die kontraproduktiv sind. Aber nochmal zurück aufs Gespräch. Und gleichzeitig fand ich es auch erschreckend, wie wenig Rückmeldung von der Schule kam, als sie ihre Erkrankung mitgeteilt hat. Eine Mail mit, gute Besserung, das war's. Ehrlich gesagt, da fehlen einem die Worte. Gerade in so einem Moment bräuchte man noch etwas Verständnis. Ja, die Schule ist ja nur ein kleiner Baustein, aber doch ein Angebot zu machen, wie man unterstützen kann, das sollte drin sein. Ja, absolut. Einfach die Hand reichen und wenn es verbal ist, dann oder über eine E-Mail einfach zu signalisieren, wir sind da und wir fangen auch dein Kind auf, weil da ist ja auch so viel Potenzial, was Schule eigentlich leisten könnte, wenn man sich das bisschen Zeit nimmt und eine Stunde mal wirklich über das Thema Krankheit zu reden, auch mit den Kindern. Das ist ja das, was hängen bleibt und wie ich schon gesagt habe, nicht dann unbedingt das nächste Arbeitsblatt zum Simple Past. Auch wenn es dazu eine sehr schöne Digi gibt, das möchte ich an der Stelle als Englisch-Lehrerin auch nochmal sagen, wenn ich die Arbeit schon gehabt hätte, dann hätte ich die sehr gerne benutzt, zuzüglich zu dem, was man mit Tanja korrespondieren könnte. Und die Zeit hätte man dann, die man gewinnt? Die kann man dann ja in Beziehungsarbeit, zum Beispiel in so einem Elterngespräch stecken oder mit den Kindern.

Ich habe es ja auch im Gespräch gesagt, wenn wir das Glück haben müssen, eine gute Schulzeit zu erleben, dann läuft was falsch. Also wenn es vom Glück abhängig ist, vom Zufall, wo komme ich hin, welchen Lehrer erwische ich? Klar, wir brauchen ein System, das trägt, gerade in schwierigen Zeiten. Ja, absolut. Und das zieht sich ja auch durch Tanjas ganzen Weg. Also sie hat sich durchgekämpft, aber nicht in einer Abgrenzung und in einem Rückzug, sondern mit ihrer Offenheit. Dass sie dann auch noch anderen damit hilft, Resilienz aufzubauen, das finde ich einfach stark. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Und ihr habt ja selber, seid da ja auch einen ganz engen Austausch gewesen, ne? Ja, absolut. Ich hatte sie ja bei meinem Podcast Prominente für Bildung und da hat sie auch mit so viel Emotion wirklich über die Schulzeit ihrer Kinder gesprochen. Das fand ich auch so intensiv und ich kenne sie auch persönlich. Ich werde auch zu ihrem Event gehen, da freue ich mich auch schon sehr drauf. Und sie ist wirklich eine Frau, in der Nähe man sich sehr gerne aufhält. Also du durftest mitmachen. Wir werden darüber vielleicht nochmal ins Gespräch kommen. Was denkst du?

Ja, mit Sicherheit. Ich glaube, es ist eine spannende Initiative und auch da sind viele, viele Geschichten, die es zu erzählen gibt. Also ich werde die Ohren aufklappen und sicherlich die eine oder andere für den Podcast akquirieren. Gut. Und wir wünschen Tanja natürlich heute, wir dürfen ja heute an dem Tag, wo sie ihr Projekt launcht, scheint ja unser Podcast, da drücken wir ihr natürlich die Daumen, wünschen ihr alles Gute. Und vor allem den Menschen, denen sie damit hilft. Ganz genau. Und wenn ihr jemanden kennt, dem Tanjas Geschichte Mut machen könnte, dann teilt diese Folge doch einfach. Das geht ja ganz einfach über den Podcast-Player eurer Wahl, denn wir finden, wir brauchen wirklich mehr Gespräche wie diese. Jetzt gibt es nämlich nur eine Sache noch für mich zu sagen. Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert diesen Kanal, gebt uns eine Bewertung auf Spotify. Dann seid ihr immer die Ersten, die Hey Digis, so geht lernen, heute hören. Bis zum nächsten Mal. Bis dann.