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Hey Diggis, so geht Lernen heute. Bevor wir starten, möchten wir euch kurz Danke sagen. Wir freuen uns riesig über die vielen, vielen Menschen, die unseren Podcast inzwischen regelmäßig hören. Also danke dafür. Und wir haben heute eine ganz kleine Bitte. Wenn ihr wollt, dass Hey Diggis weiter wächst, klickt bitte auf Abonnieren. Ja, findet ihr in jedem eurer Podcast-Apps. Einfach abonnieren, das ist nur ein kleiner Klick für euch. Aber ein großer Schritt für unsere Arbeit. Dann können wir hier auch immer weiterhin tolle Gästinnen und Gäste empfangen. Und du hast gerade gesagt, ein großer Schritt, das trifft auch auf unsere Gästinnen heute zu. Und heute lernen wir, wie man eine Schule baut, mit Mut, mit Haltung, mit echter Selbstwirksamkeit. Klingt komisch, ist aber so. In Friedland, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, passiert gerade etwas, das man in Deutschland wirklich nicht oft sieht. Eine neue Schule entsteht, aber nicht irgendeine, sondern eine Schule, die auf Vertrauen setzt, auf Beziehung, auf Selbstbestimmung und auf ein echtes Miteinander. Ja, Viola, kein Stundenplan, keine Noten, keine festen Klassen.

Dafür viel Raum für Entwicklung, Mitbestimmung und Freude am Lernen und das alles mitten im ländlichen Raum, nicht in einem bildungspolitischen Labor, sondern in einer echten Gemeinschaft. Also ein sehr spannendes Projekt und wir sprechen heute mit Peggy Kaminski und Kerstin Baumgartner. Zwei Frauen, die nicht einfach nur Schule besser machen wollen, sondern sie wirklich anders denken und dies einfach machen. Wir wollen nachfragen, was treibt sie an? Wie haben sie es geschafft, eine Schule ganz neu zu gründen? Was passiert, wenn man Kindern wirklich Verantwortung überträgt und Erwachsene, wenn sie loslassen müssen? Spannende Fragen. Und natürlich auch, was können wir alle daraus mitnehmen für unser Lernen, unsere Kinder und unser Bildungssystem? Fragen wir die beiden jetzt einfach mal selbst. Jetzt geht's los. Hey Diggis, so geht Lernen mit.

Der Freien Demokratischen Schule Friedland ist etwas gelungen, das in Deutschland noch immer selten ist. Eine Schule, die radikal auf Vertrauen setzt, auf Selbstbestimmung, auf Beziehung, auf echtes Miteinander. Ohne Noten, ohne Stundenpläne und ohne festgelegte Klassenstrukturen. Dafür mit viel Mut, Klarheit und einer ganz starken pädagogischen Haltung. Jetzt ist es offiziell. Die Schule wurde staatlich genehmigt und ist damit in Mecklenburg-Vorpommern als Ersatzschule anerkannt. Dazu gratulieren wir euch natürlich ganz herzlich und wir freuen uns, dass wir heute sprechen können mit Peggy Kaminski und Kerstin Baumgartner. Zwei Frauen, die nicht nur eine Schule gegründet haben, sondern mit ihr auch ein pädagogisches Statement setzen. Was wir von Friedland über Lernen, Demokratie und Zukunftsbildung lernen können, darum geht es jetzt. Herzlich willkommen, ihr beiden. Vielen Dank, wir freuen uns, dass wir da sein dürfen. Hallo. Und damit das ganz klar ist, wir reden vom Friedland bei Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern.

Kerstin, wie kam es zur Idee, in Friedland eine freie, demokratische Schule zu gründen? Was hat euch motiviert, diesen Weg zu gehen? Denn wir wissen, es ist eine Kleinstadt, ja, aber es ist kein großstädtisches Milieu. Es fehlen vielleicht Sponsoren, es fehlt auch eine bestimmte Elternschaft. Man hat Klischees im Kopf von der Region, aber ihr geht da einen anderen Weg. Warum? Also Peggy ist der Motivator oder der Initiator dieser ganzen Aktion oder der Schule.

Ich bin seit zwei Jahren an dieser Schule, an der Peggy jetzt arbeitet und sie hat mich mit der Idee infiziert. Und ich war schon an vielen Schulen im Land und bin begeistert von der Idee und freue mich sehr darauf, dass wir dieses Projekt umsetzen können. Was war eigentlich so der Auslöser-Moment für euch und wie lang ist dieser Prozess schon? Ja, also bei mir tatsächlich gab es so die ersten Momente, als ich eigentlich direkt in den Lehrerjob eingestiegen bin. Und ich habe immer gedacht, oh Gott, du bist eine schlechte Lehrerin, weil irgendwie bin ich unzufrieden raus, habe mein Bestes immer versucht zu geben. Die Schüler haben auch teilweise gesagt, ja, es war okay, der hat Spaß gemacht und der Unterricht. Aber man selber hat irgendwie den Eindruck gehabt, man bleibt irgendwo hängen und irgendwie blüht es nicht so auf, wie man sich das gern wünscht, den Kindern was vermitteln zu können. Das habe ich eigentlich relativ eher als junge Lehrerin schnell für mich irgendwie ausgemacht. Dann gab es einen Moment, ich bin Studienrätin, ich komme aus der Oberstufe und habe eine Abiturprüfung abgenommen und war ganz glücklich, den jungen Menschen ins Leben entlassen zu können. Er hatte die Prüfung bestanden bei mir, Geografie mündlich. Da habe ich gesagt, Simon, herzlichen Glückwunsch, der Amtsabitur, wie geht es jetzt für Sie weiter?

Und in dem Moment sagte er zu mir, Frau Kaminski, ich weiß es nicht. Und das war für mich so ein Moment, wo ich dachte, wow, wir haben diesen jungen Menschen, das waren noch 13 Jahre damals, 13 Jahre lang begleitet und wir haben nicht rauskitzeln können, wie geht es für ihn im Leben weiter, was interessiert ihn, was sind seine Talente. Und das war so ein erster Schockmoment für mich. Und ich sage mal jetzt so 14 Jahre später, nachdem ich mit Familie hier nach Friedland zurückgekehrt bin, Friedländerin auch bin und hier an die Grundschule gegangen bin, habe ich eigentlich für mich begriffen, wie lernt der Mensch überhaupt? Die Kinder kommen mit so viel Freude in die Schule, wollen Lesen, Rechnen, Schreiben lernen und wir schaffen es innerhalb von schlechtestenfalls zwei Wochen den Kindern diese Freude zu nehmen. Und da habe ich gedacht, also hier läuft ja grundsätzlich was falsch. Da habe ich gemerkt, im klassischen Schulsystem stoße ich so an meine Grenze und habe dann angefangen, mich auf den Weg zu machen. Was gibt es für Alternativen? Wie kann ich was anders strukturieren? Und bin dann tatsächlich auf die demokratische Schule und dessen Konzept gestoßen.

Und ja, kurze Zeit später kam dann auch Kerstin an die Grundschule, an der wir aktuell noch arbeiten. Und da entstand dann einfach eine kollegiale Freundschaft. Wir haben uns viel darüber ausgetauscht. Und ja, irgendwann hieß es dann, Gerstin, was ist, hopp oder top, bist du dabei. Und somit war es quasi geboren. Das war so mein auslösender Moment. Ja, genauso habe ich es auch immer empfunden, dass die, ja, ich bin von Herzen gern Lehrerin. Und wenn der Funke in den Augen so schnell erlischt, man gibt sich alle Mühe. Und dieses Ganze, was man einhalten muss, dieses Konstrukt Schule, wie es jetzt ist, das macht Gefangenen. Lehrer gefangen und genauso die Kinder, also die sind gefangen in diesem System. Und da wollen wir raus und ich freue mich, dass wir da Kinder mitnehmen können. Ja, wir haben ja ganz oft hier schon Gäste gehabt. Ich erinnere an Olaf Axel Buhr in einer unserer ersten Folgen, den Stefan Rupana, Marina Weißband gerade. Genau, wollte ich auch sagen. In einer unserer letzten Folgen.

Selbstwirksamkeit, Stichwort. Genau. Und sie setzt natürlich mit ihrem Projekt Aula auf Demokratie. Und bei euch steckt ja das Wort demokratisch schon in eurem Namen und ist Fundament eurer Schulkonzepte. Was unterscheidet euch von anderen Schulen, ja sogar von anderen freien Schulen?

Thema Selbstbestimmung kam ja auch gerade, ja, also wirklich dieses, dass wir sagen, wir wollen, dass die Kinder die Verbindung zu sich ins Innere überhalten, dass sie sagen, okay, das ist was, da will ich gut drin werden, die Leidenschaft habe ich und wir sehen es ganz viel schon bei Kleinkindern, ja.

Die wollen springen, hüpfen, laufen, rückwärts gehen, Rolle üben, was auch immer alles lernen und dieses Feuer wollen wir aufrechterhalten, indem wir sie begleiten. Also wir verstehen uns nicht mehr als klassische Lehrer, die da vorne stehen und sagen, ich konstruiere jetzt eine Unterrichtsumgebung und ein Problem, über das wir sprechen, sondern die Kinder bringen ihre Anliegen mit ein und wir greifen es auf, beziehungsweise sie haben ja dann die Entscheidung auch zu sagen, wie lerne ich jetzt darüber, wie lerne ich das Lesen, mit wem lerne ich das Lesen, ja? Nehme ich mir gleich ein Sachbuch vor, weil ich weiß schon einige Buchstaben und Wörter und interessiere mich total für Dinosaurier oder sage ich, nee, Kerstin ist eine ganz tolle Lernbegleiterin, eine ganz tolle Mentatorin, zu der gehe ich in den Kurs, wie ich lesen lerne oder schreiben lerne. Also dieses Thema Selbstbestimmung und du sprachst jetzt auf den Punkt demokratisch an. Bei uns ist es so, unser Schulkonzept basiert darauf, dass die Kinder sich nicht der Schule anpassen müssen. Das ist immer so ein schönes Bild, wenn wir immer so wie Plätzchen ausstechen. Wir haben diese Form und da stechen wir den Teich aus und jedes Kind passt in diese Form rein. Das wollen wir nicht, weil wir sind alle individuell und wir haben alle so unsere Talente und auch unsere Defizite, aber mit denen müssen wir auch umgehen lernen. Da bieten wir ihnen eben die Möglichkeit zu sagen, du, jeder Einzelne bei uns, egal ob er sechs Jahre alt ist oder 16 oder ob er Lernbegleiter oder Schüler ist, ob er einen Tag da ist bei uns oder schon zehn Jahre, jeder hat das Recht mitzubestimmen. Und das machen wir bei der sogenannten Schulversammlung zum Beispiel, wo Kinder ihre Projekte einbringen können.

Sagen, was wünschen sie sich, was brauchen sie aktuell an dieser Schule und natürlich auch weiterführend, dass sie auch diese Planungskompetenz, denn auch das erwarten wir von jungen Menschen, die aus der Schule kommen. Sie sollen einen Plan für sich haben. Und da wollen wir sie einfach unterstützen und sagen, okay, wenn du sagst, das brauchen wir, wie kriegen wir das? Haben wir Platz dafür? Was kostet das? Wo kriegen wir das finanziert? Sie in diese Schritte mitzunehmen, damit sie Schule tagtäglich mitgestalten können. Habt ihr euch da andere Schulen angeschaut? Habt ihr Vorbilder? Habt ihr andere Schulen auch hospitiert in diesem Kontext? Ja, also wir waren gemeinsam in Leipzig an der freien Schule. Ist ja die älteste, die in Deutschland existiert. Wir konnten sehen, was da in den letzten 30 Jahren entstanden ist. Das war schon sehr interessant und ist inspirierend für mich oder für uns beide. Ja, also ich habe zudem auch eine Schule in Hamburg angeschaut, auch in einem strukturschwarzen Teil.

Und in Berlin war ich tatsächlich auch und habe da mithospitiert den ganzen Tag. Und beziehungsweise da war Tag der offenen Tür und in Hamburg habe ich hospitiert. Und das war sehr interessant zu sehen. Ihr habt ja jetzt schon so ein bisschen aufgegriffen, wie man bei euch lesen lernt, schreiben lernt, wie die Lerninhalte auch so selber bestimmt werden können, um wirklich das Interesse aufrecht zu erhalten. Und ich frage mich da, wie sieht denn eigentlich so ein typischer Schulalltag bei euch aus? Oder kann man auf der anderen Seite gar nicht davon sprechen? Gibt es diesen typischen Schultag gar nicht? Also ganz typisch einen Schultag gibt es nicht. Es heißt, wir haben die Zeit von sieben bis neun Uhr, die Ankommenszeit. Da kann jeder überlegen, wann er in die Schule kommt. Dann starten wir mit einem gemeinsamen Teil, einem Morgenimpuls und dann können die Schüler wählen, in welche Kurse sie gehen, beziehungsweise was sie selber machen an dem Tag oder die Woche über. Und das ist jeden Tag anders und jede Woche auch anders. Okay, und wenn die Schüler und Schülerinnen selber wählen können, das ist natürlich diese riesengroße Freiheit, kann ich mir vorstellen, ist für viele Kinder auch erstmal ein bisschen schwierig, damit umzugehen und sich selber strukturieren zu lernen. Das ist ja auch eine große Herausforderung und das bedeutet für euch.

Auf der anderen Seite ja auch, ihr müsst eine gewisse Feedback-Kultur haben. Denn wenn es keine Noten gibt, wie wissen die Kinder denn, wo sie stehen, wie sie sich entwickeln und wie sie von Ausgangspunkt A zu ihrem Ziel B kommen wollen? Ich höre zwei Punkte raus. Der erste Punkt, wo ihm angesprochen wurde, ist dieses Selbststrukturieren. Ich finde es erstaunlich, wenn man so Sechsjährige sieht, die sind eigentlich voll beschäftigt immer. Die haben total zu tun. Während wir Kinder haben, das ist uns bewusst, die vielleicht jetzt schon aus dem klassischen Schulsystem zu uns rüber wechseln, die werden erstmal da sitzen und sagen, okay, Wahnsinn, mir ist gerade langweilig, was mache ich jetzt mit dieser Langeweile? Also das ist, glaube ich, für sie ein ganz großes Umlärm wieder, zu sagen, es ist deine Zeit, du trägst Verantwortung dafür, was du da jetzt machst. Wenn du nach Hause gehst, der Tag war heute mega langweilig, dann ist es deine Verantwortung, das nächsten Tag zu ändern. Es liegt in deiner Hand. Das kommt vielleicht auch daher, da muss ich gerade mal kurz reingrätschen, weil sie sonst von der Regelschule so viel Passivität auch im Grunde genommen gewohnt sind und diese aktive Verwaltung gar nicht so mitbringen. Verstehe ich dich da richtig? Richtig. Ihnen wird ja vorgegeben, wie ihr Tagesablauf ist. Im schlechtesten Fall heißt es, jetzt hast du Pause, jetzt gehst du auf Toilette.

Also um den Basics mal aufzugreifen. Genau. Und das ist bei uns eben anders. Und das haben wir auch gemerkt jetzt in den Aufnahmegesprächen schon. Wir haben natürlich auch schon mit Eltern und Kindern gesprochen, die sich extrem für uns interessieren und gesagt, so hör zu, so und so läuft es bei uns. Und die Kinder hatten großartig und haben gesagt, wie, es gibt jetzt kein Klingeln mehr bei euch. Habe ich das richtig verstanden? Ja, genau. So, also von daher, das ist natürlich die Freiheit, damit umzugehen und auch zu lernen und sie für sich zu nutzen an der Stelle. Genau, dann hattest du ja einen zweiten Punkt angesprochen. Ich überlege gerade, das war der Punkt Feedback. Genau, genau. Also auch da haben wir Schleifen eingebaut und sagen, wir geben regelmäßig monatlich Rückmeldungen, Reflektionsgespräche nennen wir die. Die Schüler, auch da wieder, sie sind selbstbestimmt, wer begleitet sie durch Schuljahr, mit wem wollen sie diese Reflektionsgespräche durchführen. Kerstin, würde ich mal sagen, ist so die klassische für die Kleinen. Die hat einen ganz anderen Zugang zu den Kleinen, so zu den Grundschülern, sage ich mal.

Und bei mir ist es so, dass ich sage, okay, ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht die Größeren da sind. Da ist es dann so, dass wir wirklich sagen, monatlich gibt es ein Rückmeldegespräch, über das wir dann sprechen, wirklich bewertungsfrei, lediglich auf Beobachtungsebene, dass wir sagen, okay, wir haben beobachtet, du hast dich viel mit dem Thema Schwerkraft beschäftigt. Bleiben wir mal bei Physik, ist ja auch interessant, gerade für auch in einem gewissen Alter. Und dann reden wir drüber. Okay, was kannst du dafür mitnehmen? Gibt es was, wo du jetzt weitermachen willst? Können wir dich unterstützen? Ja, gerade wenn es dann so geht, mittleren Schulabschluss. Dann ist es so natürlich, dann werden auch die Maßgaben natürlich relevant für uns, die auch das Bildungsministerium setzt, damit sie einen Schulabschluss machen können. Und da ist die Erfahrung tatsächlich auch aus anderen freien demokratischen Schulen, dass die Kinder sich ganz gezielt dann darauf vorbereiten und sie stellen fest, das sind Lücken, die habe ich, hilf mir bitte dabei. Und auch die Hilfe sieht dann an der Stelle ganz anders aus. Und auch da gibt es immer wieder Rückmeldung zu sagen, okay, ich habe das Gefühl, du hast jetzt verstanden. Oder die Schüler selber sagen, ich habe es begriffen. Komm, wir das nächste Thema nehmen.

Spannend und ich muss gestehen, ich bin jetzt geistig ein bisschen hängen geblieben, auch bei der Kinderfrage, wie es gibt kein Klingeln mehr. Also das heilt jetzt bei mir auch so ein bisschen nach, das ist so selbstverständlich für mich. Also ich sage mal, wir können in meinem Kopf darüber sprechen, ob es 45 Minuten oder 90 Minuten sind, die Flexibilität geht noch. Aber jetzt zu sagen, es gibt gar kein Klingeln mehr, das ist tatsächlich für mich auch sehr ungewöhnlich als Lehrerin und auch als Mutter von vier Kindern.

Aber wie wissen die Kinder denn dann, wann sie jetzt von Physik zu Deutsch wechseln sollten oder sagt ihr, warum sollten sie das? Wenn sie jetzt den ganzen Tag sich in Physik vertiefen, dann ist es halt so. Also wie kann man denn schauen, dass es eine gewisse Balance zwischen den Fächern gibt? Also ich glaube, das Problem, was wir immer so sehen, ist, wir denken zu sehr in Fächern. Das sind uns die skandinavischen Länder eindeutig voraus. Die sind viel, viel fachübergreifender. Auch wir brechen diese Strukturen radikal, wenn ich das Eingangswort mal nehmen darf, auf, indem wir sagen, Deutsch lerne ich nicht nur im Deutschunterricht. Deutsch lerne ich auch, wenn ich eine Matheaufgabe löse, wenn ich mir einen Sachtext über Physik angucke, wenn ich mich, also ich weiß zum Beispiel, mein Sohn interessiert sich gerade voll für den Anglerschein zum Beispiel, wenn der sich damit beschäftigen muss, ja, wie ziehe ich so einen Fisch aus dem Wasser oder welche Art von Fische gibt es, wie leben die, wo kriege ich die gefangen? Da lernen wir auch schon und zwar an dem Thema, was mich bindet. Und auch da vertreten wir die Meinung, ja, Lern ist Beziehungssache und eine ganz emotionale Sache. Wenn mich was interessiert, sauge ich das Thema auf und nehme mir genau die Quell, die ich brauche in dem Moment und dann habe ich es im Kopf, weil es interessiert mich extrem. Und deswegen sagen wir auch, hat jeder auch da an der Stelle sein Tempo, sich mit bestimmten Themen zu beschäftigen. Und Physik kann ich daran lernen, indem ich Fahrradwett drin mache oder indem ich Murmelnbett abrollen lasse oder Sonstiges.

Also wie die Kinder sich diese Welt erschließen, liegt im Interessengebiet ihrerseits und im Fach übergreifend auch. Ich komme noch mal ganz kurz zu den Noten, weil so habe ich euch ja kennengelernt, da waren große Artikel in der Ostsee-Zeitung und dann kamen die Leserbriefe. Da komme ich leider nicht mehr ran, hätte ich noch mal raussuchen müssen, aber es überrascht jetzt wenig. Wie soll so eine Schule denn funktionieren, wenn es keine Noten mehr gibt? Das hat uns früher auch nicht geschadet. Also in diesem Duktus von ein Schlag an den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen, also dieses ganz alte Mindset.

Da wurde sich so richtig dran abgearbeitet, irgendwelche Mikes haben sich dann da ausgelassen, darüber hergezogen, gab auch positive Rückmeldungen, aber gerade das Thema Noten war da so ein Trigger. Und auf Skandinavien, Viola erinnere mich, dass wir darauf noch eingehen. Ich war gerade in Dänemark und kann das nur bestätigen, was ihr gesagt habt. Da ist eine ganz andere Herangehensweise und da gibt es einfach viel, viel, viel Falschmeldungen bei uns auch, was über Skandinavien jetzt gerade berichtet wird. Da ist der Viel-Gelogen-Verband da unterwegs, was das betrifft. Kommen wir mal zum Thema Demokratie nochmal zurück. Ihr legt großen Wert auf Partizipation und Mitsprache. Wie werden Entscheidungen an eurer Schule denn getroffen? Demokratisch. Ja, aber erklärt mir das mal. Also können die Schüler alles mitbestimmen? Ja.

Es startet dabei, was schaffen wir an und hört auf bei dem, wen stellen wir ein, wer bleibt jetzt bei uns als Mentor, wie entwickelt sich unsere Schule weiter, welchen Schulausflug machen wir, wirklich alles, was das Schulleben betrifft. Auch da, wie das Thema Noten, ihr seid ja verrückt, das kann nicht funktionieren, denen könnt Kindern nicht solche Verantwortung in die Hände legen. Wir vertreten dann andere Meinungen, wir sind da der Ansicht, dass man unseren Kindern durchaus mehr vertrauen und zutrauen kann. Sie wägen ab, sie lernen dadurch das Argumentieren, nicht nur die Meinungsbildung, was wir auch oft mittlerweile in der Gesellschaft haben. Ich habe eine Meinung, aber ich kann sie nicht begründen. Und auch da legen wir eben Wert auf Diskurs. Das werden Themen, die werden ausdiskutiert, es werden Nachfragen gestellt. Und dass jeder sagt am Ende, okay, ich bin mir sicher, ich bin jetzt dafür oder ich bin dagegen. Und zwar aus folgenden Gründen. Und genau, und alles, was eben passiert an der Schule, da gibt es die Schulversammlung eben für. Die findet wöchentlich statt. Da werden solche Themen besprochen und auch abgestimmt. Schulversammlung heißt, da sind natürlich Schüler drin und Vertrauenslehrer oder sind auch Elternvertreter involviert? Also alle, die an der FDS Friedland arbeiten und lernen. Wir Mitarbeiter, wenn der Hausmeister da ist, darf auch der teilnehmen, weil auch er hat ja einen Einblick und einen Aktionsradius in unserer Schule.

Alle Schüler, also wirklich alle, die dort tätig sind an der Schule, haben ein Stimmrecht. Habt ihr da schon mal richtig große Schwierigkeiten oder seid ihr eigentlich mit den Entscheidungen sehr zufrieden? Das werden wir ja sehen. Wir starten ja dann in diesem Schuljahr und berufen das immer ein. Ich weiß aus meiner Erfahrung, meine aktuelle Klasse, ich habe aktuell eine dritte Klasse noch an der staatlichen Schule. Wir haben immer eine Stunde in der Woche, da werden Themen besprochen und, Während natürlich in dem Moment darf ich ja nicht so weitreichend abstimmen, wer wird eingestellt oder wer ist ein neuer Fachlehrer.

Aber wenn es um solche Sachen geht, die die Kinder betreffen, fragen sie nach, sind kritisch und stimmen dementsprechend auch ab. Also ich habe eine zweite Klasse, wenn man gemeinsam was überlegt, wie wir einen Tag gestalten oder einen Projekttag gestalten. Die Kinder haben manchmal tolle Ideen, auf die bin ich selber noch nicht gekommen. Und da entwickeln sich tolle Sachen. Ja, und wir wollen es ja dahin kriegen, dass sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Und auch das ist es ja, dass wenn ich handle, dann überlegt. Das heißt, wir fühlen die Kinder ja tagtäglich dran zu sagen, okay, warum entscheidest du so? Und diejenigen, die nicht handeln, wir kennen es alle, sie meckern, sie meckern, alles ist blöd, keiner will aber was tun und verändern und genau aus diesem Radius wollen wir sie rauskriegen zu sagen, okay, wenn dir was nicht passt, sei dabei, diskutier mit, bring deine Standpunkte ein, versuch dann Leute für dein Projekt zu finden.

Die dich unterstützen, die helfen, macht einen logischen Plan daraus, stell es vor und die Schulgemeinschaft wird darüber diskutieren und auch da sich nicht zu scheuen, etwas in Diskussion zu stellen. Ja, letztendlich Verantwortung zu übernehmen doch auch. Also über diese Phase des Diskutierens hinauszugehen und dann Verantwortung zu übernehmen. Das ist eigentlich doch dann das gewünschte Ziel, die perfekte Selbstwirksamkeit. Und mir kommt gerade so der Gedanke, wir selber sind immer, also ich weiß, Feedbackkultur ist ja auch so ein Schlagwort in Schulen, wo ich mir auch denke, auch das ist meist eine Einbahnstraße. Wir bewerten nonstop die Kinder, aber sie haben wenig Möglichkeit zu sagen, lieber Lehrer, das fand ich jetzt doof oder das fand ich auch gut. Und auch da wollen wir auf Augenhöhe gehen und zu sagen, wir wollen von euch auch wissen, was läuft bei uns gut, was läuft nicht so gut, weil wir uns ja als Team sehen. Wir wollen nicht überuntergeordnet sein, wir sind auf Augenhöhe und genauso wollen wir die Schule aufführen tatsächlich und damit sind wir, sagen wir jetzt mal, auch immer am Puls der Zeit, weil die Kinder ja ein Gefühl dafür haben, was ist gerade wichtig.

Ja, und wie kann ich am besten lernen? Also wenn, hilf mir beim Lernen. Ich glaube, so geht es besser. Also wenn man ganz klare Rückmeldungen dann als Schülerin, als Schüler auch geben kann. Ja, ich würde gerne nochmal einen schärferen Blick auf die Eltern werfen, ehrlich gesagt. Wir haben das jetzt manchmal so ein bisschen gestriffen und irgendwie gibt ein paar Fragen oder Menschen, die sich damit nicht so auskennen, sind sehr skeptisch. Wie erlebt ihr denn die Elternschaft? Denn ich sag mal, die sind natürlich diejenigen, die im ersten Schritt ihre Kinder zu euch bringen, die also ein grundsätzliches Interesse signalisieren.

Habt ihr einen starken Zulauf oder erlebt ihr eher Skepsis, die euch entgegenschlägt? Wie ist da so eure Erfahrung und ja, wie holt ihr die Eltern da auch ab mit eurem Konzept? Also wir waren von Anfang an so und haben gesagt, wir setzen auf Transparenz. Seitdem der Gedanke geboren war bei uns, haben wir Informationsveranstaltungen gegeben hier im beschaulichen Friedland. Als es hieß, oh und Friedland soll eine neue Schule entstehen, war natürlich der Raumrappe voll. Also wir schätzen so 120 Leute waren bestimmt dort. Also und in den nachfolgenden Infoveranstaltungen waren dann eben weitaus weniger Eltern da. Und interessant war es einfach jetzt auch zu sehen in den Aufnahmegesprächen. Ein Großteil, also wir hatten weitaus mehr Anmeldungen, als dass wir aufnehmen konnten. Wir haben natürlich da jetzt ein bisschen priorisieren müssen. Viele Eltern, die zu uns jetzt gekommen sind, uns ist bewusst, dass auch sie quasi ein Stück weit sich weiterentwickeln müssen. Es gab auch so ein, zwei Elterngespräche, da haben wir gesagt, okay, wir können uns darauf vorbereiten, dass wir auch ein bisschen Elterncoaching machen werden. Ja, das glaube ich.

Aber grundsätzlich sagen sie, ja, wir möchten, also der Fokus liegt auf den Talenten der Kinder und was sie eben wahrnehmen ist für ihr Kind, es wird immerhin die Defizite gefördert. Und ihr fördert diese Wertschätzung, dieses Gesehenwerden, diese Anerkennung für das, was da ist. Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Genau so und da sind Eltern tatsächlich sehr offen.

Es kommen natürlich Rückfragen und wir haben gesagt, wir sind die Letzten, die keine Fragen beantworten, Weil auch wir kommen ja aus dem klassischen System, auch wir werden viel noch dazulernen, auch wenn wir da vielleicht ein Stück weit offen schon sind. Aber auch da wissen wir, wir sind ja auch irgendwo Eltern und bemüht darum, dass die Kinder ihren Weg gehen und unterstützen. Und ja, da sage ich mal ganz ehrlich, da gehen wir jetzt gemeinsam und die Eltern, die wir an Bord haben, die sind aus Überzeugung da. Und die zukünftigen, die zu uns kommen werden, haben wir auch gesagt, also ihr müsst bei uns eine Woche hospitieren kommen. Das ist Voraussetzung dafür, dass wir nachher aufnehmen. Einfach weil das Konzept so anders ist als das, was wir klassischerweise kennen, dass wir gesagt haben, bitte kommt, erlebt es eigenständig. Das ist so interessant, dass du das gerade sagst. Ihr müsst bei uns eine Woche hospitieren können. Da fällt mir gerade eine Geschichte aus dem privaten Rahmen ein, die mir eine Mutter gestern erzählte, die überlegt, ob ihr Kind rausgehen soll aus der Klasse meiner Zwillinge, einfach so ortsmäßig bedingt. Und sie wollte gerne in der anderen Schule mal hospitieren kommen. Und das Kind sollte natürlich auch mal einen Tag hospitieren. Antwort, das ist bei uns nicht möglich. Sie können erst hospitieren, wenn das Kind umgemeldet ist.

Und da habe ich ja auch gesagt, sorry, aber wenn du jetzt noch überlegst, ob du die Schule wechseln solltest oder nicht. Also sowas habe ich ja noch nie gehört. Das ist eine Schule gar nicht. Gerd schüttelt schon den Kopf. Doch, du hast es schon mal gehört, dass Schulen sich so querstellen. Ganz kurz, wenn ich mich einmische. Ja, das ist natürlich ein Grund zu sagen, das Kind dort nicht anzumelden. Das war ja unter anderem auch ein Grund in Corona. wo es Kollegen gab.

Keinen Online-Unterricht gemacht haben, dann können die Eltern ja sehen, was ich mache. Und das ist auch eine Realität, die müssen wir auch benennen. Aber vielleicht mal von so einem Elternabend, weil du gesagt hast, da sind ganz viele gegangen.

Ich bin ja jetzt nicht mehr Schulleiter, aber in unserem letzten Vorstellungsabend, ich hatte Schülerinnen und Schüler und dann sagte die Schülerin und dann sprang einer, gendern Sie hier etwa? Ich sage, ich wollte Schülerinnen und Schüler sagen. Und dann saß er so halb, war so halb vom Stuhl und Adern kamen so raus am Hals. Und da hatte sich das ja dann schon erledigt im Grunde genommen. Aber der war dann schon, also auch das hatte ich bisher noch nie erlebt, aber dass dann einer so von direkt aus dem Saal etwas hineinruft. Aber im Grunde sind die Eltern ja ganz, ganz, ganz wichtige Verbündete in der Geschichte. Und ich habe wirklich fantastische Eltern erlebt in meiner Lehrerschaft und jetzt auch gerade als Schulleiter, die eben ganz starke Verbündete waren, um neue Wege in der Schulentwicklung zu gehen. Da werdet ihr auch die Richtigen finden und die, die da sind, sind immer die Richtigen, genau wie die Kinder. Ja und tatsächlich, du sprichst es an, die brauchen wir jetzt aktuell ja auch. So eine Schulgründung und gerade wenn sie jetzt anfängt loszulaufen, da brauchen wir einfach viele starke Schultern an vielen Enden. Und diese engagierten Eltern, die sind für uns jetzt aktuell jetzt schon unbezahlbar, weil sie sind Multiplikatoren, sie unterstützen, wo sie können. Und das ist natürlich bei so einem Projekt unheimliches Gold.

Wir kommen jetzt noch ein bisschen auf die Zielgerade, aber uns würde natürlich interessieren, was sind sozusagen die größten Meilensteine jetzt gewesen, die größten Hindernisse, die ihr zu überwinden habt und auch die größten Erfolge, die ihr auf eurem Weg bis jetzt erreicht habt? Der größte Erfolg ist erstmal, dass das Bildungsministerium endlich gesagt hat, wir dürfen starten, wir haben die Genehmigung. Da haben wir lange drauf gewartet bzw. Viel dafür getan. Also im August letzten Jahres haben wir die Papiere abgegeben persönlich im Bildungsministerium und es kamen immer Nachfragen und wir haben immer weiter erklärt und uns gerechtfertigt für unsere Idee. Und jetzt, ja, das ist schon ein ganz großer Meilenstein. Ja, Meilenstein auf, dass wir auch tatsächlich erst auch die Genehmigung bekommen haben für die Säk 1. Das war ja auch immer sehr vakant, weil ja natürlich auch sie fächerdenkend sind. Und auch da müssen wir an der Stelle ja natürlich bestimmte Sachen abdecken. Da waren wir auch ganz stolz drauf, dass wir die tatsächlich gleich mit genehmigt bekommen haben. Sie hätten uns ja einschränken können, aber das haben sie nicht. Das sind wir großartig. Dann der Meilenstein natürlich. Der Pachtvertrag war eine längere Tortur. Wir haben ja einen Pachtvertrag mit der Stadt geschlossen. Das muss ja durch die Ausschüsse und alles.

Und gerade weil Friedland ist klein, jeder kennt jeden und dass man dann auch so... Ja, Herausforderung. Ja, und jetzt geht es ja auch ums Bauen, ums Gebäude. Das bringt natürlich auch noch wieder neue Herausforderungen. Ja, da votiert uns gerade extrem der Kopf. Also was wir Gespräche führen an allen Enden mit Ämtern, das ist auch gerade toll. Und natürlich weiterhin auch das finanziell weiter abzusichern. Das ist ja auch eine Hausnummer, die da auf uns kommt. Also finanziell, hier kleiner Aufruf. Also, wenn ihr die Freie Demokratische Schule in Friedland unterstützen wollt, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, dann packen wir hier einen Link mit rein, auch die E-Mail-Adresse, dass man sich bei euch melden kann. Jede Unterstützung ist da sicherlich willkommen, oder? Auf alle Fälle. Wir danken für jeden Cent, der uns erreicht und der auch direkt in die Schule fließt. Also kein Management oder sonstiges, es wird alles direkt dort investiert. Keine goldenen Wasserhähne.

Nur bestes Lernen. Aber weißt du, was ich mir auch noch eher vorstellen kann, Gerd? Natürlich machen wir das, wir packen das alles in die Show Notes, aber ich glaube, dass ihr auch bei Zeiten ganz viele Anfragen bekommen werdet von Menschen, die sagen, das ist toll, das ist echt ein gutes Konzept. Ich möchte gern von euren Learnings profitieren, weil ihr seid jetzt schon ganz, ganz, ganz weiten Weg gegangen und habt natürlich schon etliche Hürden da genommen. Also ich kann mir auch gut vorstellen, dass ihr irgendwann irgendwo steht und euer Konzept weiter präsentiert, um halt eure Erfahrungswerte weiterzugeben und mehr solcher Schulen im Land entstehen zu lassen. Das wäre unser Herzenswunsch, ja. überhaupt, dass Strukturen so aufgebrochen werden. Habt ihr noch einen Satz für andere, die jetzt Lust haben zu starten? So einen Mutmachspruch vielleicht oder ein paar Tipps? Es gibt Up and Downs. Wir fragen uns auch oft, warum tun wir uns das an? Aber am Ende sagen wir, wenn man mit dem Herzen dabei ist, schafft man das tatsächlich. Und unser Slogan war immer, es gibt nur eine Richtung. Und man fühlt sich endlich frei.

Selbstwirksamkeit ist das letztendlich auch. Ja, super. Ganz toll, ganz spannende Einblicke und wir werden natürlich eure Geschichte weiter begleiten. Also wir können jetzt nicht euch einfach hier entlassen und sagen, guten Tag und guten Weg, sondern Gerd, wie werden wir das machen in Zukunft? Ja, also unsere Idee ist, oder also Angebot, ihr müsst jetzt nur noch Ja sagen, wir würden euch eigentlich gerne regelmäßig in unserem Podcast holen und so ein Update. Das ist auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sehr interessant. Wie entwickelt sich die Schule? Da wäre sicherlich der Start Anfang September, wenn das angelaufen ist und dann gucken wir mal zu Weihnachten. Immer mal so fünf, sechs, sieben, acht Minuten, wie läuft es in Friedland? Und das würden wir gerne bei uns im Podcast integrieren. Was haltet ihr davon? Super Idee. Da sind wir gerne dabei. Vielen Dank. Gerne. Wir sind ja auch Partner des Deutschen Schulleitungskongresses. Da würden wir sicherlich, Können wir euch sicherlich auch vergünstigte Tickets zukommen lassen, so dass wir uns dann in Düsseldorf treffen können und ihr dort sozusagen an der großen Community auch teilnehmen könnt. Das wäre auch nochmal ein Angebot von uns. Wow, vielen Dank, vielen Dank.

Ja, herzlichen Dank. Ist ja Wahnsinn. Ja, das würde uns freuen, wenn wir uns da auch persönlich austauschen können. Und für alle, die auch Lust haben auf den Deutschen Schulleitungskongress, die klicken sich auch in die Shownotes, denn da gibt es direkt den Rabattcode mit 10% Preisnachlass auf euer Eintrittsticket. Vielen herzlichen Dank für eure Zeit heute Abend. Ich wünsche euch ganz viel Kraft weiterhin. Es war ein ganz spannender Einblick in viel mehr als Bildung, in eure Haltung, in eure Menschlichkeit, in eure Vision und den Mut, den ihr gemacht habt, diesen Weg zu gehen. Ganz herzlichen Dank an der Stelle von uns. Gleichen Dank senden wir gerne in alle Richtungen zurück. Vielen Dank. Dankeschön.

Viola, ganz ehrlich, hättest du nicht jetzt auch Lust, eine eigene Schule zu gründen? Ja, gute Frage. Also spätestens nach diesem Gespräch, da habe ich schon gemerkt, wie es in mir arbeitet. Und natürlich dieser Gedanke, was wäre, wenn wir einfach mal richtig neu anfangen könnten? Also ohne all das, was wir uns über Jahrzehnte angewöhnt haben, sondern mit dem, was unsere Kinder wirklich brauchen. Da bin ich bei dir. Ich habe auch gespürt, da steht nicht irgendein pädagogisches Konzept, niedergeschriebenes, theoretisches. Da stehen Menschen mit Haltung, mit Mut, mit Klarheit. Die wissen auch noch nicht alles ganz genau, sind sich dessen aber bewusst und haben große Lust, einfach zu starten. Ja, absolut sehr motivierend und inspirierend und ich fand es auch toll, wie sie den Begriff Verantwortung neu definieren. Also nicht immer im Sinne von du musst liefern und wir fragen dich ab und letztlich bleibt die Verantwortung doch bei den Lehrkräften und den Erwachsenen, sondern du darfst als Kind wirklich aktiv mitgestalten und eben genau das für die Kinder genauso wie für die beteiligten Erwachsenen. Ich kenne ja Friedland, ich bin nicht unweit von Friedland geboren, es ist nur wirklich eine Kleinstadt. Früher musste ich immer gegen die Mannschaft aus Friedland, das war so ein Endgegner bei uns beim Fußball, die waren ziemlich gut.

Zurück zum Thema, es ist eine Kleinstadt, es ist ländlicher Raum, du hast natürlich nicht wie in einer Großstadt oder in einem Ballungszentrum so ganz, ganz, ganz viele, die jetzt sagen, wir wollen Bildung anders machen, da haben die Menschen andere Sorgen. Ja, da geht es manchmal auch nur, dass man den Job behält, strukturschwache Region. Aber dort so ein Projekt zu starten, das ist mutig. Keine große Bühne, kein perfektes Umfeld, sondern mitten in der Fläche. Absoluter Respekt von mir an dieser Stelle. Ja, einfach mal Hands-on. Und ich fand das auch mit der Schulversammlung so einprägsam. Weißt du, dass sie sagt, der Hausmeister, der stimmt genauso mit ab wie die Kinder. Und das ist ja völlig richtig. Also wissen wir doch alle, ein Schulhausmeister, also hat schon gewisse Deutungswoheit auch, der kennt wirklich alles und jeden. Also nur fair, dass der mit eingebunden wird. Das ist so wirklich gelebte Demokratie. Und ich frage mich ganz ehrlich, warum trauen wir den Kindern in Regelschulen dann eigentlich so wenig zu? Ja, das ist ja auch eine Umdeutung. Also ich komme ganz kurz, da komme ich gleich drauf, weil Schulversammlung oder Schulkonferenz sind eigentlich so im Schulgesetz, so festgeschriebene Begrifflichkeiten, die etwas ausdrücken und sie interpretieren das. Alle sind dabei. Das ist sehr spannend. Und der Hausmeister natürlich ist eigentlich so der heimliche Chef an jeder Schule. Ich habe auch Hausmeisterinnen schon kennengelernt, also alles.

Und ein guter Hausmeister ist ein großes Fund und der weiß natürlich, wo der Schuh auch drückt. Also hören wir ihn doch mit an, binden wir ihn mit ein.

Warum fällt uns das so schwer? Weil wir gelernt haben, dass Bildung Kontrolle braucht. Also das ist eigentlich so eine Grundstruktur von Schule. Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle, Prüfungen, Zensuren, Stundenpläne, Abhaken, 45 Minuten, 90 Minuten bei denen, die schon progressiver sind, alles in dieses System rein und den Kindern wird etwas abtrainiert, nämlich Selbstverantwortung. Ist ja alles geregelt. Du musst nicht selbst entscheiden. Also Marina hat glaube ich so pseudodemokratisch letztes Mal gesagt oder scheindemokratisch. Ich weiß es nicht genau in einer unserer letzten Folgen. Man kann dann so ein bisschen Partizipation ahnen. Hier will man es ja konsequent umsetzen. Das ist herausfordernd. Die Schule geht genau den anderen Weg. Vertrauen schenken und dann wirklich begleiten. Ja, absolut. Also sehr eindrucksvoll. Ich fand auch das Thema Feedback so klug schon durchdacht und auch so anders. Ich merke selber dann auch, wie ich in meinen Denkstrukturen gefangen bin, muss ich leider auch zugeben an der Stelle. Also Feedback, keine Noten, keine Etiketten, sondern halt echte Rückmeldung über den Lernprozess, über die Entwicklung und auf Augenhöhe, ohne auch diese persönliche Bewertung, die ja oft auch so viele Spuren hinterlassen kann. Der ganze Respekt, der da drin steckt, den Kindern gegenüber, das gefällt mir wirklich sehr, sehr gut.

Das ist eben so tief in uns drin. Das geht ja über Schule hinaus. Wir bewerten ja ständig irgendwo, aber wir würden dann ja auch nicht schreiben, so eine Hotelbewertung, also 5 von 5 Sternen, klar, das gibt man mal schnell hin, das hat man so verinnerlicht.

In diesem Hotel waren die Betten besonders gut aufgeschlagen und wenn sie nächstes Mal noch die Wasserflasche etwas besser präsentieren im Zimmer und nicht vielleicht ins Fenster stellen, dann ist die auch kühl. Das würden wir nicht machen. Würde aber den Leuten vor Ort vermutlich mehr bringen als 4 von 5 Sternen. Ist vielleicht jetzt ein bisschen an Haaren herbeigezogen, aber es ist tief in uns verankert und überträgt sich ja von der Schule in viele andere Bereiche, weil es scheinbar so transparent und einfach ist. Ja, und weil wir jetzt ja auch selber in diesen vielen eigenen Schuljahren so gelernt haben, steckt einfach wirklich sehr tief in uns drin, diese Systeme. Aber ich würde gerne auch nochmal einen anderen Bezug herstellen. Gerhard, du hast es ja auch vorhin im Gespräch schon mal kurz angerissen und da hattest auch einen wilden LinkedIn-Post dazu wieder online. Du warst ja kürzlich in Dänemark und erzähl doch mal, wie sehr erinnert dich Friedland an das, was du dort gesehen hast? Ja, wir waren auf Exkursion in Dänemark mit dem Bündnis für Bildung.

Dort wird es 2026 eine Reform geben des Schulsystems nochmal, eine neue Reform. Die sind ja schon ziemlich weit. Man hat jetzt ganz viel immer von Dänemark gehört. Die drehen das Rad zurück und Digitalisierung wird abgeschafft. Und da haben ganz viele und in den Verbänden und in den Zeitungen. Und als ich in der Schule war, haben mir Kollegen das dann noch hingelegt. Pass auf, bevor es zu spät ist, jetzt also bloß hier nicht eine digitale Tafel anschaffen.

Alles Nonsens an dieser Stelle. Tut mir leider leid für alle, jetzt mit Dänemark um die Ecke kommen. Bitte hinfahren, keine Fake News mehr. Ja, in der Grundschule und in den Kitas wird Digitalisierung etwas zurückgedreht. Das ist auch richtig, hat man gemerkt. Das war viel zu viel, aber das Thema Future Skills, Kollaboration und Lernen, das ist ja auch der Kern dessen, was wir hier machen, Lernen. Dafür treten die Digis an. Da geht es in den Selbstlern-Digis um selbstermächtigtes Lernen. Also der dänische Lehrplan wird um 90 Prozent reduziert. Es kommen keine neuen Fächer dazu, sondern es geht um mehr Freiraum, um Prinzipien, um ganz viel Kollaboration, um miteinander zu arbeiten. Die Eltern sind auch stark mit eingebunden, die Kinder werden gefragt. Das ist schon ziemlich dicht dran, was in Friedland passiert. Das ist ja spannend. Also ich meine eine Reduktion um 90 Prozent, um wirklich auch Freiräume zu schaffen für diese Future Skills, über die wir so viel reden, die aber ja doch noch in Deutschland oft als Zaungast nur durch den Unterricht vorbeispazieren. Das ist ja wirklich schon revolutionär. Da müssten wir eigentlich auch mal schauen, dass wir jemanden bekommen, der sich da wirklich gut auskennt oder in dem System da verortet ist. Finde ich spannend.

Okay, haken wir mal nach. Ich denke, das sollte uns gelingen. Vor allem, weil ja sehr, sehr viele Kolleginnen und Kollegen oder Expertinnen in Dänemark Deutsch sprechen und sehr gut Deutsch sprechen.

Ja, das werden wir auf jeden Fall mal weiterverfolgen. Aber sag mal, wie war denn insgesamt dann so die Stimmung vor Ort? Kommt das gut an? Es kam sehr gut an. Wir haben intensiv diskutiert. Wir waren natürlich begeistert, waren alles Bildungsenthusiasten und das haben wir natürlich beseelt mitgenommen. Und so ist auch dieser Post entstanden, aus dieser Stimmung heraus. Weil es um das Wesentliche geht, um das Lernen der Kinder und nicht um das Funktionieren eines Systems, was irgendwas aufrechterhält, was tradiert ist, sondern es geht um die Kinder und das Lernen. Und das ist der Kern von Schule. Ja, das ist der Kern von Schule. Du hast es auch schon gesagt. Auch bei den Digis ist das natürlich das, wofür wir antreten. Und abgesehen von den Methoden haben wir auch wirklich inhaltlich Digis, wo es genau darum geht, nämlich lernen lernen. Wie kann ich Strukturen etablieren, die für mich, für meinen Lerntyp funktionieren? Also Tipp an der Stelle, klickt euch in die Shownotes. Da ist direkt der Link zur Digitek. Über tausend Stück sind es mittlerweile. Und wenn ihr da einfach mal den Suchbegriff eingebt, werdet ihr garantiert auch für euren Unterricht fündig. Also ich glaube, das war insgesamt eine Folge, die vielen Mut macht und inspiriert, einfach zu sagen, let's do it, gehen wir das mal an. Neue Wege, echtes Vertrauen und für Schule als Ort der Beziehung.

Absolut. Ich bin mir sicher, Friedland wird Schule machen, nicht als fertiges Modell, sondern als Einladung, neu zu handeln in Schule.

Ja, definitiv. Und wir bleiben ja auch dran, weil Peggy und Kerstin kommen wieder mit Updates aus ihrem Schulalltag. Können wir perfekt integrieren in meine Kurz-und-Gut-Folgen und werden euch da immer mal wieder mit Neuigkeiten versorgen. Denn ich glaube, das interessiert nicht nur uns, sondern euch, ihr lieben Zuhörer und Zuhörerinnen da draußen auch. Nämlich, wie wird aus einer Idee echte Praxis? Wir hören uns an dieser Stelle und vielleicht gründen wir ja selbst noch eine Schule, Viola.

Ja, das wär's ja auch noch. Genau. Auf jeden Fall, das geben wir dann auch noch an Gerd. Aber jetzt erstmal musst du nur noch eine Sache machen. Bitte. Wenn ihr keine Folge mehr verpassen wollt, dann abonniert unseren Podcast, gebt uns 5 Sterne auf Spotify, wie passend zu unserem Feedback. Nein, ihr könnt uns auch persönliches Feedback geben. Lasst uns gerne einen Kommentar da, dann seid ihr immer die Ersten, die HeyDiggis So geht Lernen heute hören und beim Lernen in Bewegung bleibt. Bleibt dran, wir freuen uns auf euch. Bis zum nächsten Mal. Das war HeyDiggis, der Bildungspodcast mit Viola Patricia Herrmann und Gerd Mängel. Immer dienstags auf allen Podcast-Plattformen.