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Herzlich Willkommen bei Kurz und Gut, der knackigen Ausgabe von Hey Diggis, so geht Lern heute. Und ich freue mich, dass ich euch heute einen neuen Gast im Rahmen unserer Zusammenarbeit Diggis Featuring DSLK eine Stimme für die Bildung der Zukunft vorstellen darf. Gerd und ich begrüßen in der kommenden Hauptfolge Marina Weisband. Marina Weisband kennt ihr sicherlich aus den Medien. Sie ist Diplompsychologin, Publizistin und Beteiligungsexpertin. Und Marina steht wirklich wie kaum eine andere für die Frage, wie lernen wir Demokratie? Und zwar nicht nur im Kopf, sondern vor allem durch Erfahrung.
Beim Deutschen Schulleitungskongress im November diesen Jahres spricht sie über Schule als Ort echter Transformation. Da könnt ihr euch schon heute darauf freuen und noch ein Tipp an der Stelle. Mit dem Rabattcode, den ihr direkt in den Shownotes findet, bekommt ihr 10% Reduzierung auf den Einlasspreis des DSLK. Also schaut einfach mal in die Shownotes, klickt über den Link, seid ihr direkt im Anmeldeformular und spart dort eure 10% auf euren Ticketpreis. Bei Wissen2go nimmt Gerd uns heute mit hinter die Kulissen der Digis. Er berichtet live aus dem, ja man kann es so sagen, Diggis Headquarter in Berlin, in dem bereits mehr als 50 Diggis zum Thema Demokratie entwickelt wurden. Ganz spannender Einblick. Und ich würde sagen, wir steigen jetzt direkt ein mit dem Zitat der Woche von Marina Weisband.
Marina Weisband sagt, Institutionsbildung ist keine Demokratiebildung. Spannender Satz, wie ich finde, und ich habe mir den mal ein bisschen näher angeguckt. Also schauen wir doch erstmal auf das Wort Institutionsbildung. Das meint ja die reine Vermittlung von Wissen über politische oder andere Institutionen, also zum Beispiel den Bundestag, Parteien, Gewaltenteilung. Demokratiebildung hingegen geht ja über Faktenwissen hinaus. Sie umfasst die Umwicklung demokratischer Haltungen, Werte, Kompetenzen und vor allem die aktive Mitgestaltung von Gesellschaft. Im Kontext Schule bedeutet das, Faktenwissen reicht nicht. Schülern und Schülerinnen zu erklären, wie der Bundestag funktioniert, ist wichtig, keine Frage. Aber das allein macht sie nicht zu demokratisch denkenden und handelnden Bürgern und Bürgerinnen.
Demokratiebildung hingegen erfordert Erleben, Handeln und Reflektieren. Es geht um Fähigkeiten wie Argumentieren, Aushandeln, Perspektivwechsel, Verantwortungsübernahme und das Gefühl, wirksam mitgestalten zu können. Diese Selbstwirksamkeit ist auch etwas, was der Marina ganz wichtig ist. Da wird sie immer wieder drauf eingehen und uns immer wieder dahin zurückholen im Gespräch. Das ist sehr spannend, welchen Fokus sie da auch drauf legt. Schauen wir uns doch mal ein Beispiel in der Schule an. In vielen Schulen wird Demokratie als Lerngegenstand verstanden. Sie sollte aber auch Lernform und Lernraum sein. Denn nur weil Schüler und Schülerinnen ein Arbeitsblatt über das Grundgesetz ausfüllen, lernen sie ja nicht automatisch, demokratisch zu denken oder zu handeln. Die Kritik am Institutionenfokus. Naja, zu häufig wird politische Bildung auf das Was ist reduziert. Also im Sinne von Was ist das Grundgesetz? Was macht die Bundesregierung? Demokratiebildung stellt aber eher die Frage, wie leben wir zusammen? Und wie gestalten wir das gemeinsam? Das schließt Emotionen, Konflikte, Machtfragen und Lebensweltbezug mit ein. Aspekte also, die im klassischen Unterricht oft fehlen.
Was kann man daraus für ein Fazit ziehen? In der Schule muss Demokratie nicht nur erklärt, sondern gelebt, gestaltet und kritisch reflektiert werden. Denn nur so werden aus Schülern und Schülerinnen mündige, engagierte Demokraten und Demokratinnen.
Schüler überraschen könnt. Demokratie ist die Grundlage unserer Gesellschaft und gerade heute müssen wir daran arbeiten, unsere demokratischen Werte zu erhalten und zu festigen. Darauf legen wir natürlich auch bei den Digis viel Wert. 52 Digis erscheinen, wenn ihr den Suchbegriff Demokratie in unserer Digitek auf der Homepage eingebt. Also da erwartet euch sofort eine riesengroße Auswahl rund um dieses wichtige Thema. Beispiel möchte ich euch Nummer zwei nennen, ein Argument entkräften oder auch eine Meinung begründen. Also der Diskurs, das Gespräch miteinander fördern auf eine sachliche, fundierte Art und Weise ist natürlich die Grundlage für jedwede weitere demokratische Kommunikation. Und wir schauen uns jetzt bei Lernen für Lehrer einmal konkret an, welchen Effekt Demokratiebildung in der Schule aus Sicht der Wissenschaft, Bildungspraxis und laut aktuellen Diskursen hat.
Demokratie will gelernt sein. Und zwar früh. Kinder und Jugendliche müssen Demokratie erleben, nicht nur darüber lesen. Studien zeigen, politische Bildung ist dann besonders wirksam, wenn junge Menschen Mitbestimmung konkret erfahren. Also zum Beispiel in Klassensprecherwahlen, Schülerparlamenten oder bei Projekten mit echter Entscheidungsgewalt. Und laut Studien wünschen sich Jugendliche mehr politische Bildung. Die Shell-Jugendstudie zeigt zum Beispiel, dass fast 70 Prozent der Jugendlichen in Deutschland sagen, dass sie mehr über Politik in der Schule lernen möchten. Gleichzeitig fühlen sich viele schlecht informiert. Ein Hinweis darauf, dass die Vermittlung demokratischer Kompetenzen in der Schule noch ausbaufähig ist.
Schüler und Schülerinnen, die mitentscheiden dürfen, entwickeln mehr Verantwortungsgefühl. Untersuchungen der Bertelsmann-Stiftung belegen, wo Schüler und Schülerinnen mitgestalten dürfen. Da steigt nicht nur das politische Interesse, sondern auch das soziale Engagement und das Verantwortungsbewusstsein. Wichtige Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Demokratiebildung schützt vor Extremismus. Ja, Demokratiebildung ist auch ein präventiver Schutzfaktor gegen Radikalisierung. Wer gelernt hat, wie man Konflikte argumentativ löst und eigene Anliegen demokratisch einbringen kann, ist weniger anfällig für extremistische Ideologien.
Demokratiekompetenz ist außerdem eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts. Laut OECD zählen demokratische Teilhabe, kritisches Denken und Medienkompetenz zu den zentralen Future Skills, haben wir auch schon ganz oft im Podcast drüber gesprochen. Schulen müssen junge Menschen darauf vorbereiten, in pluralistischen Gesellschaften konstruktiv mitzuwirken. Und last, aber überhaupt nicht least, es ist wissenschaftlich belegt, politische Bildung wirkt langfristig. Denn Langzeitstudien zeigen, dass politische Bildung in der Schule nachhaltig demokratische Einstellungen prägt. besonders, wenn sie nicht belehrend, sondern dialogorientiert sind. Also, probiert das Konzept der Demokratiepädagogik doch einfach mal aus, zum Beispiel in Projektwochen zur politischen Bildung, mit Schülergerichten oder durch Beteiligung am Schulcurriculum. Solche Strukturen zeigen, wie Schulen zu Orten echter Partizipation werden können. Um Bildung und Lernen.
So, heute mal aus den heiligen Hallen bei Raufeld Funke, denn da werden die Diggis produziert und neben mir sitzt Sandra, die kennt ihr ja schon aus der ersten Folge. Hallo Sandra. Hallo Gerb, grüß dich. Wir wollen ganz kurz über das Thema Demokratie sprechen und du weißt ja, wir haben ja die Kooperation mit dem Deutschen Schulleitungskongress und in der nächsten Folge wird ja die Marina Weißband sein, die wird dort über das Thema Demokratie sprechen. Aber das Thema Demokratie ist ja auch ein Thema, was wir über den Digis umfangreich bespielen. Auf was kann man sich denn da so alles freuen? Ja, großes Thema, großer Schwerpunkt auch bei uns. Demokratie, wir haben verschiedenste Formate natürlich, also selbst dann Übungsdigis zu dem Thema, aber auch unter der Kategorie Verfassungsviertelstunde findet ihr reichlich Material, einzelne Grundgesetze, also die Artikel der Grundgesetze behandelt und wunderbarer Break-Einspieler 15 Minuten, um das Thema ständig auch mal wiederholen zu können. Und nicht nur als geschlossene Themeneinheit über eine längere Stunde.
Verfassungsviertelstunde hört sich für mich an. Das kann ich gut so in so einer Klassenleiterstunde am Montag machen oder auch mal zwischendurch, wenn das Thema dran ist. Das kann man ja gut andocken, auch thematisch dann weiterführen. Das ist, glaube ich, gibt es in manchen Bundesländern. Dafür habt ihr es auch entwickelt. Korrekt, genau. Dafür haben wir es konzipiert, entwickelt. Und genau wird so eingesetzt, wie du es gesagt hast. Und wir freuen uns sehr. Wir sehen ja, dass es genutzt wird. Also insofern ein richtiger Ansatz. Ein Thema, was mit Demokratie auch zu tun hat. Und wenn wir schon bei Funke sind, und da hatten wir ja auch das große Interview mit unserer Verlegerin Julia Becker. Und da haben wir das Thema Pressefreiheit auch besprochen. Das kann man ja nicht abkoppeln von Demokratie. Wir haben über das Thema Fake News gesprochen. Auch dazu habt ihr Material. Könnten Lehrer ja einsetzen. Ist ja ein ganz aktuelles, wichtiges Thema. Genau, wir versuchen ja auch wirklich die brisanten Themen vorrangig zu behandeln, neben der Rahmenlehrplan-Themen, die natürlich sowieso bei uns stattfinden und stattfinden müssen, dass wir immer da den Blick auf die Aktualität auch werfen können. Schaut da mal rein, ihr habt da ganz, ganz, ganz vielfältige Themen. Ich sage mal historisch aufbereitet, ich sage mal der Fall Helmut Schmidt oder noch weiter in der Geschichte zurück Entstehung der Demokratie bis eben zu top aktuellen Themen wie Fake News, wie ist unsere Demokratie gefährdet und was können wir Gutes tun.
Verfassungsviertelstunde hast du schon gesagt. Ich glaube, das läuft vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Bayern. Stimmt, recht hast du nicht. Ja, das sind die beiden Bundesländer, die mir jetzt da einfallen. Falls ich jetzt eins vergessen habe, bitte nicht sauer sein. Link ist mit drin. Durchstöbert mal die Digitek und dann volle Kraft für die Demokratie. Vielen Dank, Sandra. Dankeschön, Gerd.
Das war kurz und gut, die knackige Ausgabe von Hey Digis, so geht Lernen heute. Und wenn ihr jetzt sagt, wow, was für ein Thema, da möchte ich gerne ran mit meiner Klasse und noch mehr erfahren, dann habt ihr zwei Möglichkeiten. Zum einen freut euch wirklich auf die Folge mit Marina Weisband nächsten Dienstag. Sie ist absolut versiert in dem Thema und wird euch noch viele wertvolle Impulse geben können. Aber ihr müsst auch nicht bis dahin stillstehen, nein, denn wir Diggis haben schon mit anderen ganz tollen Menschen gesprochen, die in diesem Bereich tätig sind und wirken. Ich empfehle die Folgen von Stefan Rupana, Arthur Landwehr, Christina Schröder oder auch die Initiative Ich stehe auf. All das findet ihr wie immer verlinkt in den Shownotes, darunter direkt euer Ticket zum DSLK und auch hier habe ich noch einen Tipp für euch. Ranga Yogeshwar, war bei Gerd und mir zum Gespräch eingeladen und wir haben eine wunderbare Dreiviertelstunde über die Zukunft des Lernens seiner Enkelkinder und unserer Schulkinder geführt. Also wirklich ganz viel Input, der einen da auch sehr mitnimmt und beseelt. Ich hoffe, es hat euch gefallen heute in der Kurz-und-Gut-Folge und ich freue mich sehr darauf, wenn wir uns nächsten Dienstag wieder hören, wenn es dann heißt, hey Digis, so geht Lernen heute.